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THE UNIVERSITY

OF ILLINOIS

LIBRARY

SSO. 5

ITTVTJVAEA.

LINIVAEA.

Ein

Journal für die Botanik

in ihrem ganzen Umfange.

Achtundzwanzigstel' Band. Oder:

Beiträge

Pflanzenkunde.

Zwölfter Band.

H e r a \i s jo e g e 1) e I

von

D, F. L, von Schlechtendal ,

der Med.. Chir. u. Philos. Dr., ordeiitl. Prof. an der Universität zu Halle und mehrerer gelelnteu Gesellschaften Mitglied.

Mit Äwei Tafeln Abbildungen.

Halle a. d. 8. 1856.

»sedruekt auf Koste» des Herausgebers.

In Coiuinission bei C. A. Schwetschke und Sohn.

(M. Bruha in Braunschweig.)

J>

Inhalt.

2.

6.

üeber die Familie der Pyrolaceen , insbesondere die Unter- familie der Pyroleen (gen. Pyrola L.), welche monographiscli beschrieb Dr. Alefeld. (Taf. 1. u. II.) ... 1

Rubi Hennebergenses. Beitrag zur Kenntniss deutscher Brom- beersträucher , von ür. J. C. Mets eh . . .89

Plantae Muellerianae.

Musci frondosi in Australasia felici lecti (Cout.) , auctore

E. Hampe . . 203

Lichenes, auctore E. Hampe 216

Xerotideae , auctore Sonder 218

Calectasieae, auctore Sonder 221

Alismaceae, Juncagineae, auctore Sonder . , . 223

Xyrideae, auctore Sonder 225

Desvauxieae, auctore Sonder 226

Typhaceae, auctore Sonder . . , , . . 227

Monimiaceae, Callitrichineae , auctore S o n d e r , . . 228 Halorageae , auctore Sonder , . . . 229

Ceratophylleae , auctore Sonder 234

Hepaticae Australasiae, exposuit Dr. Gottsche . . , 547 Euphorbiaceae, auctore Sonder, . . . . 562

Pittosporeae , auctore F. W. Klatt 567

Plantae Lechlerianae , auctore de Schlecht en da) 235

Continuatio 463

Plantae Columbianae, descripsit E. Karsten . 341 Continuatio . 387

283

Brigantiaea, novum Lichenum Tr e V isan ,

Auctore Victore

IV

Seils

7. Ueber die Rottlera-Arten dc!« botanisclieii Gartens zu Buiten- zorg und im Herbarium von Zollinger und Moritz i . so wie über einige verwandte Geschlecliter aus der Familie der Kuphorbiaceeii. Von H, Zollinger ..... 299

Anmerkungen zu den Rottlera-Arten des botanischen (Ja r- tens zu Buitenzorg. von Zollinger . . 598

8. Kinige neue Palmen Amerika's. Beschrieben von Hermann Wen dl and 333

9. Hortorum botanicorum plantae novae et adnotationes in Seminom indicibu.s et adver.<ariis dispositae .... 363

H. Eldenensis a. I8ö5 364

H, Genevensis a. 1855 . . . . , . 355

H. Genuensis a. 1855 356

H. Gottingensis a. 1855 358

H. Hauuiensis a 1855 359

H. Patavinus a, 1855 364

H. Petiopolilanus a. 1855 366

H. Vindoboiiensis a. 1855 378

10. ürchidaceae Scliaffnerianae mexicanae recensitae , auctore U.

G. Reichen bach til 381

11. Recensio Salsolearum nonnullaruni in primis h Car. Koch distinctarum Herbarii Regii Berolinensis .... 572

12. Beitrag zur Flora des nordöstlichen Deutschlands , Zusatz

z. Linn. Bd. XXVI. p. 385—151. Von Dr. P. Ascherson 577

13. Ueber die Bewurzeluug der Palmen. Beobachtungen von H. Karsten 601

14. Plantarum novarum Uhilensium. Centuria prima. Auctore

R u d. A m. P h i li p p i 609

Centuria secunda. Auctore eodem 661

Centuria tertia. Auctore eodem ...... 706

15. Ueber ein neues Palraengeschlecht von der Insel »Sumatra. Von H. Zollinger 656

Register der in den Abhandlungen enthaltenen Pflanzennamen . 763

lieber die Familie der Pyrolaceen,

insbesondere die Unterfaniilie der Pyroleen (gen. Pyroia l.),

welche monographisch beschrieb

Dr. AI e f e l d,

pract. Arzt zu Oberranstadi bei Darmstadl

CHierzu Taf. l u. II.j

Im Soininer 1845 fand icli einmal anf einem ganz kleinen Ranme 6 denlsche Arten von Ptjrola L. beisammen. Dies veranlassle mich , diese Pflanzen näher zn nntersuchen nnd zn vergleichen. Als ich nun die Bliithen analysirte nnd Uu- lerscheidnngsmerkmale anffand, die ich nirgends erwähnt sah, wie namentlich die Neotarien der P. secunda , die Verschie- denheilen der Griffel und Antheren, so heschloss ich eine etwas ausführlichere Arbeit zu liefern. Indessen konnte ich bis 1850 aus Maugel an literarischen Hülfsmittoln nnd Stoff zur Untersuchnng der exotischen Arten nur wenig neue No- tizen sammeln. Alsdann aber erhielt ich durch Herrn Sar- tori us, einen Landsmann aus Darmstadt, der 24 Jahre im Staate Veracrnz lebte, eine tou ihm auf dem Pic von Ori- zaba gesammelte Pjjrola, die ich als unbeschrieben erkannte. Darauf erhielt ich durch die überaus grosse Zuvorkommenheit des Herrn Prof. Dr. Seubert von Karlsruhi' die sämmtlichen

28r Bd. Is llert. 1

Pyroleu des borüliraten Zey h e r'sclien Herbariums auf viele Wochen zur Untersuchung. Und eudlich nnternahm ich, haupt- sächlich zu diesem Zwecke, im Sommer 1851 eine Reise nach London. Daselbst war mir durch Hrn. Bennet vergönnt, unsere Pflanzen im britischen Museum zu mustern; und zuletzt durch die ausserordentliche, nicht genug zu rühmende Libe- ralität des Hrn. W. Hooker zu Kew, dieselben iu dessen wirklich kolossalem Herbarium. Von grossem Interesse war es mir, in erslerem Hcrbario die Original- Exemplare der Smith'schen und Brown'schen Arten und in letzterem das der P. bra/eafa von Hrn. Hooker, der P. groenlandica von Home mann und der P. incarnala von Fischer zu sehen. Hier ültergebe ich nun die Resultate meiner Unter- suchungen unserer kleineii Unlerfamiiie.

lieber den Umfang des Ordo Pyrolaceae.

Der Erste, der einen Ordo Pyrolacearuni gründete, war Lindley in seinem Syst. etc. Er zählte dazu das Linue- sche genus Pj/roia nebst sämmtlichen Monotropaceis des Nuttall und characlcrisirte sie vornämlich durch die semina alata (besser : arillata). Nachdem aber Nuttall seinen neuen Ordo Monotropacearn?n^ und zwar mit Recht, gegründet, und von den Pijrolaceis abgerissen hatte, blieb nur nochP^- rola L. in jener Familie. Dennoch wurde dieselbe von vielen Botanikern beibehalten, und da man bald fand, dass auch viele andere geuera der Ericaceen verschiedenster Bildung se- mina arillata haben, durch das Fehlen der unterweibigen Scheibe diaguosticirt. Nach dem jetzigen Staude der Dinge wäre es in der That kein Unglück, wenn die ganze Ordnung der Pyrolaceen aufgehoben und mit ihrer Mutterfamilie, den Ericaceen, wieder vereinigt würde. Die semina arillata, wie

oben gesagt, finden sich iii sehr verschieden gebildeten gen. Erieac, wie Rhododendron h. , Gautiera Kahn, Ciethra h.^ Erica L., n. v. A. Die nnterweibige Scheibe, die nur den Pjrolen fehlen soll, fehlt muh bei mehren Arten von Rho- dodendron, Clcthra nnd Azalea ^ die ich nntersnchte, anf's Bestimmteste.

Indess kann man doch diese Ordnung einigeimassen na- türlich bilden nnd jedenfalls sehr scharf begrenzen, wenn man die einblällrige Corolle als Diagnosticon derselben nimmt nnd die wenigen bisher den Ericaceen lieigezrihlten gen. mit corolla polypetala den Pjrolaceen ziilheilt. Das ^en. Clathlhamnus Bunge wurde ohnedies öfter, bloss dem Habitus nach, zu den Pyrolaceen gezählt. Ausser diesem käme dann noch Ledum L., Leiophjjllum Pers. nnd liefavia Mntis und die 2 durch ihre Eierzahl isolirt stehenden gen. CyrilUt Gardn. und Clif- tonia Banks zu dieser neugebildelen Familie, die sich sehr natürlich in folgende 3 Subordines (heilt:

I. Cijrilleae \\\. (von Endl. als Ordo angedentet, aber nicht characterisirt). Ovula in loculis solitaria: 1. Cyrilla^ 2. CUflonia.

II. Ledeae m. Ovula in loculis plurima. Capsula septi- cide dehiscens : 1. Befaria, 2. Leiophyllum^ 3. Le- dum , 4. Cladolhammts.

III. Pifroleae m. Ovula in loculis plurima. Capsula locu- licide dehiscens: 1. Pj/rola, 2. Amelia , 3. Thelaia^ 4. Monesis y 5. Chimaphila.

Die genera Diapensia nebst P^jcidanthera zn ^den Py- rolaceen zu nehmen, halte ich nicht für passend, da ihre Bil- dung zu abweichend ist, nnd namentlich ihre einblättrige Co- rolle, deren Schlünde die Staubfäden eingefügt sind, insbe- sondere aber ihre nntberae transversim bivalves sie den Pyro-

1 *

laccen zu sehr entfernen. Dasselbe muss ich ron Ga/ao" sagen, das durch einfächrige Anthereu , die in eine Röhre verwach- senen Filamente und wieder durch antherae transversim bi- ralvps den Pyrolaceen ebenso weit gerückt ist. Obgleich nun Gala.v den gen. Di'apensia und Pijxidanthera nicht gerade sehr nahe steht, so glaube ich doch sie in einen Ordo rer- einigen zu dürfen unter dorn Namen Diapens/aceae , da sie in der Dehiscenz der Autheren ein scharfes gemeinsames Merk- mal besitzen , das sie unter allen Ericahs (die blattlosen Monotropaccae ausgenommen) auszeichnet. Auch glaube ich dieser Familie das vonTorrey und Gray im London Journal of Bot. 3. p. 241. beschriebene gen. Shorfin beiziählen zu können. Am Ucäehsten ist es Diapcnsia verwandt, so dass bis jetzt, nach der Beschreibung der Shortt'a in fruclu, noch fast gar keine generischen Unterschiede aufzufinden sind. Vielleicht giebt dennoch eine genauere Vergleichung mit Dia- pensi'a schon nach fructificirenden Exemplaren generische Un- terschiede. Ausserdem lässt die abweichende Blattbilduug auch eine abweichende Blüthenbildung vermuthen. Ich lasse die Beschreibung aus dem Lond. Journ. folgen, da die Pflanze nach Michaux und Torrey und Gray dem Gen. f^ro/a so nahe stehen soll.

Calyx 5-sepalus, sepala irabricata , squaraacea , striata, persislentia, exteriora obovata, inleriora oblonga. Capsula calyce brevior, subglobosa, stylo filiforuii (subpersistente) Superata, trilocularis, loculicide trivalvis, valvis medio septi- feris; placenta centrali magna persistente; scmina numerosa, parva; testa nucleo conformis; embryo teres, rectiusculus, albumine brevior. Herba caespitosa?, subacaulis, perennis, glabra, foliis longo petiolatis, rotundatis, subcordatis, apice nunc retusis, creuato-serratis, crenaturis mucrouatis, scapis uuifloris, uudis, apicem versus squamoso- bracteatis. Shor-

tia galacifolia Torr, et Gray. Specimen iiLiciim In herb. Mii'hx. cum schedula „hautes moiitagnes de Carolina. An Pt/rolae species an gen. nov. ?"■' Torrey nud Gray sagen, dass es den Habitus Ton Pj/rola nnd die Blattbildnng von Galajc habe. Immerhin ist dies eine sehr interessante Pflanze, die auf eine nahe Verwandtschaft der Diapensia und Pyxidanthera mit GaJax hinweist, wie Thelaia aphylla die Verwandtschaft der Pyrolac. zu den Monotr. anzeigt. Zu- gleich alier auch auf einige Verwandtschaft der Diapeusiaceen mit den Pyrolaceen schliessen lässt.

Da Shorfia viel mehr mit Diapensia als mit Pija^idan- tJiera übereinstimmt, werden sich die gen. der Diapensia- ceae am besten so folgen: 1. Galaar ^ 2. Shortia^ 3. Dia- pensia^ 4. Pyjcidanihera.

Classis Ericales Lindl, (Bicornes Endl.)

Calyx 4 14-merus. Corolla 4 14-mera. Filamenta siraplicia toro vel corollae inserta et ejusdem lobis numero aeqnalia et alterna v. dupla. Autherne in aestivatione apice sursum spectantes, ita ut filamenta in connectivura contigua, sub anthesi apice deorsum curvata sint. Ovarium 1 lO-Iocu- lare, 1 5-merum. Placentae centrales in loculis snperne affixae. Seraina alburaine carnoso , copioso. Embryo nnllus v. rainntissimus, teres , rectus , cotyledonibus perbrevibus.

Jtnalißsis Ordinum Ericulium. l a. Semina exerabryonata; pbintae aphyllae : Monotropaceae

Nutt. gen. am. T. p. 272. Ib. Semina embryouata; plautae foliatae. 2 a. Ovarium snperura.

3 a. Anthorae transversim bivalves : Diapcnsiaceac ra. 3b, Antherae poris v. rirais in longitudinera dehiscentes.

4a. Antherae imilofulares: Epacridaceae K.Br. ^roär.

p. 535. 4b. Aii(herae biloculares.

5 a. Monopetalac: Ericaceae {Ericeae R. Br. prodr. 5 b. Poljpetalac: P^rolaceae lu.

p. 557. Ericineae Desv. jourii. bot. 1813. p. 28., in anderem Umfauge). 2b, Ovarium iufernm: ;Faccm/aceflc DC. Theor, elem. p. 216.

Aura. Ich habe den Familien gleiche Endung gegeben, da ich mit Vielen der Ansicht huldige, dass gicichwerlhigen Gruppen auch möglichst gleiche Endung gegeben werden möge, selbst zuweilen auf Kosten streng sprachlicher Richtigkeit. Das Interesse der Wissenschaft der Botanik scheint mir hier das der historischen Sprache überwiegen zu müssen. Damit möchte ich natürlich nicht die be- kannten Familiennamen: Cructferae^ Composifae ^ Le- guminosae etc. über den Haufen geworfen wissen, da mit dem Namen anch jeder Botaniker schon die Grenzen der Familie kennt.

Ordo Pyrolaceae ra. Character: Flores hermaphroditi, reguläres v. subiuae- quales. Calyx liber, persistens, siccans, 5-fidus, 5-phyllus. Corolla hypogjna, decidua, toro simplici inserta, 5 7-pe- tala , aestivatione irabricata. Filamenta 5, lO, 12 vel 14 hypogyna, toro inserta, petalis interdum subadhaerentia, li- bera, aestivatione erecta, recta. Antherae biloculares, in- curabentes, longitudinaliter rimis dehiscentes vel in apice (aesti- vatione in basi) poris 2. Ovarium superum 2, 4, 5, 6, 7-locu- lare; ovula in loculis solitaria pendula v.perpluriraa non pendula. Stylus unicus .filiformis corollam superans brevissimus, per- sistens. Stigma unicum 4 7-radiaium atquc 4 7-lobum

vel Stigmata 2 acuta, Fnictiis: capsiila 2, 5, 4, 7-locnlaris, septicide v. lociilicide dehisceiis, raro drupa exsucca , inde- hiscens. Spermophori columiiae ccntrali superne adiiati. Se- miiia in localis solitaria v. perpliirima. Embryo in axi albu- iniuis carnosi miuntiis; radicula eloiigata; ootyledones per- breyes.

Habitus: Ärbores, frntices, siiffrutices v. herbae peren- iies, serapervirentes; foliis exstipulatis, alteriiis, simplicibiis. Inflorescentia : raceraus, urabella, corjmbns, Üores geuiiui vel flos solitariiis.

Patria: Hemisphaeria borealis, rarissime aiislralis. Co- piosissime in America borcali. In regionibus calidioribus seni- per montes adscendens.

Dispositio anati/tica generum Ordinis Pjjrolacearum ra.

1 a. Ovula in loculis solitaria: Cjrilleae m.

2a. Calyx 5-fidus; stamina 5; filamenta subulato-conipla- uata; ovariura 2-Iocnlare; Stigmata 2 acnta ; Capsula caruosa 2-valvis: Cyrilla Gardn.

2 b. Calyx 5-phyllus; stamina 10; filamenta 2-dentata, iafra medium dilatata; ovariura 4-loculare, stigraa sessile, peltatum; driipa exsucca: CUftonia Banks. Ib. Ovula in loculis perpinrima; Capsula septicide dehiscens: Ledeae m.

2 a. Anthcrae didyraae, loculis longitndinaliter dehiscenti-

bus: Leiophj/Ilum Pers. 2b, Antherae nou didymae, loculis apicc poro obliqno de- hisccntibus. 3 a. Calyx corollaque subinaequalis; filamenta basi dila-

tata : Cladothamnus Bunge. 3 b. Calyx corollaque aequalis; filamenta filiformia.

4 a. Calyx 6- vrl 7-fidiis; petaJa 6 vcl 7; stamiiia 12

vcl 14: Befaria Mutis. 4 b. Calyx 5-(leiilatiis; petala 5; stamiiia 10 vel 5:

Lcdum h.

1 c. Ovula in lociilis perphninia ; oapsiila loculicide dehisceus: Pj/ro/cae ni. 2a. Pe(ala connivontia; filaraenla conniventia, siibiilata, nus- quam incrassata; Capsula a basi siirsum et ad apicern dchiscoiis; margiucs valvariim pilis rontextis adhaercntes. 3 a. Petala basi iiitiis bitiiberciilala; antberae exsertae, tiibu- lis doticientibns; ovarimn basi nectariis 10: Pj/rola in. 3b. Petala basi laevia; antberae incliisae, tubulis 2; nectaria 0. 4a. Filamcnta aeqiialiter conniventia; styhis rcctns; Stigma disciforme, stjlo mnlto latins, papillis 5 dis- cielis, ad margincm sitis: Amelia: m. 4b. Filamcnta snrsnm et snpra stylnin curvata; Stylus deflexus, curvatns; Stigma mammiforrac, stylo exaete truncato iinpositnm et angustius, papillis 5 concretis: Thclaia m. 2 b. Petala horizontaliter expansa; filamcnta expansa, basi trigona, incrassata; Capsula ab apice deorsum et ad basin dehiscens, margiu>^s valvarum glabri. 3a. Calycis laciniae basi callosae; tiibuli antberarum non veiitricosarum cylindrici , longi, externe curvati, ibi- demquc nperti; styhis altitndine ovarii longior; stignia tubulaeforinc, papillis 5 crassis ad margincm positis: Monesis Salisb. 3b. Calyi'is laciniae ecallosae; tubuli antberarum venlri- cosarum coiiici, breves, recti, oblique interne aperti; Stylus altitndine ovarii brevior; Stigma Icnticuliforme, planum j 5-radiatuni: Chhnaphila Pursk.

9

Siitjordo Pyrolcae m.

Ordo Pijrolaccac Lindley syst. od. gorm. p. 283; excl. Monotrop. Nu(t.

Gen. Ptjrula Toiirncf. inst. 132. - Gen. Pyrola Lin. n. 554.

Specialliteratur der Pijroleae.

Allioni ped, II. p. 90. Comolli prdr. fl. comens. (1824)

Banhin , J. hist. III. p. 535. p. 77.

Bauhin, C. pin. p. 181. Cnrtis bot. mag", t ah. 897.

Banmgarten li. lips. p. 226. Dalechamp hist. p. 1148.

Bartling II. philod. 1. p. 50.402. Diotr. fl. bot. tab. 445.

fl. north-am. ill. tab. 11. Don, David in mein. Werner. soc.

med. bot. I. V. p. 220 246. (1824). Berlolonii Antonii misc. bot. III. Don, G., gen. syst. HI. n. 864.

1814. p. li. tab. II. u. III. Dane. ann. med. IV. p. 340.

Besser enum. p. 16. 45. 57. tab. ?.

Ü. galiz. (1809) I. p. 272. Egede Et'terredning om Grönl. Bicberstein, M. a fl. taur. caue.I. tab. 1.

p .313. Eiehwald casp. eanc. p. 18.

Bigel. fl. bost. id. 2. p. 173. Skizze ete. p. 143.

Birol. acon. i. p. 138. Endlicher gen. pl. p. 760. 1413. Blaekwell tab. 594. (1840).

Büugard de veg, ins. Sitrha Erndt virid, warsaw. p. 99.

p. 155. Falk Beiträge II. p. 176.

Bnnge enum. alt. p. 19. Fellmann ind. Kola n. 169 etc.

DeCand. prodr. III. p. 772. ind. Lappon. n. 156 ete.

Cham, et Schldl. in Linnaea I. Ferber in Fischer Liv. Zusätze

p. 514. p. 156. 117.

eins. paun. p. 509. Fischer Livl. p. 229.

Clüs. hist. (ab. 116 118. P'ieischer et Liiideinann fl. der Colden noveb. p. 99. Ostsecpr. p. 149.

10

Fries fl. halland. I, p. 70. Kaltn fl. fenn. n. 233.

Fuchs bist. c. 175. p. 467. Kareliii et Kiriloif eii. fl. Soong.

Gaertuer fr. J. p. 303. n. 539.

Georgi 11. baic. p. 214. Koch syii. ed. 2. gerni. II. p.

Beschr. des riiss. Reichs 565. (18J6).

III. p. 960. Lamarck et DC. fl. fraiic. V.

Gilibert excrc. phyt. I. p.323. p. 684. (1805); Vi. p. 431.

fl. lithuan. V. p. 194. (1815). Gmelin fl. Sibir. ( 1769) IV. ill. tab. 367.

p. 128. fl. frauc. II. p. 529.

Gold in Ediiib, philos. Jourii. Ledeboiir fl. alt. II p. 98.

(1822) VI. p, 226. fl. ross. II. p. 928.

Gorter fl. iugr. p. 65. Lepechin lt. III. p. 52.73. 146.

Gronov. fl. virgiii. p. 48. 172.

Güldenstedt, St. I. p. 18. 28. Lightf. scot. p. 218.

292. 425; II. p. 416. Lindeinanu wik 31.

Hablitzl taiir. p. 165. Liiin. gen. pl. n. 551.

Hagen fl. Chlor, bor. p. 150. sp. pl. 567. (1762).

Hayue Arzneigew. IV. tab. 21. fl. läpp. 168.

22. 23. Lnce fl. osil. p. 136.

Höfl"t Cat. Knrsk p. 30. Lodd. bot. cat. tab. 1542.

Hooker, Will., Jackson fl. bor.- Mart. fl. moscj. p. 75.

am. II. p. 44. tab. 134—138. März, vicet. p. 30.

(1840). Matlh. Ic. p. 382.

fl. Lond. tab. 26. 10. 153. Meyer, C. A., ind. caiic. p. 116. 202. 207. Michx. fl. bor. -am. 2. ed. I. p.

et Arnott in Beech vov. p. 250. (1820).

116. 127. Moenih.method.p. 437. (1797).

Horncinanndansk oecon. Plante- Moretti notiz. in mem. I. p. 262.

laeru ed. 3. p. 463. Morison hist. p. 505. §. 12.

Host fl. austr. (1827)1. p.496. tab. 10.

Juudz fl. lithuau. p. 126. Mühlenberg cat. 44.

11

Niittall gen. am. I. p. 272. Schiiltes H. anstr. I. p. 630. (1818). Schumacher cu. pl. Saell. I.

Nylander spio. fl. fenii. I. n. 51. l^^-

Parole. Pojo ii. 274 etc. Seringe mus. helv. siist. 2.

Oeder (Hörnern.) fl. ilaii. 55, P- ^3-

110. 402. 1336. 1693. 1816. Schkuhr Handij. tab. 119.

1817. E. B. tab. 213. 517. Smith engl. bot. tab. 213. 307.

1945. 2543. ^l^- ^^^^' 23^3.

Pallas lt. 1. p. 179; II. p.l92; " ^' '"''• *^d. Schult. II. p.444.

|.y oiQ in Rees cycl. v. 28. n. 6.

Savi bot. etrusc. II. p. 234.

Petiv. mus. 622. Pluck. mant. p. 157. tab. 349. Poiret encycl. V. p. 741. Pollinius fl. veron. II. p. 11. Pursh fl. am. sept. ed. 2. I. p. 299. (1814).

(1815). Sowerby engl. bot. tab. 213.

146. Sprengel fl. Hai. p. 127. syst. II. p. 317.

Stephan Ü. mosq. n. 281.

Radius diss. de Pyr. et Chim. ^^ « tw tt r

•^ Sturm fl. D. Helt. 13.

(1821). c< j ,

^ ^ ateven in mem. d. 1. soc. d.

Reichenbach fl. exs. V. p. 415. ^^^^ u, p ^gj

Retzius pr. fl. Scand. p. 79. g^^^^,,^ f^^^j,,, ^ 139

Richardsou in Frankl I. Journ. g^^^^,,^^ g^^^i^ l^^, ,,^,, ^3^^^

ed. 2. app. p. 13. 55O,

Rivin ord. pl. HI. tab. 136— Swartz in act. holm. (1804) p.

138. 257. tab. 7; (1810) p. 190.

Roehling H. D. ed. 2. 11. p. 252. tab. 5.

Roth fl. D. 1. p. 181 ; II. p.462. Torrey fl. Uu. st. I. p. 432.

Rottboell in act.hafn.X. p 444. Tournef. inst, 132.

Rndbeck hört. p. 95. Trag. hist. p. 707.

Ruprecht fl. Samoj. cisurul. n. Trausact. of am. phil. Soc. at

126. n. 179. Philad. (1843) VII. p. 251.

Schleicher cat. Turczan. ca(. baik. 11, 748 etc.

12

Wahlenberg (1. lapp, p, 110. Willdenow sper. pl. II. p. 612. fl. casp. p. 114. Wirzen fenn. p. 35.

Weiiimaim fl. petrop. p. 44. rasau. ii. 335 etc.

Mit Absicht habe ich viele weuig bekannte Specialfloren, namentlich Norditaliens nnd Rnsslaiids, mit aufgeführt, da in ihnen hanptSiächÜch die Notizen über die geographische Verbreitung der einzelnen Arten zu finden sind.

Character snbordinis Pj/rolearnm,

Cahx rogniaris 5-Hdus vel partitns. Corolla regularis 5-petala, aestivatione quiiicunciali, in alabastro caljce non tecta, toro non incrassato inserla. Filamenta 10 loro inserta, petalis siibadhnerenlia , per paria ante petala sita, libera, aestivationc erecta , recta. Aniherae bilocnlares, loculis sulco laterali profuiido intordnm paene iternm bilocellatis ; aestiva- lione erectae, connectivo filamento contiguo, apice acntae, basi dilatatae, sed snb anthesi inlroflexae, ita nt apicibns dorsi fixe adiialae et hases ad apiceni spectantes appareant. Debisciint aniherae in poris 2, apice (aestivationc basi) mox tnbulis imposilis mox tnbniis deficientibns. Nectaria nnins spcciei 10. Ovarium angniato- globosuui , nmbilicatum, 5- lociilnre, loculis inullo-oiulalis. Stylus 1 porsistens filifor- mis. Stigma 5-papillatum vel 5-radiatum. Capsula nmbili- cata 5 -angularis, 5-locnlaris, calyce stjloqne persistentibus coronafa, lociiUcide dehiscens, valvis 5 non dissilientibns, medio septiferis. Spermophori brcviter stipitati, fnngosi, snlco loniiitndinali bipartiti , columnae centrali superne adnati. Se- mina perplurima (200 300 circa in lociilo) scobiformia, linearia, densissime basibns spermophoro insidentia; arillus magnus, reticnlatus, laxus, medio semen subsphaericnra succi- neum includens. Embryo in axi albuminis dense caruosi mi-

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nutissimns uinhilico ventrali proximiis, axi longiliidinali arilli transversus, ceiitripetiis.

Habitus: Suifrutices vel herbae pereiines, glaberrimae, sempervireiites , '/2 14-po]Iic;>res. Rhizoma apicibiis in- flcxis loiigissime repeus, horizontale, hinc inde sc dividens vel ramum snpra teriam niittons, plantain epigaeaiu formans. Piuicta iiodoriira rhizomatis radicibiis fibriliosis, sqnaina fo- liacea atqiie gemraula iiistnicta. Caulis 1 12 -aiiimus, her- baceiiSj subligneiis vol ligneiis, folia aiinonira 14 forens et squaraas 1 2 aniiorum. Folia exslipnlata, alterna (2/^) glabenima , coriacea, integra, petiolata, petiolo marcosceiilia (noii decidiia). lufloresccntia: raceimis, iimbella, coryrabus, flores gemini vel flos solitariiis, semper pediincnlo magno 1 5-squamalo, Flores bracteati, 4 10 lin. per diameirnra lati, interdnm odoriferi, albidi vel rosei

A u m. Iih sagte oben snffnitices vel herbae perennes. Mit Ausnahme der Thelaia uphijlla , deren ßiiithenstiel mit Stengel allherbstliob abstirbt, während das Pthizom aus- dauert, treiben alle Pyroleen Stengel, die überwintern, (wie schon die immergriinon Blätter beweisen), mehre Jahre treiben nnd auch Früchte bringen. Die Stengel sind bei mehren Arten [Chimaph.) holzig, bei anderen [Pj/rola, Jimelia , Thelaia) halbholzig, bei einer (Monesis) ganz kraulig. Sieht man nun nur auf die Textur des Sten- gels, so sind Viele herbae perennes. Sieht man aber mehr auf Art und Zeit des Wachsthums, so sind Alle, bis auf Monesis herab, suffruticuli, wenn man nicht die stammdauernden polykarpen Krautpflanzen mit einem eige- nen Namen benennen will.

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Geographische Verbreitung der Pj/roJeev. Alli' 20 Arten der Pyrolecn sind auf die nördliche Hemi- sphäre lieschränkt, welche sie in ihrer ganzen Breite be- decken; und zwar in Europa vom 71." (Hammerfest: minor) bis 40. <♦ (Olympus: sccvnda , chlorantha). In Asien vom 66.0 (Sinns Laurentii: grandißora) bis 27.» (Bootan: asari- folia). In Amerika vom 70 -— 76.« (Baffinslaud: hra- cteosa wahrscheinlich) bis 17." (Oaxara: anguslifoh'a). In Afrika wurde bis jetzt noch keine Art gefunden, obgleich es nicht unwahrscheinlich, dass der Pico de Teyde auf Te- neriffa oder das abyssinische Hochgebirge irgend eine enicährt. Alle Pyroleen lieben kaltes oder gemässigtes Klima, sie gehen darin fast ganz mit den Fichten; sie können nicht wärmeres, wohl aber kälteres Klima vertragen als diese und gehen auch weit nördlicher. Sie reichen zwar öfter in die Tropen, müs- sen sich aber da auf hohe Berge zurückziehen und können nur in der Fichtenregion leben. In der alten Welt bedecken die Pyroleen die Ebenen und Vorberge, bis etwa zum 45,», wonach sie sich mehr und mehr auf die Gebirge retiriren. In dem kälteren Amerika geschieht dies erst mit dem 38. bis 35.», und kommen in den Tropen nur auf Bergen über 5000 Fuss hoch vor. Die Verbreitung der einzelnen Arten ist fast immer gross, und eine Species (secnnda) reicht so- gar über den Polar- und Wendekreis, und geht zugleich von Westeuropa bis Ostamerika. Von den 20 Arten besitzt Eu- ropa 8, Asien 9, Amerika 17 (also alle Pyroleen, excl. me- dia, intermedia, rotundifotia). Weder Europa, noch Asien besitzen für sich eine eigenthüinliche Art, wohl aber Amerika 10 nur in Amerika vorkommende [occidentalis , aphylla, spathiilata, vUiptica, Sartorii , angustifolia, bracteosa, corymhosa, maculata, Menziesii). Europa mit Asien, die zusammen eigentlich streng wissenschaftlich geographisch nur

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einen WelKheil hilden , hcahon 3 eigenthüinJiche Arten {media, intermedia, rotundifolia). Gemeinscliafllich habru Europa und Asien 7 Arten; Asien und Amerika 6 Arten; Europa, Asien nnd Amerika 4 Arten {sccunda , minor, uni/lora, nmbellafa). Diese sind sonarh die verbreitetsten Arten. Alle Arten, die Europa mit Amerika gemein hat, besitzt auch Asien, mit einziger Ausnahme der chlorantha , die bis jetzt in Asien noch nicht gefunden wnrde. Sehr wahrscheinlich wird dieselbe in Asien doch noch gefunden, und haben als- dann die 3 Welttheile 5 Arten gemeinschaftlich, nnd zwar, was merkwürdig ist, ans jedem Genus eine Art. Der grösste Individuen- wie Artenreichthum der Pjroleen fällt in die west- liche Seite des nördlichen Nordamerika, in den Oregon- distrikt und das englische Westamerika.

Parasiten der Pyroleen. Ich fand nur drei parasitische Cryplogauien auf densel- ben, die Herr Prof. Dr. Ludw. Raben hörst zu Dresden die Güte halle mir zu bestimmen.

1. rredo Pyrolae Mart. mosq. 229. Siehe Rabenh. D.

Crjpt. I. p. 9. ~ Vrcdo polj/tnorpha s. Stranss 87.

Schmidt H. Kunze n. 169. Aecidium Pyrolae Schultz fl. St. 452. - Caeojita Pjjrolae Schldl. 122. Link sp. 15. Erysihe polymorpha ß. Wallr. 197.- ich fand dieselbe auf der untern ßlattüäche der lebenden Blatter von P. secunda, Th, occidentalis, Th. chlorantha, M. unijlora. Bei letz- terer Art waren die Häufchen am kleinsten und dichtesten, bei chlorantha am grössten und eutfernt( sten.

2. Bepaxea Pyrolae Ehrenb. sjlv. berol. 29. Siehe Rabenh. D. Crypt. 1. p. 136. - Ich fand diese Art auf den lebenden Blättern der Vh. umbellata, corymbosa und ma- ctilata.

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3. Bhytisiua Chiinaphilae Rabeiih. in litt. Es wurde nach Rabenhorst früher mit Rh. Andromedae vereinigt. Ich fand dieses auf Ch. vmhellata.

Feinde aus dem Thierreiche, etwa ans der Insektenwelt, habe ich noch keine bemerkt.

Nach Klotzsch in Berlin sollen die Pyroleen selbst Parasiten sein. So viel Mühe ich mir übrigens gah, dies bestcätigt zu sehen, so wollte mir dies noch nie gelingen. Da ich nicht weiss, wo Herr Klotzsch seine darauf bezüg- lichen Beobachtungen niederlegte, konnte ich seine eignen Worte darüber noch nicht lesen.

Chemische Bestandtheile der Pyroleen.

Der Wtirzclstock sämmilicher Pyroleen hat beim Kauen einen violenartigen Geschmack, der sich sogleich in einen bitterlieh -kratzenden und endlich einen stehend -brennenden verwandelt. Am stcärksten bei vnibcUata , unißora , chlo- ranfha. Der Stoff, der dies verursacht, ist nach ein.er Analyse des Hrn. Dr. Winkler zn Darmstadt: Cyclamin. Die genaueren Angaben der angestellten Analyse gingen lei- der verloren.

Die Blüller aller Pyroleen enthalten dem Geschmacke nach adstringirende Bestandtheile. Bei ehlorantha tritt ein bittrer Geschmack am entschiedensten hervor, hei mnbellata ein süsslicher, Zucker anzeigender, bei rotnndifoUa , sc- cunda, minor ein krautig-herber und bei uwßora ein scharf- brennender, abweichend von Allen, wohl auch Cyclamin an- zeigend.

Der Stengel hält dem Geschmack nach die Mitte zwi- schen Blatt und Rhizom.

Von ätherischen Oelen oder anderen flüchtigen Stoffen scheint nirgends eine Spur vorhanden zn sein, auch hat keine

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Pjrolc frisch oder trocken, gerieben oder ungerieben, einen stärkeren Gernch.

Nutzen der Pyroleen .

Dieser ist gering. Keine Art gewährt den Menschen eine Speise oder Hausthiereu ein Fntter. Alle Arten sind klein, und können weder als Brennmaterial, noch als Streu, noch zu einem technischen Zwecke verwendet werden. In der Me- dt'chi werden indess doch 2 Arten {iDuhcllata , corjjmbosa), obgleich spärlich, vielleicht zn spärlich, angewendet. Bis jetzt wurden dieselben nur als diuretica bei Hydropsieen ge- braucht. Ich halte dagegen einen ziemlich ausgedehnten Ge- brauch von den Blättern derselben als tonicum vesicae ge- macht, ganz insbesondere bei ennresis nocturna. Ich habe damit Viele geheilt, die an diesem Uebel litten. Es wirken die Blätter allerdings, namentlich Anfangs, diuretisch, so dass man den Thee nicht Abends spät darf trinken lassen, aber, wie gesagt, zugleich sehr stärkend anf die Blase und deren Nerven. Man sieht auch hier die pharraakodjnamische Aehnlichkeit mit der botanisch verwandten Arctostaphylos.

Eines weiteren Nutzens der umbcllata niuss ich noch erwähnen. Sie wird nämlich in Darnistadt und gewiss auch an anderen Orten im Winter, ihrer immergrünen, glänzenden, ledrigeu Blätter wegen, fast zu allen Blumenkränzen, Sträussen und grünen Verzierungen benutzt; auch oft im Sommer mit ihren rosafarbenen Blüthen zu denselben Zwecken.

Das Pulver des Rhizoms von vmbellata färbte nach ei- niger Zeit das Papier, worin es lag, leithaft rosenroth. Wahr- scheinlich enthält das Rhizom einen ähnlich sich verhaltenden FarbestofF, wie Indigo.

28t Bd. is lun. 2

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Gen. I. Pyrola m. Birngrün. Peargreen. Pyrole. Pjjrola Tournef. L. et oraii. auct. seq. ex parte.

Character gen. Calyx 5-fidus, ecallosus. Corollae pe- tala 5 obloiiga, concava, intus basi bituberculata, tubulatim coimiventia. Filameuta 10 erecta, setacea, basi subcom- pressa, leviter coucavo-eurvata, aequaliter ad stylum coud!- veiitia, exserta. Autherae 10 oblongae, non ventricosae, sulco laterali debili, apice poris 2 maguis loculis aequilatis de- hisceiites; tubulis deficientibus. Ovarium 5-aiiguIato -subglo- bosura basi iiectariis 10 triangularibus, squamiformibus. Sty- lus erectiis, rectiis, filiformis, petalis miilto longior et altitu- dinem ovarii multo superans. Stigma tabuliforme, stylo multo latius, papillis 5 ad raarginera positis, discretis. Capsula 5- cocca, coccis basi subcompressis, perdepressa, umbilicata , a basi sursum et ad apicem dehisceus , suturis pilis arachuoidcis counexis. Spermophora breviter stipitata, crassa, sulco longi- tudiualiter bipartita. Sem. embryo vid. char. subord.

Habitus. Snflfruticiilus pedalis; rhizoma longe repens; caulis ramosns, angulosus, squamis lierbaceis et foliis ovatis, acutis, serratis, subcoriaceis, glaberrimis; iiiflorescentia race- mus secuudusj flores luteo-viiides, iiectariferi, breviter pedi- cellati.

Patria. Europa septeutr. et media; Asia septentrioualis; America septentrioualis.

Anm, 1. Der Gruud, warum ich gerade der P. secunda deu Namen Pyrola gelassen habe, ist der, weil diese es ist, welche eine so auffallende Aehnlichkeit im Habitus mit jungen Birnbäumchen zeigt, dass danach der deutsche Name „Birn- kraut" und der lateinische ^^Pyrola^' (diminutivum von Pyrus) gebildet wurde, unter welchem Namen zuerst Tournef ort alle Arten der Pj/rolae zusammenfasste. Die Aehnlichkeit ist

so gross, dass ich in meinen Kiuderjahren mehre Jahre lang diese vermeintlichen Birnbcäiimohen ans dem Walde in iinsern Garten versetzte, wo sie aber nie einen zweiten Sommer er- lebten.

Aum. 2. Dnrch die Nectarien, den gänzlichen Mangel der Antherenröhren, die geschlossenen Blütheu und die vor- stehenden Antheren unterscheidet sich dies Genus von allen übrigen Pyroleen.

1. Pyrola secnnda L. Einseitsblülhiges Birngrün, Hanging Peargreen. Pyrole unilaterale,

Ambrosia montana Dalechamp hist. p, 1148. Pyrola folio mucronato serrato C. Bauhin Pin. 181. Morison hist. IH. 505. §. 12. tab. 10. f. 4. Raii syn. 363.

Tournef. inst. 256.

Pyrola folio mucronato, Rivin ord. pl. III. tab. 138. f. 2.

Erndt vir. Wars. p. 99.

Pj/rola secunda tenerior , Clus. hist. II. tab. 117. Pijrola minor ^ Rudb. cat. 35. Pyrola pyrifolia frutescensy Lind. Wiks. 31. Pyrola lloribus uuo versu sparsis, Linn. fl. läpp. 168. Pjjrola racemo nnilaterali, Grael. fl. sib. IV. 129. u. 17. tab. 56. f. 2. Linn. fl. suec. 332.

Pyrola secunda L. sp. pl. 567. Alliou. ped. II. p.91.

Besser en. p. 16. u. 491. Besser fl. galiz. 1. p. 273. Bieberst., M. a, fl. taur. cauc. I. p. 313; IH. p. 290. Bi- gel. fl. bostou. ed. 2. p. 174. Birol acon. I. p. 138. Bongard de veg. ins. Sitka p. 155. Cham, et Schldl. in Linn. I. p. 514. DC. pr. VII. p. 774. D. Don inWern. soc. V. p. 241. Eichw. Sk. p. 143. Falk Beitr. II. p. 176. Fellman ind. Kola n. 170. Fleisch, et Lind. fl. d. Ostseepr. p. 150. Ferber in Fischer Livl. Zus. p. 156.

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Fries fl. hall. I. p. 71. Georgi Beschr. des riiss. R. III. p 960. Gillb. fl. lith. V. p. 196. Gilib. exerc. phyt. I. p 325. Gorter fl. iugr. p. 65. Güldenst, it. I. p. 18. 4*25 II. p. 416. Habl. taur. p. 165. Hofft cat. Kursk, p.j30,

Hook. fl. bor. am. H. p. 45. Host fl. aiistr. I. p. 497 Jundz. fl. lith, p. 1*26. Kar. et Kiril. eii. pl. Soong. u. 540,

Kalm fl. fenn. n. 236. Koch syu. ed. 2. gerin. II. p 566. Lam. fl. fr. II. p. 529. Lara, et DC. fl. fr. III p. 684. Ledeb. fl alt. II. p. 98. Ledeb. fl. ross. II. p 930. Lepech. it. III. p. 52. 146. 172.- Lightf. scot.219

Luce fl. osil. p. 136. Mart. fl. niosq. p. 75. Marcz vicet. p. 30. Michx. fl. bor. am. I. p. 250. Nylauder Paroec. Pojo u. 274. Oeder fl. Dan. tab. 402. Pallas it. I. p. 179; III. p. 319. Poiret encjd. V. p. 742. Pol- liu. fl. veroii. II. p. 12. Piirsh fl. am. sept, ed. 2. 1. p.299.

Rad. diss. p. 12. Richardsou in Franklin Journ. ed. 2. app. p. 18. Schum. en. pl. Saell. II. p. 136. Seringe mus. helv. p. 40. Smith engl. bot. tab. 517. Stephan fl. mosq. n. 283. Sturm fl. D. Heft 13. Suffren. foroj. p. 139. Torrey fl. uu. st. I. p. 434. Turcz. cat. baik. p. 748. Wahlenb. fl. läpp. p. HO. Weinm. fl. petrop. p. 44. -— Wirczen casan. p. 336.

Diagnosis. Fol. ovata, adpresse-serrata; racemus se- cundus; squamae pedunculares herbaceae; calyx laciniis ob- lougis, obtusis.

Descriptio. Rhizoma longe repens, horizontale, album. Caulis subligneus, in(renieutum annorum 2 6 ostendens, fo- lia annorum 2 3 ferens, iuter folia hujus et prioris anui squamis pctiolaneis herbaceis, lanceolatis ovatis, acntis. Folia lamina subtiliter sed acute plicato-serrata, exacte ovata, mucronata, subcoriacea, bis terve longitudine petioli nou dilatati, linearis, canaliculati longiora. luflorescentia: racemi

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ecimtli plnres, hyeme antecedente in gemma inflor. inclusi, 6 17-flori; peduucuhis fiindo plnrirais, a raedio usqne ad apicem 2 4 sqiiarais herhaceis, aciitis, lanceolatis ova- tis, patiilis , iiou vaginaiitibiis; pcdicelli petalis breviores; bracteae lineares ovafae, pedicello panllo breviores di- midiiim corollae snperans. Caljx 5-fidus; laciniis oblongis, obdisis, petalis adpressis, vix */> longitudinis corollae cou- tiugens. Corolla oinnino connivens ; petala oblojiga, concava, liiteo - viridia, bis paeue longiora qnain lata, inferne et intus bitnbercnlata. Filamenta setacea, infra medinin coniprcssa, simplicia, erecta, aeqiialiter conniventia, vel infra stylum cur- vata. Autherae exsertae, oblongae, subraobiles, tubulis de- stitiitae, liiteo-albae, poris 2 exacte sursnm spectantibus, inagnis dehiseentes; maxinia latitiido antherariira in altitudine pororum; siilci laterales debiles. Ovarium basi nectariis 10, compressis, acutis, triangnlaribus, copiose niel secernenti- bns, filamenlis alternantibns, valliculis fnndo petalorum oppo- sitis. Stylus rectus, erectus vel fundo panlo supraflexns, filiformis, corollam antherasque superaus. Stigma abrupte tabnliforme, stylo raulto latius, papillis 5 ad marginem po- sitis. Capsula deprcssa, 5-cocca, coccis inferne subcora- pressis, profundo umbilicata, altitudo -/3 latitndinis, Stylus persistens, paullo 1/2 X latitndinis capsulae longior, pe- dicello paullo brevior panllo longior; spermophornra sulco longitudinali bipartitnm ; laciniae calycis horizoutaliter expan- sae, caualicnlafae; semina nucleo succineo, globoso.

Maasse.

Rhizoma bis 2" lang; caulis cum peduncnlo bis 13" hoch; davon canlis bis 7" und pednnc. bis 7'^; racemus bis 3"; folia cnm petiolis bis 2"; laniina fol. bis 16'" lang und bis 9"' breit; sqnamao pedunculi IV^ 2*/./^' lang und 1

2''' breit; pedioelli 1 2'/.^"''; petala 2'" und etwas län- ger; Stylus 2— 3 '/2'"; iiectaria Vs'"; Capsula 1 V2"' h"'*^ und 2'" breit.

Zeit der Bli'uhe und Fructißcation, In Mitteldeutschland auf Verbergen fängt die Blüthezcit zwischen dem 10. und 15. Juni an, ziemlich zugleich mit Th. chlorantha und u4. minor ^ etwa 3 Wochen nach M. uni- Jtora und 14 Tage vor Th. rotundifolia und 3 Wochen vor Ch. vmbcllata. Sie dauert etwa 4 Wochen und länger als bei den übrigen Pyroleen. Einzelne Exemplare blühen noch einmal im September, im Monate der Fruchtreife, was hier bei keiner andern Pyrolee Torkommt. Die Fruchtreife beginnt hier mit dem 1. September, also gut 14 Tage später, als die zugleich blühende A. minor,

Standort. P. sec. nimmt mit jeder Gebirgsart und, den sumpfigen ausgenommen, mit jedem Boden vorlieb, findet sich aber in Mitteldeutschland, besonders auf lettigen und steinigen Hügeln, immer im gedämpften Lichte der Waldungen, sowohl der Na- del- als Laub Waldungen, doch verträgt sie mehr Licht, als die meisten anderen Arten der Pyroleen.

Geographische Verbreitung. Die ganze nördliche Halbkugel der Erde vom 19. bis 70." der Breite. Sie hat unter allen Pyroleen die grösste Ver- breitung der Fläche und Individuenzahl nach. Je südli- cher in diesem Gebiete auf desto ansehnlichere Gebirge sich zurückziehend. In Europa, wie in Amerika eigentlich nur bis zum 40.° beobachtet, aber ganz vereinzelt vonGaleotti und Linden auf dem Orizaba 9500' hoch unter dem 19." aufge- funden.

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Europa: Pyrenaeis Hispanlae (h. Hook.), Gallia, Italia [in moiitibus Loiigob. sept. (Polliii. SnfFien.), raontibns Pedem. sept. (Allion. Birol.), Sabandia (h. Hook.)], Helvetia, Germa- nia, Belgia, ßritaunia, Dania, Norwegia, Snecia, Hungaria, terra Tiircica [thermae tiirkiuenses (hb. Hook.), Oljmpns mens (hb. Hook.)]; in Rossia, sernndiim Ledebour fl. ross., in Rossia arctica [territor. Kola (Fellin.), Lapponia (Fellin., Schreuk.)], in Rossia septentrioiiali [Ostrobothnia (Nyland.), Fenuia (Kalin , Nyl., Schrank.), in terra Samojedarum regione sylvatica (Schrenk.)] , in Rossia media [Petropoli (Gorter, Weinm.), a Petropoli usqiie ad montes Ural (Falk) , iusula Osilia (Luce), Livouia (Fleisch, et Lind.), Curouia (Ferber, Fleisch, et Lind.), Lithuania (Gilib. , Jundz. , Eichw.) , War- sowia (Erndt), Volhynia (Bess-, Eichw), Knrsk (Hofft.), Now- gorod (Güldenst.), Mosqua (Stephan, Mart.), Wologda et Wiätka (Lepech.), Kasan (Wirzen)] et in Rossia anstrali [Podolia (Besser), in Tanria (Habl.)].

Asia : In provinciis caiicasicis [Iberia (M. a Bieb.) , Ime- retia (Güldenst.), in snbalpinis Gnriae (Nordm.)], in omni Sibiria freqnentissima (J. G. Gmel.) [in Sibiria uralensi (Pall., Lep., Falk.), altaica (Falk, Ledeb.), in monte Alatau ad fln- meu Sarchan (Kar. et Kir.), baicalcnsi (Turcz.) et orientali inter Wiluisk et Jakutzk (Kruhse), Davnria (Tnrcz.)].

^j/ierica: in insula Sitka (Meriens, Eschsch.) ad si- num Eschscholtz ( Charaisso ) ad litora bor. occ. ad obser- vatory inlet, contra iusulam Charlotten (Sconler) ad ostia Columbiae fl. (Donglas), per Canadara nsque ad Mackenzie fl. (Richardson) a Newfonndlaud (Cormack , Brenton, mus. brit.) et Labrador (Morris, hb. Klenze) nsqne ad Rocky monn- tains (Drummond) a Canada nsqne ad New -Jersey (Pnrsh), Pensylvania (hb. Zeyh.), Mexico in Orizaba nioute, 9500' alt. (Galeotti et Lind, in hb. Hook.).

Ich beschrieb nach: [2 bliiheuden Exempl. von den spauischeu Pyrenäen, nämlieh vieilla rio negro; 1 Exempl. von Mont cenis; 6 von Savoyen; 1 von Norwegia boreali; 1 vom Olymp und 1 sehr kleinblättrigen Exemplare mit der Uebersehrift: thermae turki- nenses; 1 polar soes, Nordara.; 1 friictif. von Vancouver ins. V. Sfonler; 2 bear lake, mit sehr kurzen Pedicelleu, näm- lich von halber Corollenhöhe, wodurch die Bracteen sehr lang erscheinen und an einem Exemplare die halbe Corollenhohe überragen; 1 Rocky mount. in Oberoregon; 2 monströsen Exempl. von Rocky mount. mit unregelmässig zerfetzten und laug haarspilzigen Blättern nnd laug haarspitzigen Schup- pen; 4 von Boston; 1 vom Orizaba, 9500' hoch, von Ga- leotti, das 13" hoch ist; 1 ebenfalls vom Orizaba von Lin- den, (herb. Hook.)] [1 blühend. Exempl, von Newfound- land und 3 aufblühendeu von Newyork , alle mit breiten Blät- tern ( mus. brit.)]. [4 fructif. Exempl. von Bethlehem in Pcnsylvania (hb. Zeyheri)]. [1 blüh. Exempl. von Labrador (hb. Klenzei)]. Dann nach vielen Exemplaren Deutschlands verschiedener Herbarien.

Aura. Ledebour fl, rossica II. p. 931 sagt: „Formam pumilam, cujus meutionem facinnt cl. viri Chamisso et Schlech- tendal 1. c. e Sibiria altaica , baicalensi et orientali nee non ex America arctica ad siuura Eschscholtzii lectam possideo. Ulteriiis observanda, an forsau species sit distincta." Wer indess viele Exemplare aus Nord und Süd untersucht, wird bald sich von der Wandelbarkeit der Pflauzen überzeugen. Fast alle individuenreiche Pflanzen scheinen von der Natur keinen so engen Formenkreis erhalten zu haben. Alle Exem- plare, die ich sah, bilden sicher nur eine Art.

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Gen. II. Amelia ra. Ballgriin. Ballgrccn. Amelie. Pijrola Tournef. L. et omu. niirt. seq. ex parte.

Character gen. Calyx 5-fidiis, ecallosus. Corollae pe- tala 5, suborbiciilata, concava, glohoso-conniventin. Fila- ineuta 10 erecta, siibiilata, basi compressa , niisqiiam incras- sata, leviler eoncavo-ciirvata, aeqiialiter ad stylnni coiiiii- vputia , iucliisa. Antherae 10 iioii veiitrieosae, apice tubiilis brevibiis, poris oblique apertis dehisceutihus. Ovariiim 5- ajignlato-subglobosura, uertariis destitutiim. Stylus rectiis, erectiis vel decurvus, fiiiformis, dimidiain altitndiuem ovarii siiperans. Stigma tabuliforme, stjlo raiilto latius, papillis 5 ad margiiiem positis, discretis. Capsula 5-cocca, coccis basi rotuudatis, depressa, umbilicata , a basi sursiim et ad apicem dehiscens , sutiiiis pilis aracbnoideis coimexis. Sperinophorum sulco longitiidinali inferne bipartifiim.

Habitus. Herbae perenues, pedales, senipervirentes, glaberrimae. Rhizonia longe repens. Caulis angulosiis Sim- plex, foliis suborbiculatis, ohtnsis, leviter denticnlatis, venis siipra prominiilis, Inflorescentia raeomosa, floribus albidis v. roseis, subglobosis, breviter pedicellatis.

Patria. Europa, Asia et America Ijorealis et septen- trionalis. Creberrime in Enropa , rarins in America.

l. i%inelia minor m. (Pjjrola m. L.). Kleineres Ball- grün. Lesser Ballgreen. Amelie plus pclite.

Pi/rola floribus racemosis, dispersis, staminibns pistillis- qiie rectis, Gmel. fl. sib. IV. p. 128. n. 16. tab. 56, Linn, fl. gothl. 206. L. fl. suer. 331.

Pjjrola rolundifolia minor Erndt virid. warsaw. p. 99.

P^rola rotnndifolia Pallas Ind. taur. (ex M. a Bieb.).

Pijrola rosea Sm. engl. bot. tab. 2543. Radius diss. p. 18. tab. 2. Eithwald Skizze p. 143.

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Pj/vola conferta Fisch, bei Cham. ii. Schldl. in Linn. I. P 514,

Pj/rola minor Linn. sp. p. 567. C. Banhin hist. libr. 31. p. 535. Besser ennni. p. 16. 57. uo, 490. Besser fl. gal. I. p. 273.— Bieberst., M. a, fl. t. c. I. p. 312. III. p. 289. DC. pr. VII. p. 774. G. Don gen. syst. p. 864. D. Don mem. Wern. soc. V. p. 239. Eichw. Sk. p. 143. Eichw. casp. cauc. p. 28. Falk Beitr. II. p. 176. Fell- niann ind. Kola n. 171. Fellm. iud. läpp. n. 157. Fi- scher Livl. Zns. p. 117. Fleisch, u. Lindem. Fl. d. Ost- seepr. p. 150. Geori;i It. fl. baic. I. p. 214. Georgi Besohr. d. russ. R. III. p. 960. Gilib. fl. lithnan. V. p. 195. Gorter fl. ingr. p. 65. Hayne Arzeneig. IV. tab. 23. Höfl't Cat. Knrsk p. 30. Hook, et Arn. in Beech. voy. p. 116. Hook. fl. bor. am. 11. p. 45. Host fl. austr. 1. p. 497. Jundz fl. lith. p. 126. Kalra fl. fenn. p. 235. Ledeb. fl. alt. IL p. 99. Ledeb. fl. ross. II. p. 930. Le- pcch. lt. HL p. 172. Lnce fl. osil. p. 136. Mart. fl. niosq. p. 75. Nylauder paroec. Pojo n. 275. Oeder fl. dan. tab. 55. PoUin fl. verou. II. p. 12. Pursh fl. am. sept. 1. p. 299. Rad. diss. p. 15. tab. 1. Richardson in Franklin Journ. ed. 2. app. p. 18. Rivin mouogr. tab, 136. Scopoli carn. 484. Seringe m. helv. p. 36. Sm. eng. bot. tab. 158. Stephan fl. mosq. n. 282. Stnrni fl. D. Heft 13. Swartz Sv. bot. tab. 550. Torrey fl. nn. St. I. p. 434. Turcz. cat. baic. u. 749. Weinm. fl. petrop. p. 44.

Diagnosts. Calyx laciniis triangniaribns, acnminatis, aeque longis ac latis, Y3 altitudinis corollae contingens. An- therae ovatae, snbaeqne longae ac latae, poris latitndini an- therarum aeqne latis. Stylus ereetns ovario multo brevior. Stigma papillis 5 exacte ad margiuem positis.

2T

Descriptio. Rhizoma louge repens, horizontale, albiim. Caiilis foliatus, subligneiis, iurrementuin auiiornin 2 6 osteudens, sqnamis uoniiuliis pctiolaneis latls nieinbranaceis denticulatis, apice roiicronatis. Folia lamina varie orhiciilata elliptica, leviter creuiilato-serrata , ad petiolum brcviter (^/g) deeurrente , plerunique lougitiidiue petioli , iiouuiiinqam triplo longior, etiara sesqni brcvior, membraiiacea, Pediiu- ciilus solilarius, bis arapliiis altitndinem folionim superans, squama iiua lineari, non vagiiianle. Racemiis deiisus, 8 17-florns, hyerae aiUecedeute in gemina conclnsiis. Fiores peudiili. Pcdicelli breviores vel ejusdem longitudinis ac florcs. Bracteae lineares, acuiuinatae , pedicellis aequilongae lou- giores, flaccidae , meinbraiiaceae. Calyx 5-fidus, laciniis triaiigularibus, acuiniuatis, aeque longis ac latis, '/3 altitiidi- nis corollae coutingens. Petala globoso-couniveutia, siiborbi- cnlata , concava alba vel rosea. Filamenla subulata, com- pressa , fuiido subdilatata, eiocta, aequaliter conniveutia. An- therac incinsae, ovatae, siibaeque loiigae ac latae, basi raii- cronatae , siilco laterali debili , qua de causa lociila deorsinn vix biloceliata, autherae fiilvae, poris 2 dehisceiiles maximae latitiidiui aiithor. aeque latis, oblique intus apertis, ita ut la- tus exterior tubuli brevis altior quam iuterior. Stylus rectus, ereetns, iuclusus, perbrevis. Stigma tabuliforme stylo impo- situm et eodem multo latius, papillis 5 exacte ad margiuem positis. Capsula depressa 5-cocca, coccis iiifenie non com- pressis, umbilicata; urabilicus dimidio altitndinis capsulae; altitudo capsulae fere ^J^ latitudinis; Stylus persistens, altitu- dine capsulae brevior. Calycis laciuiae reflexae, acumina- tae , breves. Semiua nucleo succineo.

Maassc.

Caulis cum pedunculo bis 1'; davon caulis 3", podiincu- lus 9"; folium cum petiolo bis 3Va"j lamina bis 3" lang und

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bis fast 1%' 'Jie't; racemiis bis 2"; pedicelli nie Icänger als 2'"; floros kaum 2''' hoch; Stylus nie länger als V^'; vom Kelchgrund bis Narbenspitze 2'"; squamae pedunc. 3 41/0"' hoch und kaum 1'" breit.

Zeit der B/üthe und Fructißcation.

In Mittel -Deutschland etwa vom 10. bis 30. Juni und änger. Fast zugleich mit P. secunda und Th, chlorantha, etwa 3 Wochen nach 31. nnißora und 3 Wochen vor Ch, vinhellatü' Die Fruchtreife beginnt hier um die Mitte des August.

Standort.

Liebt Laubwald mehr als Nadelbolz. Wenn es auch ziem- lich Licht vcrtrtägt, Wtächst es dennoch nie ausserhalb des Waldes. Kommt übrigens in jedem Boden und jeder Gebirgs- art fort, meidet aber stärkere Feuchtigkeit.

Geographische Verbreifung. Europa mit Ausnahme der südlichsten niedrigen Spitzen; die nördliche Hälfte von Asien und Nordamerika.

Europa: in Islandia (hb. Hook.), Suecia nsque ad Ham- mcrfest (hb. Hook.), Britauia , Belgia, Gallia [in Pjreuaeis (Rad. DC.)], Italia [montib. Longob. (SufFren), Sardinia (Al- lion.) montes ligurici (Bertol.)], Germania, Helvetia, Dania, sec. Ledeb. in Rossia arctica [territor. Kola (Fcllm.), Lap- pouia (Fellm., Schreuk)], in Rossia septentrionali [Ostroboth- iiia (Nyl.), Fennia (Kalm, Nyl., Schrk.), terra Samojedarum regione sylvatica (Schrenk)], in Rossia media [Petropoli (Gorter, Weinm.) a Petropoli usqiie ad mont. Ural (Falk), ins. Osilia (Luce), Livonia, Curonia (Fl. et Lind.), Lithnania (Gilib., Jundz., Eichw.), Warsawia (Erndt), Volhynia (Besser, Eichw.j hb. Hook,), Kursk (Hofft.), Mosqua (Steph. , Mart.)

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Wologda (Lepech.), Kasan (Korniioh-Trotzky)], in Rossia australi [Podolia (Besser), in Tauria (Fall., Biberst.)].

^sia : provinciis cancasicis [iu monte Bechtan (Biberst.), Kachetia et Somchetia (Eichw.)j , iu Sibiria uraleusi (J. G. Gmel,, Falk.), altaic.i (Ginol., Falk, Ledeb.), baicaleusi (Gm., Georgi, Turcz.) et orientali (Gm.) iuque Davuria (Turcz.), Kamtschatka (Beech., Escli., hb. Hook, et Zeyh.).

uämerica : insuJis rossieis (Boss.) e. i. Unalaschka (Cham.), observatory iiilet ad lilora bor. occ. (Sioula, hb. Hook. , mus. brit.), regiones steriles ab 64. <> lat. usque ad oceanum pacificum (Richards., hb. Hook.), in sylvis Rocky mouut. (Drummoud), Cauada (Percival, hb. Hook., Pursh), Labrador (Morrison, Pursh, mus. brit.), Newfouudland (raus, brit.), Groenlaud (hb. Hook.), in reg. occid. Newyork rario- res (Pursh), Pennsylvania (Rad.),

Ich beschrieb : Nach vielen Exemplaren Deutschlands (dabei auch von Rügen), nach [2 fructif. Exempl. von Nordamerika, 1 blüh. V. Kamtschatka (hb. Zeyh.)], nach [6 von Schottland; 1 von Irland; 2 von Hammerfest; 1 von Mont Cenis; 1 von VoJ- hynien; 1 von Sibirien; 6 von Kamtschatka, 1 von der Nord- westküste von Nortlanierika, 2 von der arktischen Seeküste Nordam. ; 2 von Cauada; l von Grönland (hb. Hook.)] [2 von der Nordwestküste von Nordamerika; 1 von Newfouud- land; 2 von Labrador (mus. brit.)].

Anm. Diese Art zeichnet sich durch die Kleinheit der Blüthe vor allen übrigen Pyroleen aus. Smith in seiner engl. bot. 1814 wollte zuerst aus sninoi' 2 Arten bilden, die rosea und minor ^ und Radius, der diese 2 Arten annahm, sagt: „P_i/i'. rosea differt a P. minori: habitu firmiori et omnium partium maguitudiuc. Coroliis campaniilato-globosis,

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majoribus, apice contractis non patnlis ; petalis latioribns, ob- tnsioribus, siibcoriaceis. Calyciuis laciniis latioribns non acu- rainatis, minus profuudis, Raccmo laxiori , pediccilis bracteis longioribus, magis nntantibus. Pedunculo rigidiori, eviden- tius quadrangnlo, fusco. Foliis obtusioribus, obtiisins crena- tis." Ich aher kann nicht einmal 2 Varietäten annehmen, weil die angegebenen Merkmale auf das Verschiedenste ge- mischt vorkommen. So z. B. hat mein grösstes Exemplar mit der lockersten Traube, die kleinsten weissesten Blüthen und die schmälsten Kelchzipfel. Man müsste vielmehr mehr als 10 Varietäten aufstellen, womit übrigens der Wissenschaft nicht gedient wäre. Ledebour führt noch eine var. mi- nor von Unalaschka auf, racerao plerumque magis conferto (P. conferta Fisch.). An dem von mir untersuchten Kamt- schatka - Exemplare konnte ich keine Art begründende Unter- schiede auffinden.

2. Aiuelia media m. {Pyrola m. Sw.) MittJeres Ball- grün» — Middlesized Ballgreen. Amelie mediocre.

Pyrola Raii syn. 363.

Pyrola folii obtuso Rivin. t. 138.

Pyrola rotundifolia Oeder fl. dan. tab. 110. Blackw. t. 594. Huds. angl. p. 175. Lightf. Scot. 1. p. 218. With. brit. I. p. 4C0. Schnm. 11. Saell. p. 135. n. 378.

Pyrola minor var. 1. Gmel. fl. sib. vol. IV. p. 128. tab. 66.

Pyrola media Swartz in act. holm. 1804. p. 257. tab. 7. DC. prodr. VII. p. 774. D. Don mem. Wern. soc. V. p. 238. G. Don gen. syst. p. 3. tab. 864. Fries fl. hal. p. 71. n. 400. Host 11. auslr. I. p. 496. C. A. Meyer lud. eauc. p. 116. Nylander paroec. Pojo n. 275. Ny- lander spie. pl. fenn. I. n. 51. Rad. diss. p. 21. tab. 3.

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Smith engl. bot. tab. 1945. Weinm. fl. petrop. p. 44. Wirzen Casau. u. 335,

Diagnosis. Calyx laciniis exacte triai)gularibns, iion acutninatis, Ys ^/2 X lougioribus ac latis , dimidium altitii- dinis corollae contiugontibus. Autherae oblongae, multo lon- giores ac latae, poris latitudiue antherarnra angustioribus. Stylus in fundo deciiuatus , ovario longior. Stigma papillis 5 juxta margiuem positis.

Descriptio. Rhizoma longe repens. Caulis foliatus, snb- lignens , iucrementum auuorum 2 4 ferens, squamis non- nullis latis, vagiuautibus, integerrimis, apice mucronatis. Folia lamina plerumque elliptico-orbiciilata, rarius ovato-or- biculata v. jSuborbiciilata, sed uuuquara Yj longiore ac lata, sublime et adpresse crenato-serrata, toriacea, petiolo % de- curreute, plerumque petiolo aequilouga, sed tarnen paullo longiore vel breviore. Pedunculus solitarius ter quaterve foliis lougior, squamis 1 4, lineari-lanceolatis, non vagiuantibus. Racemus laxus 6 15-florus, Acribus pendnlis , globoso- campanulatis, albido-roseis; pedicelli floribus breviores, bra- cteae pediceilos aequantes vel paullo longiores r. breviores, lanceolatae, laxae, membranaceae. Calyx ö-fidus, laciniis triangularibus, non acuminatis, Ys Va X latitudiue lougio- ribus, dimidium corollae contingentibus, acutis, subrigidis, raarginibus rectis v. vix concavis. Corolla petalis oblongis Vsi latitudinis lougioribus. Filaraenta subulata, com- pressa, fundo subdilatata, erecta, aequaliter conniventia. Au- therae inclusae, oblongae, flavae, basi mucronatae, multo longiores ac latae, suico laterali perprofuudo, qua de causa deorsum 4-locellatae videantnr, poris 2 dehiscentes, qui lati- tudiue autherarum angustiores, oblique intus apertae, duoruni tubulorum brunneorura et breviuni apice. Stylus rectus imo fundo deorsum flexus, apice paullo iucrassatus, altitudiui

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corollae aeqiius v, parum loiigior. Stigma tabiiliforme, slylo mnlto latiiis, papillis 5 uou coujiiuctis sed iiou exacte ad marginem positis. Capsula eidem ^. minoris siiuilis, sed stjliis persistens altitudiiie capsulae lougioiv, umbilicum louge suppraiis. Lat'iniae caljcis adpressae dimidinio capsulae

tangentes.

Maass e.

Caulis cum pedunculo his 10"; davon caulis 1 2", peduuculus, bis 10"; foliuui cum petiolo bis SYa''» lamiua folii bis 2" lang und 1%" breit; racemus bis %^/^i'; pedi- celli 2 21/2'''; flores 3'" hoch ; Stylus 2— 3"'; squaraae peduuc. 3—41/3'" hoch und kaum \"' breit.

Blnthezeit.

Die zweite Hälfte des Juni und die erste des Juli. Standort.

Diesen hat sie ganz mit A. minor gemein , mnss aber mehr Kälte lieben, da dieselbe in Mittel-Deutschland nur noch auf höheren Bergen wächst.

Geographische Verbreitung.

Mittleres und nördliches Europa nnd Asien, Nirgends häufig, doch noch am häufigsten in Schweden und Gross- britannien.

Europa: in Suecia (Sw. , Rad., bb. Hook.) usque ad Hammerfest (hb. Hook.) , Anglia [boreali et Scotia copiosis- sime (Sm., Rad., Don, Hook.), Hebrideu (hb. Hook.)], Ger- mania [Mecklenburgia apud Lipen, Hassia apud Allendorf, Saxonia, Tburingia, Bohemia, Silesia, Bavaria apud Kreuth, Badenia sup., Tirolia, Styria (Koch), apud Kaiserlautern, in mont. Sudetis et Siebengebirg didis (uiihi)], Gallia [in Alsa- tia inter Sulzmatt et Guelv (Koch)], Helvetia apud Rügis- berg (Koch), in Rossia (sec. Ledeb.) septentrionali fFennia (Nyl.)] et media [Petropoli (Weinm.), ins. Osilia (Meyer et

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Biini^e), Livonia, Kasan (Wirzen)] versus fl. Kuban*) (C. A. Meyer).

Asia: in snbalpinis Giiriae (Norrlm.), in Siliiria ad Ka- men fl. et Snrgesti (J. G. Gmel.) , in Dahiiria (DC).

Ich beschrieb «ach 9 blüh. n. 1 friictific. Exempl. Deutschlands, davon 3 von Kaiscrslantern , 2 von Halbcrstadt, 2 von Schlesien, 1 V. Unterharz, 1 v. Siebengebirg bei Bonn; dann n.ich [8 Ex. V. Schottland, 2 v. den Hebriden, 1 v. Drontheini, 2 v. Ham- merfest, 1 V. Schweden von Swartz eingesandt (hb. Hook.)], 1 von Swartz in miis. brit.i

Gen. HI. Thelaia ra. Bogcngrün. Cvrvcdgreen,

Thelaie. P^rola Tournef. L. et oran. auct. seq. ex parte. Chat acter gen. Calyx 5-fidu9 vel partitns, ecallosus. Corollae petala 5 orbicnlata v. oblonga, concava, campanu- lato-conniventia. Filamenta 10 siibulata, basi percoiupressa V. filiforraia, nnsqnam incrassata, omnia sursum et supra Sty- lum cnrvata, petalis l»reviora. Antherae 10 oMongae non ventricosae, apice tubnlorum brevinm poris parvis dehiscentes. Ovariuin 5-augulato-snbglobosnra , uectariis destitntiim. Sty- Ins in ima basi decnrvus et apicem versus sursum curvatus, filiformis, petalis brevior vel longior scd aititudinem ovarii longe superans. Stigma vcrrncifornie, 5-radialniu, stylo raiilto angustius, papillis 5 concretis constans, stylo abrupte- trun- cato suppositum. Capsula 5-cocca, coccis basi rotuudatis, subdcpressa, umbilicata , a basi sursum et ad apicem dehiscens, suturis pilis arachnoideis conucxis.

*) Als Grenze Eiiropa's von Asien nehme ich nämlich Ural-üebirg imd Fluss und die Wasserscheide des Caucasiis.

!8r Bd. Is Heft. 3

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Habitus. Herbae pereimcs, subpedales, seinpervireiites, glaberriraae. Rhizoma longo repeiis. Canlis angulosns, sira- plex, foliis orbicnlatis lanceolatis vel nnllis, plerumqne adpresse denticulatis scd interdiim integerrimis vel deiitatis, veuis supra proiniuiilis. Infloreseenlia raceraosa, floribiis cer- nnis, campauulatis, breviter pedicellatis, lacteis, roseis, ru- bris V. luteo -viridibus.

Patria. Europa atqne Asia borealis el septeutrionalis. America aGroeulaudia iisqiie ad Mexico. Specimiua et species copiosissime in America septentriouali.

Dispositio analytica spccierum Thclaiarum. la. Bracteae pedicelluin yaginantes; filamenla a basi usque ad apicem filiformia; laciniae calycinae semi -oblongae apice late rotiindatae; tubuli antherarum recti, cylindrici, poris inagnis, orbicnlatis, sursuni spectantibns; Stylus aeqnilatus, apice annulo promiunlo: occidentalis. 1 b, Bracteae non vaginantes; filamenta basi dilatala; laciniae calycinae acutae; tubiili antherarum conici, paulo extror- sum curvati , poris parvis oblique interne apertis; Stylus snrsum incrassatus. 2a. Squamae pedunculares pedunculo aequilatae vel angn- stiorcs, nunquara amplexicaules ; laciniae calycinae lati- tudine breviores usque ad ^4 longiores. 3 a. Folia (squamae petiolaneae) nunquam 5'" longiora et 11/./" latiora ; laciniae calycinae ovato- trianguläres, latitudine */^ longiores: aphtjlla. 3 b. Folia varie orbiculata, coriacea, snbtus et supra viri- dia, petiolis rnbris; laciniae calycinae aequilateri- trian- guläres, non acumiuatae, acutiusculae: chlorantha. 3 c. Folia spathulata vel cuneato-lanceolata vel cuneato- ovata, subtus bruuuea, supra viridia, saepius albido

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maculata, percoriacca, petiolis viridibns; laciniac ealv- cinae aequilateri- trianguläres, marginihns leviler con- vexis, acutis, iion acnminatis: spatJivlata. 3d. Folia elliptira vel ovalia, apiciilata, membraiMcea, ubiqiie cum petiolis laete viridia; laciniae calvrinan ven- tricoso- trianguläres, latitudini aequilongae vel paulo bre- viores, peracntae, breviter acuminatae: elliptica. %h. Sqnamae peduuculares evolutao peduncnio niulto (inter- dnm excepta: Th, asarifolia) latiores, aniplexicaules; laciniac calycinae i/^ 2plo longiores ac latae. 3a. Folia varie angusta; pori antherarnm ainygdaliformes (plantae raexican.). 4a. Folia exacte ovato -lanceolata; squamae pednnculares abrupte -acuminatae; bracloae lineari-lanoeolatae ; la- cin. calyc. exacte ovatae , peracuminatae, duplo fere longiores ac latae; Stylus apice oblique trunoatus: Sartorii. 4 b. Folia lanceolato ovato - elliptica ; squamae pedunc. aequaliter acuminatae; braiteae triangulariter- ovatae, lacin. calyc. subtriangulares, margiuibus a fundo ad api- cera leviter couvexis, acntae, non acuminatae, duplo longiores ac latae; Stylus apice recto truncatus: angu- stifolia. 3 b. Folia varie orbiculata; pori antherarnm snborbiculati (plant, non mexic). 4a. Calycis laciniae longitudine styli; pctala orbiculata; antherac pallide-snlphureae , (folia subtus rubra, supra aureo-viridia) : grandijiora. 4 b. Calycis laciniae longitudine styli multo breviores ; pe- tala oblouga ; antherae brunneo-snlphureae. 5 a. Folia subtus brunnea; squamae pednnculares per- magnae, diamotro corollae saepius longiores; laciniae

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crtlyciiiae */« Va X lougiores ao Jntae, fere aeqiii-

latero - triaugulares : bracteo^a. 5li. Folia subtiis viridia; squamae pediinculares semper

diametro corollae breviorcs; laciniac ealyciuae ^l^

2 X 'ougiores ac latae, marginibus evidenter con-

cavis vel couvexis. 6a. Laciuiae ealyciuae lauceolatae, ad medium iisque aequilatae, iiide 'mediocriler convexae, acnlae, vix 1 X lougiores quam latae; Stylus corollae aeqni- loügus; diameter corollae rubicuudae, 7*/2 ^"^' asarifolia. 6b. Laciuiae ealyciuae triaugulari- lauceolatae, fnndo usqne ad apicem margiulbus obiter couvexae, acu- tae, abuude 1 2plo lougiores ac latae; Stylus co- lolla lougior; diameter corollae albidae vel pur- puraseeutis 6 6 ^/a'" : rolundi folia. 6c. Laciuiae calyc. spathulato- lauceolatae, ad medium nsque aequilatae, iude paulo latiores et couyexae, obtusiusculae , semel lougiores ac latae; Stylus co- rollae aequilougus; diameter corollae 5 6'": in- termedia.

Subgeu. A. Kadia m. Filameuta a fuudo usque ad apicem filiformia, authcrarum tubuli perbreves, rceti, cyliudrici, poris magnis sursum spectautibns; Stylus aequilatus, apice aunulo

prominulo.

1. Ttielaia oceidentalis m. {Pj/rola o. R. Br.). TFest-

liches Bogengrün. Occidental Curvedgreen. Thelaie

occidentale.

Pijrola occidentalis R. Br. mscr. in hb. Bauks. ex:

- - D. Dou iu mem. Wer», soc. V. p. 232.

- - Ilook. fl. bor. am, II. p. 44. 50.

3T

Dfagnosis. Folia laniina vnrie - orliionlata, mcmhrnna- cea ; sqiianiae pedniiculaies amplexioaiiles; liracleac Iniioco- lato-ovatae basiu podicellornm vaginantos; ealyx partituris spmi-obloiigis, apicc Jäte rotnndatis, aeqiie loiigis ac latis vel paullo loiigioribiisj autherae tiibiilis rectis, brevibiis , poris magnis orbiculatis.

Descrfptio. Rhlzoma longe rcpoiis. Caiilis siiiiplex, fo- liatiis, brevis , iiicieineutiiiii aiuioniin 2 5 osteiulens, squa- mis latis, vaginantibiis, rigidis, soariosis. Folia lamiiia ex- acte- vol elliptico- orbiciilata , inembranacea, integcrrima, tIx creuulata, lougitiidiiie petioli linearis vcl paulo brcviore (iilrin- qiie viridi: Don). Pedniiciilns solitarius, squamis 2 3 latis, araplexicanlibus,»rigidis, soariosis, allitndine corollae longio- ribus, diametro corollae brevioribns, niarginibus involntis. Raceinns 3 5-florns, laxns ; I)rncteae anguste-ovatae lanceolatae, acutiiisciilae, basin pedicelli cernui vaginantes, rigidae, pedicelli longitiidine diniidiiim altilndinis caljcis contiiigentcs. Calvx 5- partitus ; partitnris semi -oblongis aeqiie longis ac latis panlo longiorilnis, apiee late rotnndatis, sublime eroso-deiiticnlatis , circiter '/g altitndinem corollae attingentibns, rigidis, adpressis. Corolla laxe campannlata, expausa fere, albida, petalis rhombeo -orbiculatis, subniigni- culatis. Filamenta omnia snrsnni et snpra ovarium curvata, filiformia, basi non dilatata , petalis breviora, pallida. Au- therae oblongae, unicolores , basi snbspinulatae, snlco laterali profundo a basi iisque ad apicem, locelHs 2 interioribiis basi longioribus; tubuli antherarnm perhreves, recti , poris 2 raa- gnis, recte sursnm spectantibns, vix manifeste oblique intus iuclinautibns , orbiculatis. Stylus in tertia parte basis deor- snra, in tertia parte apicali prorsus cnrvatus, tenuissimus, corolla miilto brevior, sursnm uon incrassatns. Stigma pa-

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pillifonne, papillis 5 coiijunctis constans, auniilo prominulo stylo latiore irapositum.

Maa sse. Caulis ciira pcduuculo 4 '/2 '^" 5 davon canlis 1", pe- diiuculiis cum racemo 4 ß'/a» racemus 1 ^l'/a'^j ^^lia cum peliolis 7 20'''; lamina 7 9'" lang u. 6 9'" breit; squamae pedunculi 3'" lang und aufgerollt 1 */« 2'" breit ; bracteae •2'" lang, 8/4"' breit; pedicelli 1 1/2 2"' l«'iMS; dia- metros calycis 2 2i/,"'; laciuiae calycinae Yg 1'" laug und breit; diam. corollae 5 '/2 6"'; petalum bis 2'" hoch ; Stylus genau 2'" lang.

Zc/i d^r Blüthe und Standort ist nirgends angegeben.

Geographische Verbreitung,

Bis jetzt nur an der Nordwestküste von Nordamerika ge- funden. SIedge insula (Wilson) usque ad Kotzebue Sund (hb. Zeyh.).

Ich beschrieb nach 1 vollständigen aber fast abgeblühten Exemplar des Zeyher'schen Herbars von Kotzebiiesuud, Nach 1 sechs- blüth. Exemplar von Beechey in hb. Hook. Nach 3 blüh. Ex. in mus. brit. von Wilson auf SIedge Island gesammelt,

Anm. 1. Don sagt: petioli pagiuara foliorum d/^/j/o ex- cedentes und pistilium petalis multo longius; was mir unbe- greiflich ist, da ich die von ihm untersuchten Exemplare sah und wie oben beschrieben fand.

A n m. 2. Diese Art steht in den Thelaia's isolirt. Sie zeigt durch den Bau der Narbe Verwandtschaft mit ^. tnedia^ sowie durch die Antheren und Filamente mit Pj/r. secnnda, und möchte daher als Bindeglied zu obigen Gen. an die Spitze der Thelaia zu stellen sein, wenn man nicht ein eigenes Gen. daraus bilden will.

Siibgeii. B. Eathelaia m. Filnmcnta basi dilatata; tnbiili

antherariim couici, curvati, poris parvis, oblique interne aper-

tisj Stylus siirsum incrassatiis, annulo destitiitiis.

Trib. a. Anguste-sqiiamatae. Squamae pediinculares

tarn latae vel angustiores quam peduuciilus; Jaciniae caljcjnae

lalitndiue breviores 1/4 longiores.

2. Tltelaia aphylla in. (Pj/rola a. Sm.) Blattloses Bogengrün, Leaßess Cuvvedgreen. Thelaic sans

feuilles,

Pyrola apJiylla Smith in Rees encycl. vol. 28.

D. Don in Wern. soc. V. p. 237. Hook. fl. bor. am. 11. p. 48. tab. 137.

Di'agnosis. Folia (squamae petiolaneae) cum petiolis ad summum 5'" longa, 1 ^/o'^' lata, cnueato-lanceolata , coria- cea, acuta, viridia; peduuciilns squamis angustis; caljx laci- niis ovato-triangularibus, acutis, paulo '/4 Ifititndine lon- gioribus; Stylus corolla lougior.

Descriptio. Rhizoma longe repeus, pereuue, incremen- tum annorum eoraplurium ostendens. Caulis siraplex, soniper annnus, microphyllus, angulosus. Folia (squamae petiola- neae) numerosa, cuueato-lanceolata, perparva, petiolata, al- terna , herbaceo -viridia , acuta, coriacea , inlegerrima. Pe- duuculus squamis 2~ 3 lauceolatis. Racemus 8 23-florus, snbsecundus; pedicellis cernuis, petalo brevioribus; bracteac ovato-lanceolatae, longe acumiuatae , pedicellum aequan- tes vel paulo lougiorcs. Calycis laciniae ovato- triangu- läres, acutae, breviter acnminatae, aeque lougae ac latae 1/4 longiores, coriaceae, adpressae, '/3 1/.^ altiludinis co- rollae contiugens. Corolla campanulata, petalis lacteis, sub- orbiculatis, coucavis. Filaraenta adscciidenlia, plana, in basi dilatata. Antherae maguae, loiigitudine dimidii ßlamcnti, au-

giistae, siileo laterali profimdo, tiibulis mediocritor loiigis, extrorsum curvatis, poris parvis oblique interne apertis. Sty- lus corollara superaus , forma Th. rotundifoliae. Stigma verruciforme, papillis 5 elougatis. Capsula forma Th, chlo- ranthae , sed durior et profuudius umbilicata.

Maasse. Caulis cum pe^uuculo bis 14 1/2''; caulis 1 i/.j 3''; pe- dunculus bis 12"; davon racemus bis 7". Foüa cum petio- lis bis 5"' laug und 1 V2'" breit. Bracteac bis 3'" laug und die untersten 1'" breit. Pedicelli meist 2 '/2'"- Diam. co- rollae 6'". Calycis laciuiae 1 ^/2"' lang. Stylus 3'". An- therae 1 V2'". Capsula 3'" breit und 1 »/2'" hoch.

Blüthezeit ist nirgends angegeben.

Standort: In dunklen, schattigen Fichtenwäldern (Dougl.).

Geographische ^Verbreitung.

Nordwestküste von Nordamerika.^ In spceie: Cap Men- docino usque ad Puget Sound, sed non in iis locis, qui plus quam 100 milliaria anglica a mari distaut (Douglas), Fort Vancouver ad flum. Oregon, insula Nutka (Scouler).

Ich beschrieb

nach 3 Exemplaren von Douglas in hb. Hook. , davon 1 in alabastris. Nach 5 Exompl. des iirit. Museums, 4 in Blüthe, 1 in Frucht.

Anm. 1. Was von den früheren Autoren als squamac beschrieben wurde , möchte mit grösserem Rechte als kleine Bl.ätter anzusehen sein, da sie, wie Blätter, krautig -grün und mit Blattstielen versehen sind. Immer bleibt diese indess eine sehr interessante Art, wegen der nahen Verwandtscbaft der blattlosen Mouotropaceen mit den Pyrolaceen.

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Anm. 2. Hook er giebt diese Pflanze als aiimia an. An den Exemplaren des luilischeu Mnsenms konnte ich alter sehr deutlich meine Jahrestriebe am Rhizome wahrnehmen, wie dies bei allen Pjroleeu der Fall ist; allein den Stengel fand ich immer nur einjcährig mit einem Bliithenstiel. Der ganze Stamm mit Blühenstiel stirbt allherbstlich ginzlich ab, während das Rbizom beständig flach unter lockrer Erde oder im Moose fortkriecht. Also ist die Pflanze ebenso wenig an- nua, als TrUicum repens. Am nächsten verwandt ist die Pflanze ofl'enbar der chlorantha.

3. Thelaia chlorantha m. [Pijrola cJil, Sw.). Grün-

blüthiges Bogeng-riin. Greenßowered Curvedgreen.

Thelaie a ßeurs vcrds.

Pj/rola folio obtuso Rivin ad. pl. III. Erndt virid. warsaw. p. 99.

Pijrola rotundifolia Sturm D. fl. Heft 13.

Pyrola convolula Bart, prodr. fl. philad. p. 50.

Pjjrola media Hayne Arzeneigew. IV. p. 22. (non Sw.).

Pj/rola asurifolia Rad. diss. p. 23. tab. 4. (non Michx.).

Pj/rola virens Schweigg et Körte fl. erlang, add. p. 154. Seringe mus. helv. p. 35. tab. 3. Mart. fl. mosq. p. 75.

Pyrola chlorantha Swartz in act. holra. 1810. p. 190. tab. 5. Bart. fl. philad. p. 202. Besser enum. p. 45. n. 1404. ~- DC. prodr. VII. p. 773.— D. Don in Wern. 'soc. tab. V. p. 433. Eichwald Skizze p. 143. Fleisch, et Lindem, fl. d. Ostseepr. p. 149. Fries fl. halland. p. 70.. Hooker fl. bor. am. II. p. 46. tab. 134. Koch syn. ed. 2. germ. II. p. 565. Ledeb. fl. ross. II. p. 929. Lodd. bot. cat. tab. 1542. Nntt. gen. am. I. p. 273. Relchenb. fl. exe. I. p. 415, Richards, in Frankl. first Jonrn. ed. 2. app. p. 13. Weium. fl. petrop. p. 44.

Diagnosis. Folia lamina vaiie orbioulata , coriacea, ob- scure-viridi , petiolo rubro ; pediinculiis squamis perparvis lii)eari -seiacois, latiludiiie peduiiciili miilto aiigustioribiis, alti- tiidine rorollae brevioribiis ; bracteac setaceae; calyx laciuiis aeqiiilatero- triaiigiilaribus, subaciitis , iion aciimiiiatis, roargi- iiibiis rcctis vcl vix couvexis; styhis corolla loiigior.

Descriptio. Rhizoina loiige repeus, receiis roseura, sic- catiim brunneum. Caiilis pcrbrevis, foliatns, iiicremeutis aii- iiuis ad sumiiniin diiobus, squamis uounuUis spalhiilato-seta- ceis, herbaccis, brevibus. Folia 1/7 V-i aJtitiidinem pcdiiii- ciili acqiiantes, lamina suborbiculata, mox exacte- niox ovato- vel elliptico -orbiciilata , saepiiisqiie apice retiisa, coriacea, obscnre - viridi, plcnimque pcrspicuc crenata , sed etiam iute- gcrriraa, plermuqiie petioliim rubrum aeqnaute, tamen etiam duplo excedeiite duplo breviore. Peduncnli 1 4, squa- mis 1—3 parvis, anguslis,, liueari-setaceis , herbaceis, rigi- dis, semper altitudiiie corollae vel pedicellornra brevioribiis et pedunculo augustioribus. Racemns 2 8-florus, laxus, jara autumno '/.j" longitudiue et hyeme sine perula iiec iu gem- mara inclusus; bracteae setaceae, rigidae, pedicellis semper breviores. Calyx 5-partitns, partituris aequilatero-triaugu- laribus, acutiuscnlis, iion acurainatis, i/g '/4 altitndiuera corollae aeqnaiitibus, adpressis, rigidis. Corolla campauulata, petalis liiteo -viridibus, oblougis, coucavis, '/2 X loiigioribns ac latis. Filamenta sursnm et snpra ovarium curvata, com- prcssa , in basi panlo dilatata. Antherae oblongae, basi mncro- nnlata, suicis latoralibus profnndis a snmmo ad imum^ tubnlis brevibus, conicis, panlo retro torsis, poris oblique introrsum apertis, parvis- Stylus basi deorsura, apicera versus sursnm curvatus, panlo iucrassatus, corollam raulto excedens. Stigma verruciformc, papillis 5 conjunctis, latitudine styli sublougius sed augustius. Capsula uutans 5-cocca, coccis basi rotun-

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dalis sed perprominulis, Capsula profunde umbilicata, ita ut profunditas uinbiliii dimidiiim altitudiuis, altitiido ^a ^/^latitu- diuis aeqiiet. Calycis partitiirae capsulae adpressae sunt. Sty- lus persisteus latitudinem capsulae acquans vel paulo loiigior. Sperraophorum in loculo 1, altitudine basis styli coluuiuae centrali affixum, spongiosum, superno bicrurale; valvularum suturae pilis arachnoideis contextae; seinina iiucleo succineo.

Maas sc.

Caulis c. pedunctilo 6 10" ; caulis meist sehr kurz, aber auch bis 1". Folia cum petiolis bis 2''; lamina meist 5 ll"', aber auch bis 16'" laug und 4 14"' breit. Squa- mae peduuculi fast immer 2'" lang u. i/^"' breit. Racemns 1 2"; pedicellus 2 3'"; diam. calycis 2'", laciniae 'i/^'" breit und lang. Diam. corollae 5 6'"; petalae 2^^ 3"' laug, lV2-*2'" Jjreit. Stylus 3 31/2'". Capsula 3'" breit, 2" hoch.

Blüthezeit.

In Mittel -Deutschland von der Mitte des Juni bis in die ersten Tage des Juli. Einige Tage vor secunda und minor sich öffnend. Selten im September Einige noch blühend.

Standort. Liebt vorzugsweise trockene, saudige oder lehmige Nadel- wälder. Nie fand ich sie in reinen Laubwäldern. Verlangt auch mehr Schatten.

Geographische Verbreitung.

Fast ganz Europa, das südlichste ausgenommen, dann das nördliche Nordamerika. In Asien bis jetzt noch nicht nachgewiesen, ob ich gleich an seinem Vorkommen daselbst nicht zweifele.

Europa: in Suecia (Svv., hb. Hook.), Norwegia (hb. Hook.), Britauia, Gallia in Pyrenaeis (Ziz.), Germania, Hei-

volia, Itali.i lioro.jli (hb. Zevh.), terra Tnrcica ad inonlem Olympuin (hb. Hook.), in Rossia (seo. Ledeb.) septeiitrionali [Femiia (Tciigsiröm)] et media [Petropoli (Weiiiin.), ins. Osi- lia (Mejer et Bunge), Livoiiia, Cnronia (Fleisch, et Lind.), Lilhiiania (Eicliw.), Warsawia (Erndt), Volhruia (Besser), Mosqiia (Marl.), Kasau (Korniuh-Trolzky)].

America: ad laciim Winipeg (Doiigl.) usqiie ad Saskat- scliawan fl. et Rocky moiint. et lacnm Bear (Dninira., Richards.), Cauada snperior (Pursh), Newf'oundJand (Brenton), Labrador (Morrison, hb. Klenze), Peiisylvania (hb. Zeyh.), Boston et Albany nrb. (hb. Hook,).

Ich beschrieb nach vielen Exemplaren Deutschlands. [2 von Schwe- den, 2 von Italien, 1 von Nordamerika, 1 anderes sechstrau- biges von Rcading in Ponsylvanien (hb. Zeyh.)J. [2 vom Olymp, 1 von Schweden, 2 von Norwegen (Christiania), 1 von Boston, 2 von Albany, 2 von Rocky mounl. von Drum- n)ond und 1 von Richardson (hb. Hook.)]. [l von Labra- dor, 2 von America (hb. Klenze) j.

Aura. 1. Durch das eigene Verhalten des Blüthenstandes, der ohne in eine Bliitheustaudsknospe eingeschlossen zu sein, den ganzen Winter steht und schon im Herbste '/^ Zoll und mehr lang ist, zeichnet sich diese Art vor allen übrigen Py- Toleeu und durch die braunrotheu Blattstiele und seine Viel- stenglichkcit vor allen Thelaien aus.

A n m. 2. Wenn D. Don sagt „petioli pngiua folioruin duplo longiores", so niuss er wenig Exemplare verglichen ha- ben. Siehe die Beschreibunj?.

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4. Thelaia spathiilata in. (Pjjrola picfa et denlaia Sm.).

Spateliges Bogengrün. Spattleleaved Cjurvedgrecn.

Thelaie spatJitilee.

P^rola picta Smith iu Rees cycl. vol. '28. üC. prodr. VII. p. 7/3. G. Dou gen. syst. III. 864. Hook. fl. bor. am. II. 47.

Pyrola dentata Smith in Rees ryol. v. 28. ii. 6. DC. prodr. VII. p. 773. D.Doii mcm. Soo. V. p. 235. G. Dou geu. syst. III. p. 864.

Diagnosf's. Folia lamiua spathulata vel cnneato-lan- ceolata v. ciineato-ovata, roriarissima, siihtiis nihioiiiida, sii- pra viriHi saepiiis all>ido- iiotata ; pednnciiliis sqnainis lancpo- lato-subulatis, pednncnlo angnstioribns •, bracfeae liiieari- subiilatae; calyx laciniis fere aeqiiilatcro- triangularihus, acii- tis, 11011 aruraiuatis, marginibiis vix convexis; Stylus corollae loiigitiidiiie.

Descriptio. Rhizoina repoiis. Caiilis hrt'vis, iii("r( men- tnm aiinonim 2 3 ostendens, foliatiis, sqtiamatus. Sqiiamae caiilis ovatae louge et acute acnminatae (iuterdum 0). Folio- rum lamina plus miuusve spathulata \el cuueato-lauceolata, vel cuneato-ovata , coriacissima, iutegerrima vcl crenulato- dentata vel adpresso- dentata (8 11 deutes in iitroque latere, iiuuquam sie mauit'esti ut Hook er deliueat,), subtiis rubi- cunda, supra concolore- viridis vel albido-uotata secundiim venas, paulo pefiolo decurrens, petiolus ^/3 '/2 longitudiuis lamiuae, itaque semper lamina multo brevior. Pedniiculus squama nua vel uulla lineari-snbuiata, non amplexicauli et pedunrulo angnstiore. Racemus 10 16-florus, laxus, bra- cteis anguste-liueari -subniatis, laciniis calycinis multo angn- stioribns, pedicello aeqnilongis vel brevioribus; pedicelli cor- uni, altitudini corollae aequilongi. Calyx 5-fidns, laciuiis

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aequilafero-triaiigiilaribus, iiiterdiim paulo lougioribus <nc latis, anitis, adpressis, circiter '/3 •'^'l'f"''>"'s corollae contingentibiis, margiilibiis paulo couvexis. Corollae petala obloiiga. Fila- iiMMita et antherae sicut Th. rotnndifoliae. Stylus corollain aequaus, fiindo deorsuin et iude iu arcum sursuni curvatus. Stigma styli latitudiue longius. Capsula laciniis falyciuis ad- pressis, acutis, in basi inagis aperta, rapsulae Th. rotnndi- foliae similis, sed minor atque durior.

Maasse. Canlis cum pedunculo 6 9^'; pediinculns cum racerao 5 7"; racemus 2 3". Folia cum petiolis 1 2'/'/'; pc- tiolus 4 10'", lamina 1 2" laug und 4 11"' breit. Squamae peduuculi nie länger als 3"'j pedicelli 2 3'". Diam. corollae 5"'. Antherae 1 Va'"- Stylus 3 4'". Capsula 2V2'" '^rcit, 1'/./" hoch.

Blüthezeit und Standort nirgends angegeben.

Vaterlatid. Nordwestküste von Nordamerika. In specie: Nutka in- sula (Menzies), ad Columbiam fl. (hb. Hook.).

Ich beschrieb nach [2 Exempl. von der Nordwestkiiste Amerika's von Menzies; 2 als dentata und 1 als picta vom Columbia fl., (alle 5 im hb. Hook.)]. [3 blüh. Exempl. als picta von Nutka durch Menzies und 4 blüh. Exempl. mit 1 Frucht- stengol vom vorigen Jahre als dentata von Nutka durch Men- zies (alle 7 im brit. Mus.) ].

A n m. Die Exemplare im brit. Museum sind die Original- exemplare des Hrn. Smith. Die Zersplitterung dieser Art in 2 liisst sich aber durch kein einziges standhaftes Merkmal rechtfertigen. Von den 3 als picta bestimmten Exemplaren waren 2 deutlich nach dem Laufe der Nerven weisslich ge-

4T

zeichnet, das dritte nicht; die 4 als dentafa bezeichneten hat- ten gerade noch ganzraudigere Blätter, als die pictae. In allen sonstigen Merkmalen stimmten sie völlig überein. Am meisten fällt bei dieser Art sogleich das Spatelige und Lede- rige auf, wonach ich ihren Namen wählte, da ich mich durch- aus nicht entschllessen konnte, sie unter einem der alten Na- men zu beschreiben. Weder picfa wäre passend , da gran- dißora anch oft gezeichnete Blätter hat, und viele Blätter der spathulata es nicht sind; noch dentata, da ich mehr Blätter ganzrandig , als gezähnt fand. Th. chlorantha und elliptica sind die nächsten Verwandten.

5. Thelaia elliptica m. [Ptjrola e. Niitt.) Elliptisches

Bogcngrün, Ovalleaved Curvedgrcen. Thcluie

elliptique.

Pj/rola reticulata Rafin. pl. exs.

Ptfrola rotundifolia Michx. am. I, p. 251.

Pyrola elliptica Nutt. gen. I. p. 273. Bart. fl. phi- lad. I. p. 402. DC. prodr. \'ll. p. 773. D. Don in VVern. soc. t. V. p. 233. Hook. fl. bor. am. II. p. 46. tab. 135. Rad. diss. p. 31. tab. 5. Torr. fl. Un. st. I. p. 433.

Diagnosis. Foliorum lamina elliptica, apice fundoque rotnndata, apice mucronulata, membranacea; pedunculus squa- mis angusto-lanceolatis vel crasso-setaceis, herbaceis, pe- dnnculo aequilatis vel angustioribus; bracteae lineari-seta- ceae, latitudine filamentorum; calyx laciniis ventricoso- aequi- latero- triangularibus, aeque longis ac latis vel brevioribus, perbreviter acuniinatis, Stylus corollae aequilongus vel paulo excedens.

Descriptio. Rhizoma longe repens. Caulis brevis, sqna- matus, foliatus, incremejituni annorum 2 3 ferens. Sqiiamae caulinae nonnullae latissimae, pctalis latiores, brevcs, mem-

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branaccao, obtiisae sod mucrouulalae. Folia circiter di- inidinm podiinciili cum raoonio neqiiantia, ]ainina ovali Tel elliptica (raro ovata Don), riiucronnlata , persublime plieato- seniilata , rariiis siibiiilegerrima, membranacea, liicida, petiolo paulo docnrreute, petiolnm diiplo excedeute vel paulo taiitiirn brcviorc. Pediinculus solitarius, squama iinlla vel 1 vel 2, laiiceolato- subulatis rrasso-siibtilatis, rigidis, herbaceis, diametro coroliae breviorihns, pediinnilo aequilatis vel aiigii- stioribiis. Raceimis laxiis' 6 14-llonis; pedicelli loiigitii- dine dimidiae altitudiiiis coroliae; brarteae linear! -siibnlatne, pedicello paulo minores paulo lougiores, apicem calycis uoii oonliugeutes, laxae , vix filameiitis aequilalae. Calyx laciniis vontricoso -aequilatero -triaugnlaribus vel potius bre- viter-ovatis, breviter-acnininatis, '/4 altitudinis coroliae con- tingentibns , niarginibus inferne couvexis snperue concavis. Corolla magna (odora Nntt.) patulo-campaniilata, alba, pe- talis obovato-oblongis , dnplo fere longioribus quam latis, concavis. Filamenfa subulata , fundo dilatata, sursum et su- pra stvium et ovariiim curvata. Antherae f'usco-flavae, ob- longae, basi mnlica, snlco latcrali profundo a basi usque ad apicem, locelli 2 anteriores atque 2 posteriores aequilongi, tnbiili breves, ferrugiuoi , aliquantum ixtrorsum curvati, poris parvis, snliorbicnlatis , oblique introrsiim apertis. Stylus co- roUam aeqiians vel panio longior basi deorsnm inde leniter sursHui ciirvatns, crassus, sursum iucrassatus. Stigma ver- ruciforme, latitudine styli brevius.

jMaiis se. Piauta epigaea 4 11"; caulis 1 1 '/2"? pedunc. cum racemo 7 10"; ra<emus '/.^ ä"* Folia cum petiolis 1 3>/2''j lamina 11 —30'" laug und 7 22"' breit. Squamae caulinae 2 5"' lang, 1 "/2 ^Va""' breit; squamae pedun- culi 3 4'" laug und noch uicht T" breit. Pedicelli 1*/«

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2'"; diani. cnlycis 2"'; lan'niae kaum 1'" lireit und lang. Diametros corollae 6— 7"'; pptala 3--3Va'" lang, 1\2 2'" breit. Stylus 3 4'".

Biüthezeä: im Jniii (Nnttall.).

Standort iu Wäldern , wie die Uebrigen (Nutt.).

Geographische Verbreitung.

Die nördliche Hälfte von Nordamerika. In specie; litora bor. occid. (hb. Hook.) Saskatscbawau fluni. (Richards., Drnmm.) nsque per Cauadam (Percival, Pursh, hl». Hook.), Newyork (hb. Hook,), Newjersey (Nutt., hb. Hook.), Peusyl- vania (hb. Zeyh.).

Ich beschrieb nach [3 blüh. Exempl. von der Nord Westküste ; 2 von Saskatschawan; 2 von Canada; 2 von Albanij 1 v. Newjer- sey; 5 von America (hb. Hook.)]. [2 von Amer. septeutr, ; 1 von Ohio (miis. brit.)]. [3 von Bethlehem in Pensylv. H. 2 durch die ganze Kleinheit, die schmäleren, stärker ge- zähnten, nicht durchscheinenden, fast loderigen, spitzeren Blät- ter auffallende Exemplare, ohne Angabe des Standortes (in hb. Zeyh.)]. Letztere Exemplare hatte ich für dentata ge- halten, bis ich die Aechte in England sah. Sie sind sicher nur eine magere oder Bergform.

Trib. b. hat e-s quania tue. Squamae peduncnlares evo- lutae semper pednncnlo mnlto latiores; laciniae calycinae ^P'® latitudiuis longiores. An in. Die Arten dieser Tribus werden von vielen An- toren sammt nnd sonders zu Th. rolundifolia gezogen, aber bestimmt mit Unrecht. Gerade ein sorgfältiges Studium nnd das Vergleichen einer sehr grossen Zahl von Exemplaren lehrt das Gegenfheii; obgleich die nahe Verwandtschaft aller dieser

28r Bd. Is lieft. 4

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Arten niclit zu läiigiien ist. Allein zweifelhaft ist mir noch die Artselbständigkeit der Tli. intermedia.

6. Thelaia Sartorii m. (u. sp.) Surtorius- Bogen- grün. Sar/orius-Curvcdgree/i. Thelaie de Sartorius. Diagnosis. Folia lamina exacte lanceolato -ovata, acuta, coriacea; pednnculns sqnamis inagnis, coriaceis, rigidis, ara- plexicaiili-vaginantibus, truncato-acuminalis; bracteae lineari- lanceolatae; oalyx partitiiris exacte -ovatis, acurainatis, acu- tis, lateribiis perconvexis; antherae rotuudifolii'foimes sed po- ris aiuygdaliformibns; Stylus coroUara aequaus in apicc oblique truncatus; Stigma perbreve, obliqunro.

Descriptio, Rhizonia longe repens, subligneuni. Canlis perbrevis, foliatus, in fundo sqnamis nonnnllis magnis, lauceo- latis, aiutis. Folia lamina exacte lanceolato-ovata, acuta, inte- gerrima, in margine nodulis parvis, coriacea, petiolum duplo excedente, non decnrrente. Pednncnlus in fundo squamis 2 4 et superne 2 latis, rigidis, scariosis, amplexicaulibus, vagi- nantibus, apice raucronatis, diametro corollae brevioribus, latitu- dini laciniarnm caljcinarum latioribus, latitndini petaloruui angu- stioribiis; squamae fundi aeqnaliter acnminatae sunt, superio- res truncato-acuminatae. Racemus brevis (4-florus); pedicelli longitndine laciniarnm calycinarum, bracteae liueari-lanceolatae pedicellis longiores , sed altitudinem laciniarnm calycinarum non contingcntes , subrigidae. Calyx 5-partitus ad fundum usque fere; partitnris exacte -ovatis, basi angustioribus, inde per- convexis, apice acuminatis, acutissimis, dimidium corollae abunde aequans, vix dnplo longioribus ac latis, adpressis, ri- gidis. Corolla campanulata, rosea, petalis obovato-oblongis, concavis , paullulnm longioribus ac latis. Filamenta omnia supra stylnni et ovarium cnrvata, subulata. Antherae longae, lateribus comprcssae, basi nuiticae, loculamentis 2 exteriori-

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biis paullo brevioribns; tiibnli extrorsiiin ciirvati, poris amv»- daliformilms oblique iiitrorsiiin apertis. Stylus lenitor deorsum inde prorsiis ciirvatiis, superne iiicrassatiis, corollam aeqiians. Stigma valde plaimra et breve, stylo oblique Irnncato impo- sitnm.

M aa s se.

Das eine untersuchte Exemplar maass : Planta epigaea 41^"; caulis V4"' squamae caiilinae 4 5'" lang, 1'" breit; squamae fundo ped. 3 31/2'" ''^"S'j *2'" breit; squa- mae med. ped. 4^/./" Inig, 1 Va"' ^ife'it. Rareraus 7'"; pe- dicelli 1%'". Bracteae 2 21/2"'- Diam. ralvcis 3»//''; laciniae caljcis 1^/4'" lang, 1'" breit. Diam. corollae 6'"; petala 3"' lang, 2'" breit. Anthorae 1'"; slyhis 2%'".

Blüthezeit. Das blühende Exemplar war im September gesammelt, höchst wahrscheinlich ist dies aber die zweite Blüthezeit nud dio erste zu Ende Mai. Wie ja auch hier secunda und chlorantJia sehr oft im September zum zweiten Mal blühen.

Standort'. Fichtenwaldnngeu (Sartorius).

Vaterland : Die Gebirge von Mexico in eiuer Höhe von 9 10000', also in der Fiehteuregiou. Das beschriebene Exemplar wurde auf dem Pic de Orizaba vel CitlallepetI ge- sammelt, wo diese Art häufig ist. (Sartorius).

Ich beschrieb uur nach 1 Exemplare.

Anm. Diese Art ist durch die Blattform, die abgestutz- ten squamae pcdnnculi, die Kelchzipfelform und die schief abgestutzte, sehr flache Narbe vor allen Thelaia's auszeich- net. Die mandelförmigen AntherenöfFuiingen hat sie nur mit der folgenden Art gemein. Am meisten Skrupel machte mir die schief aligestntzte Narbe, weil sie darin eine Ausnahme von allen Pyroleen macht. Es ist immerhin möglich, dass

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das hpschiiel)cne Exemplar zufällig im Trocknen schiefe Nar- ben bekam, da ich sie indess, so oft ich sie iiutersuchte, nicht anders linden konnte, ranss ich sie auch so einstweilen beschreiben.

7. Thelaia aiigusfifolia ni. (n. sp.). Schmalblättriges

Bogengnin. - Narrowleaved Cnriedgreen. Thelaie ä

feuilles etroitcs.

Diagnosis. Folia lamina lanreolato-elliptioa, subcoria- cea, obtusiuscnia, snbtns et supra viride; pedunculns squamis raagnis, aefpialiter acuminatis, scariosis, rigidis, raginanti- bus; bracteae laxae, triangulari- oratae; calyx laciniis sub triangularibus, a fnndo ad apicem panlo convexis, dnplo lon- gioribns ac latis; antherae poris amygdaliforraibus; stjlus corolla brevlor; stigraa perbreve, rectum.

Descriptio. Rhizoma rcpens, Caulis brevis foHatus et squamatus, ^quamis amplexicaulibus, ovato-lanceolatis, acu- tis , scariosis. Folia lamina laineolato-elliptica raro ovato- elliptiea, snbmembrauacea , rrennlata, petiolum duplo vel plus excedente, paiilulum deciirrente , apice obtusinsculo. Pedun- culns squamis 2 nmplcxicaulibus, vagiuanlibiis, acutis, rigidis, scariosis, lanceolatis; pedicelli breves, in longitudinem laciniis calycinis breviores; racemus 5 16-äorns-, bracteae laxae, tri- angulariter ovatae, acntne, pedicellis longiores, calycis alti- tudine breviores {Th, rotnndi folia: laliores). Calyris lacin. aequieniraliter- trianguläres, aeutae, a fuudo ad apicem paulo convexae, duplo longiores ac latae , plus quam dimidium co- rollae contingentes. Corolla campauulata, albida, petalis ob- longo-orbiculalis. Filameuta subulata, eompressa, basi paulo dilatata. Antherae forma Th. rotundifoliae sed poris amyg- daliformibus. Stylus corolla lirevior, fnndo leniter deorsnm lüde sursnm flexus. Stigma latiludiue styli brevius, stylo recte truueato impositum.

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Maasse.

Piauta epigaea bis 11"; caiilis davon nur i/.j". Folia v. petiolis ^Va— 3''; petioli 8— 15"'; laininal9- 23'" lang, 10 12'" breit. Sqnamae pediinr. 6 8"' lang und aufgerollt 2"' breit; racemus 5-florus S'/a'' 5 pi'dicelli l^/^"'. Calyeis la' iniae 2'" lang, 1"' breit. Diam. corollae SVa"'- Stylus 3"'.

Blülhezeit und Standort unbekannt.

Die höelisteii Berge Mexico's. In specie : Pic de Orizaba 9,500' (Linden, Galeotti), Oaxaea (Galeotti).

Ich beschrieb uaeh [1 Ex. von Mexico, legit Hartweg; 1 vonOaxaoa, legit Ga- leotti (mus. brit.) ; 1 von Orizaba monle, legit Linden 9500' hoch ; 1 von Orizaba monte 9500' hoch, legit Galeotti (hb. Hook.)].

Anin. Diese Pflanze ist nahe der vorhergehenden, noch näher der folgenden verwandt. Von Th. asarifolia unter- scheidet sie das immer dünnere und schmälere Blatt, die drei- eckigen, von unten bis oben sehr schwach convexraudigen, längeren Kelchzipfel, kürzeren Pedicelle und namentlich die nicht runden, sondern mandoll'örmigen Anthcrenporen. Von Sartor ii, mit der sie die schmalen Blätter und die mandel- förmigen Autherenporen , sowie das Vaterland gemein hat, un- terscheiden sie viel wichtigere Merkmale, die mir nicht ge- statteten, sie mit ihr zu vereinigen. 1) ist die ganze Pflanze viel grösser nnd schlanker. 2) Die Blätter dünner, immer zum Elliptischen, nicht Eiförmigen neigend, oben stumpflich, unten in den Blattstiel versch?nälert. 3) Die stpiamae pedunc. sind nicht abgestutzt- zugespitzt, sondern glcichmässig ver- schmälert. 4) Die Bracteen sind, trotz der grösseren Schlank- heit der Pflanze, nicht lineal- lanzettlich, wie bei Sartorii, sondern dreieckig- eiförmig. 5) Die Corolle ist grösser. 6) Die Kelchzipfel sind fast dreieckig, unten nicht bauchig erwei-

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teil. 7) Die Narbe ist grösser und auf dem gerade abgestutz- ten Griffel.

8. Thelaia asarifolta in. {Pijrola as. ex p, Miihx,).

Hasehvuvzblättriges Bogengrün. Hazelwort - Icaved

Cvrvedgreen, Thelaie a fettUles d^isaret.

Pijrola rolundifolia ß, nummulär ia Mühlb. Cat. 44.

- - ß. asarifolia Hook. il. bor, am. II. p. 46. Ledeb. fl. ross. II. p. 928.

Pyrola chlorantha Nutt. gen. 1. p. 273.

Pyrola obovala Berto\. misc. bot. HI. (18il.) p. 11. t.2.

Pyrola asarifolia Michx. il. bor. am. 1. p. 251. Big. fl. best. ed. 2. p. 173. - DC. prodr. VII. p. 773. Cham, et Sobldl. in Linn. I. p. 514. D. Don in wern. soc. tr. V. p. 230. Lara, encycl. V. p. 743. Persoon syn. I. p.483. Poiret eur. V. p. 743. Pursh fl. am. sept. I. p. 299.— Torr. (1. un. st. I. p. 433.

Diagnosis. Folia lamiiia varie- orbicnlata v. obovata, obtusa, eoriacea, concolore; pedunc. squamis scariosis , »'igi- dis, at'ulis, vaginantibus; braeteae lanceolatae, membranaceae, laxae; ealyciuis laciniis lanceolatis, acnlis, dimidio basali siibaeqnilatis, inde couvexe aciiminatis, vix duplo longioribns ac latis; antherae poris siiborbiculatis; Stylus corollam aeqnans.

Descriptio. Rbizoma longe repens. Caiilis angulosus, brevis, incremeutum annorum 2 3 l'erens, squamis latis, membranaceo- scariosis, vaginantibus. Folia laniina varie or- bicnlata, interdum obovata, obtusa v. retusa, coriatea, inte- gorriraa, vix creunlata, subdecnrrente, longitndine petioli vel paulo longiore. Peduuculns squamis 1 2, amploxicaulibns, sabvaginantibns , rigidis, scariosis, diametro corollae mnlto (Ys) brevioribus, altitndiue corollae dimidio angustioribus ; racemus laxus 11 17-florusj pedicelli altitndiue petalorum

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breviores; bracteae lanceolatae, inembranaoeae, laxae, pedi- celio paiilo loagiores sed altitudincm corollae iion coiitingeu- tes, inferiores vix latitiidiue dimidia petaloruin. Caljx laciuiis lanceolatis, non rigidis, aciitis, dimidio basal! siibaequilatis, iiide convexis et breviter aciiminatis, vix duplo lougioribiis ac latis, dimidium corollae circitor contingeiitibus ('/3 Berfol.), in dimidio altitndine 1/3 latitndinis petaloruin. Corolla laxe campaniilata, rubicunda (albida Bert.) petalis obovatis, ^/a X latitudiue longioribns. Filamenta subiilata, dimidium basale latius, compressa, omnia sursum et supra ovarium turvata. Antherae ferrngineae, basi mucronulo instructae, sulcis late- ralibus profundis a basi usqne ad apicem, loiellis 4 aeqni- longis ; tubnlis brevibus, extrorsum (Mirvatis, introrsnm obli- que apertis. Stylus corollae aequilongus in basi deorsum inde sursura cnrvatus. Stigma latiludine styli brevius.

Maasse. Planta epigaea 6 öVa''» davon caulis '/2"- Folia cum petiolis 2 33/4"; lamina 12—21''' lang, 12 21'" breit. Pedicelli gut 2 3 5'". Diam. corollae 71/2 8'"; altitudo cor. 3'". Calycis laciniae 1 1/^ 2'" laug, ^/^'" breit. Stylus 3 3V.i'"' (''" Zeyher'srhen Herbar ist 1 nicht blüh. Exemplar von Penusylvauien, nach allem Ansehen zu dieser Art gehörig, mit ungeheuren Blättern. Grösste Blatt- fläche 32'" lang, 28"' breit.)

Ulüthezeit und Standort nirgends angegeben.

Geographische Verbreitung.

Nordasien von Bootan und Irkutzk an bis Canada und Penusylvanien.j

Asia. Bootan (hb. Hook.), Irkutzk (hb. Hook.), Japan (hb. Klenze).

Avierica. Saskatsrhawau fl. (hb. Hook.), Newscolland

so

apild Halifax ^hb. Hookj, FrunsTlvania apiid Bethlehem ^hb. Zeyh.i, Newvork ( Bertoloui ) , Newjersev ;^hb. Hook.).

Ich beschrieb nach [2 Exeinplareji von Bethlehem: l ohne Standort, da- nach die Zeichnung (hb. Zevh.i]. 1 von Irkntzk; 1 von Saskatschaw.in : 3 von Halilax; 1 von Newjerspv; 1 ohne Staudort; "2 in irnelit von Bootan (hb. Hook.)]. 1 in Frucht von Jipan lesit Goehring (hli. Klfiizei).

A n ni. 1. Bertoloni's obotata'x^K gewiss keine selbst- stiiiidige Art. da sie sich, ausser durch die höchst wandel- bare Blaltform, in Nichts untersoheidrt. Was die Blatlt'orm anbelangt, so ist sie meist fast kreisföruiig, seltener neigt sie sich ziini Nerkolirt-eiröriuigen. Von bracfeo^a UMtersiheidet sie 1' die iniiuor steuere Statur . 2) die meist grösseren, ledrigen, den petjunc. höher deckenden Blatter. 3i Daiiei die kleineren und iuirat r viel schmäleren sqnamae cauliuae et peduncnlares. 4) Die viol grösseren, freudig - rothen Blfilhen, 5) Nament- lich aber die grössere relative Länge und Foim der Kelch- sipfel. Von der rolundifolia unterscheidet sie leicht I) die viel grössere Blüthe; 2) die convexen Räuder der Kelchzipfel; 3) der dickere, robustere Griffel, der kaum länger als die Korolle ; 4) der ganze robuste Bau der Pflanze und die grös- seren, tiefer grünen Biälter.

Anm. '2. Im Horbario de? Hrn. Ho o kor linden sicli 2 Exemplare in Frucht, von Grittitli in Bootau gesammelt, die höchst wahrscheinlich hierher gehören. Der Stengel ist unten dicht mit dicken, starken Schuppen besetzt. Die Blattflärhou sind breit -elliptisch bis kreistormig. Der Blüthenstiel hat 1 schmallanzeltliche Schuppe. 4'" lang Die Bracteen sind lau- zeittormig. Die Kelchzipfel sind angedruckt, so hoch wie die Fnuhi . 1 ' 4 2mal so laug als unten breit, spitz, gleich-

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scheiiklirh dreieckif^, iiiitcn kaum iiU'rKliar i'onvex. Narbe lang, auf einer wallarligen VeilireihTnnt; «Ifs (iriffcls (wohl nur cjiircli rjas Trocknen). Die Kapsei von der «^e wohnlichen Form der Thejaia's, pechlirann , etwas {glänzend, '.V" breit, 2'" hoch. Diese 2 Kxeinplare , nierkwiirdif^ dincb ihr süd- liches Vorkommen, weichen also nanienllii h dun li dii- viel grösseren sqiianiae canlinae nnd längere Narlic al>.

['"erncr findet sich im Klenze'schen Herbar zn Darni- stadl ein Exemplar in Frucht, das ich anch liierh<'r zi^•he, von Göhring in Japan gesammrli. liier sind aber die sqna- mae canlinae et pedimcnlares, im Gegensatze zu den Hootan Exemplaren, anHallend sclmial und, wie es scheint, nicht trochenhäutig, sondern krautig - grün. Die sf|uainae canlinae unterh.'ilb der ßlatter sind lanzelllich, schinal, nicht slfiigel- nnilassend, 4 7"' lang, l '/a'" höchstens breit; squamae pedunculares 4'" lang, '/n'" breit; bractcae infer. 2'" lang, •7^'" breit. Kapsel 3'//" '»""il, 2'" hoch. K lenze hielt die Pflanze für unbeschrieben, und benannte air P. japonit a. Auf jeden Fall sind die boolan. nnd Japan. IMIanxen in Ijlü- the zn untersuchen, um zur völligen Gewissheil zu kommen.

9. Thelala lirncteosa m. (Pijrutu anarifoUa ex parte

cnm bracicala Ilook.). Grossdcckbldllrigcs Bogcngrün.

Braclcose Curiedgrec/i. Thclaie bruclcosc.

Pjjrola bracicala Iluok. fl. bor. am. II, p. 47, nach einem unaufgeblühien Exemplare dieser Art.

Üiagnosi». Folia lamina varic - orbiculata, ubtiisa , co- riacea , subtus riibicnnda, supra viridi; pednncnliis sr|amis 1 2 permagiiis, acntis, scariosis, amplexiraiilibus , diametro corollae acquilongis v. majoribus; bracteae lanceolatae mem- branaceae; lacinüs calvcinis triangularibus vel ovato- tiiangu- laribus; panlo '/2 X lalitudiue longiores, marginibns rcclis

vel vix coiivexis; antherae poris suljorbitulatis; Stylus longi- tiidiiie corollae vel bievior.

Descripfio. Rhizoma louge repeiis. Caulis foliatns, an- gulosiis, iiicremcutiim aniioiiiin 2 3 ferens; sqiiamis mnltis magiiis, vaginantibiis, scnriosis. Folia Jamina varie orbicu- lata, obtiisa, subinlegerrima, vix creiinlata, coriacea, subtiis riibicuiida, siipra viridi, pctiolnm acquaiite vel panlo breviore, brevlfer (leciirreiite. Pedimciiliis squamis 1 2 permaguis, rigidis, vagiiiaiitibus, involutis, ai litis, diainctro corollae aequi- longis 1/3 lougioribus, evoliitis allitiidine corollae aeqiii- latis. Racemiis 7 15-floriis, pedieellis altitiidiue corollae brevioribiis. Bracteae lanceolatae, membranaceae, flaccidae, pedieellis longiores sed corollae apieem non coiitingeiites , in- feriores dimidiae latitiidiiii petaloruin vix aeqiiilatae. Calyx laciuiis exacte-triaiigiilaribiis vel snbovato-triangularibus, acu- tis paiilo 1/^2 X Ifttitiidiue longioribns, dimidium corollae non contingentibus, Corolla aperte -campanulata, albida, pe- talis oblongis, 1/2 X l^litiidine longioribns. Filamenta snbii- lata , in diinidio inferiore complanata, dilatata, snrsnni et supra stvinm ciirvata. Autberae in basi inncronnlo instrnetae, sulcis lateralilms a basi ad apiceni nsqiie profiindis, locellis 4 aequi- longis, tnbnlis brevibns, extrorsnra enrvatis oblique interne aperlis, poris siiliorbieiilatis. Stylus brevis corollae aeqiii- longus V. brevior, ciirvatura Thelaiartim, superne incrassa- tus. Siigma latitudine styli angustiiis et brevius. Capsnla rotundifoliae similis, sed dnrior atqne major.

Maasse.

Planta epigaea 9 14''; davon caulis J/o''. Fol. cum

petiol. ^'/li ^Va"; lamina 1—2'/./' lang, 1—2" breit.

Squamae pedunc, bis 9'" lang und bis A'" breit. Unterste

bractea bis a'/.^'" lang und bis 2'" breit (Ex. Hook.). Ra-

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cemus 2 3-''; peilicolli 1 '/ü 2'". Diain. corollae knapp 6'''; altitudo lorollae knapp 3'''. Laiin. calyciiiae gnt 1'" lang, nicht V" breit. Stylus '^Va'"- Blüthezeit nirgends angegeben.

S/andort. In Fichten-, aber anch Lanbwaldnngen.

Geographische Verbre'tlnng. Das nördliche Nordamerika in seiner ganzen Breite bis zum 76. •* nördl. Breite. In specie: Unalaschka insula (legit Kittlitz) , Columbia (log. Sconler), Rocky mount. (hb. Hook.), Saskatschawan fl. (hb. Hook), Canada (hb. Hook.), Nevv- jersey (hb. Hook.), Hudsonsbay (hb. Hook.), litora orcid. si- nn s Baffin 70—760 (Boss).

Ich beschrieb nach 2 Exemplaren von Unalaschka, vom Capitain von Kittlitz gesammelt, im Herbar des Hrn. Seh n i 1 1 s p ahii zu Darmstadt, wonach die Zeichjiung. Dann nach vielen Exemplaren des Hrn. Hooker, als: 1 von Hudsonsbay; 3 von Newjersey; 1 von Columbia in Frucht nnd noch das uu- aufgeblühlc Ori^inal-Exeniplar von Columbia, nach welchem Hooker seine bracteata aufstellte; 5 von Canada, 5 von Rocky mouut. von 2 Standorten; 2 in Frucht von Saskatscha- wan; dann nach 13 Exemplaren von 7 Standorten Amerika's, dabei 1 durch Richardsou, 1 durch Campbell, 1 durch Hörnern a n n.

Anm. 1. Diese nnd die vorhergehende Art wurden seit Mich au X meist zusammen als asarifolia beschrieben, oft aber auch zu rotundifolin gezogen oder als Varietät der- selben betnichtet, welches Letztere auch Hooker that, dabei nach einem uuaufgeblühten Exemplare dieser Art eine neue , die bracicata, aufstellend. Alle angegebeneu Exemplare

des Ho 0 ker'chcn Herijars, aiisser dem iinaiifgeblühten Co- Iiinihia- Exemplare, zieht Hook er zu rotundifolia M\.v, asa- rifolia^ wie ich glaube mit Unreeht. Hr. Hook er wurde dazu nur durch die bei l)iühei)den Exemplaren viel kleiner er- scheinenden bracteae verleitet, oline zu bedenken, dass bei der Elitwickelung die Bracteen ihrWachsthum vor den Blüthen machen und stille stehen , wenn letztere sammt Pedicell noch fortwachsen. So habe ich uuaufgeblühte Exemplare der ro- tundifolia, bei denen die Bracteen mit den Bliilhenknöpfen gleich lang sind und um Vieles länger erscheinen als bei den aufgeblühten. Ich nehme also diese Art in anderm Umfange an, als Hr. Hook er, und habe also wohl auch ein Recht, die unpassende Endung ata in osa uuiziiänderu.

Anm. 2. Von der Th. rolinidifolia unterscheidet sie gleich auffällig: 1) die starke Entwickelung aller squamae und bracteae; 2) am schärfsten aber die kurzen, fast gleichseitig dreieckigen Kelchzipfel; 3) der kurze, viel dickere Griffel. Intermedia und grattdijiora , mit denen es den kurzen Grif- fel gemein hat, sind immer viel kleinere Pflanzen und haben bedeutend längere Kelchzipfel.

10. TlEClaia rotundifolia m. ( Pjjiola rotundifolia ex p.

L.). Rtindblütlriges Bogengrün. Roundleaved Cur-

ledgreen. Thelaic a feuilles rondes.

Limonimn Fuchs bist. c. 175. p. 467. Limonium sjjlvestre Trag. hist. p. 707.

Pjjrola rotundifolia tnajor Bauh. pin. p, 191. - Tour- nef. inst. 256. Erndt vir. wars. p. 99.

Pj/roia Slam, adsccnd. pislillo decl. Gm. fl. sib. (1769.) IV. p. 128. a. 15.

P^rola foliis integerrimis Vir. Cliff. 37.

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PyroJa major Lani. fl. fr. II. p. 529. Gilibert il. lith. V. p. 194. - Gilih. exorc. phyt. I. 323.

Pyrola magna Giildciis«. It. !. p. 292. 427.

Vyrola decUnata Moench iiieth. p. 71.

Pijrola folio rotnndo Rivin oid. pl. III. t. 137 ot t. 136.

Pyrola vulgatior C\us. bist, tal). 116. Morison liist.3. §. 12. (ab. 10.

Pyrola rotundifolia Linn. sp. pl. 567. Bauhiii hist. III. p. 535. Besser fl. gaiiz. (1829.) 1. p. 272. Besser emiin. p. 16. ii. 469. Biehcrstein, M. a, fl. taiir. caiic. III. p. 290. Blackwell tal». 594. Biinj;e eiiiim. alt. p. 20. Cham, et Srhldl. in Linn. I. p. 514.— DC. prodr. VII. p.7/2. Coinolli pr. fl. Com. (1824.) p. 77. D. Don mem. Wern. 9. tr. V. p. 228.— Eidiwald Skizze p. 143. - Falk Beitr. II. p. 176. Fellmann ind. Kola u. 172. ~ Fellm. ind. Läpp, n. 156. Fischer Livl. p. 229. Fleisch, et Lindem, fl. d. Oslseepr. p. 149. Fries fl, hall. p. 70. Gaertn. fr. I. p. 303. taJj. 63. Georgi fl. haie. p. 214. Georgi Besihr. d. rnss. R. Hl, p. 960. Gortcr fl. ingr. p. 65. Güldenst. II. I. p. 18, Hagen chlor, bor. p. 150. Hayne Arzenei- gew. IV. tab. 21. - Hofft cal. Kursk p. 30. Host fl. anstr. I. p. 496. Jnndz fl. lith. p. 126. Kalin fl. fenn.

u. 234. Kareliu et Kir. en. pl. soong. n. 539. Koch sju. ed. 2. gern). II. p. 565. Lam. et DC. fl. fr. III. p. 684. Lam. ill. tab. 367. Ledeb. fl. alt. II. p. 99. Ledeb. fl. ross. p. 928. Lepechin It. III. p. 73. Lnce fl. osil. p. 136. Mart. fl. mosq. p. 75. Morett. notiz. in mem. 1. p. 262. Njlander Paroec. Pojo n. 276. Oeder fl. daii. tab. 1816. - Pallas It. II. p. 192. III. p. 319. Persoon syu. I. p. 483. Pollin. fl. veron. II. p. 11. Radins diss. p. 28. Ruprecht fl. Saniojed. cisnral. n. 196. Scbultes fl. austr. 1. p. 630. Seringe mns. helv. Heft 2. p. 35.

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f. 1 4. Schkuhr Handb. tab. 119. S^milh engl. bot. tab. 213. Smith fl. brit. et Scluilt. II. p. 414. Savi bot. etrusc. II. (1815.) p. 234. Sow. engl. bot. tab. 213.— Spreng. 11. lial. p. 127. Stephan fl. mosq. n. 281. Ste- ven in möm. d. 1. soc. d. Mosq. III. p. 261. Swartz Sv bot. tab. 304. Tnrcz. cat. baik. u. 750. - Wahlenb. fl. läpp. p. 110. Wahlenb. fl. casp. p. 114. Weinm. fl. pe- trop. p. 44. Wirzen fenn. p. 35.

Da diese Pflanze nur in Europa und Asien wächst, halie ich alle Citate amorkanischer Botaniker, die nnter rotundi- folia die a>arifolia , bracteosa und grawc/z/Zora beschreiben, weggelassen.

Diagnosis. Folia lainina varie - orbiculata , obtnsa, con- colore ; squamae pediinc. scariosae, vaginoutos, dianietro flo- rum breviores; bracteae lanceolatae, menibranaceae laxae; caljx laciniis triangulari-lauceolatis, a fundo nsqne ad api- cein marginibus conoavis , 2 3plo longioribus ac latis, acu- tis, laxis; antherae poris suborbiculatis; Stylus corolla lon- gior.

Descriptio. Rhizonia longissiiue repens, inrrenientis an- nuis pcdalibus. Caulis foliatus, sublignens, brevis, incre- mentis annornin 2 3, sqiiamis niediocriter latis, vaginanti- bus, membranaceis. Folia lamina pallide- viridi subtus atque snpra, orbiculata, rariiis ovalo- vel elliptico -orbiculata, coria- cea, obtusa , levissime reinote-crenuiata, breviter decurrente ; peliolus viridis, laminae aequilongus duplo excedens. Pe- duucuhis squamis 1 5 amplexicaulibus , vaginantibus, sca- riosis, diametro eorollae (vel pedicello cum corolla) mnito brevioribus, evolutis altitiidine eorollae paulo angustioribus. Racemus laxus 5— 18-florus, pedicellis altitudine eorollae brevioribus, bracteis inferioribus latius, superioribtis aniiustius lauceolatis, luerubranaceis, laxis, pedicello brevioribus sed

GS

<ipirem calyois iiou rontingoutibiis, iiiferioribus diinidio latiln- diiiis petalonim iion aeqnilatis. Flores odori, iisdem Pj/»v' malt siiniliter. Calyx laciniis triaiignlari-lanceolalis, laxis, aciitis, a fiindo usqno ad apicein luarginibiis coiicavis , 2 3plo lougioribns ac in hasi llatis, fere % corollae aequanti- biis, in dimidia aititndine '/e i/,, latitudiiiis petalonim aoquan- tibns. Corolla laxe-cainpanulata, albida v. rnsea, petalis ob- longe-orbicnlatis, '/3 longioribns ac latis. Filameuta subu- lata, conipressa , basi panlo dilatata, sicoata picea, omnia sursnra et siipra styluni cnrvata. Aniberae flavo-riibrae, basi mnticae sulco laterali piofiindo a basi ad apicem usqiie, locel- lis 4 aequalibns tnbulis brevibns, extrorsnni «nrvatis, poris obliqne interne apertis, suboil)icnlalis. Stylus corolla semper longior, snpcrne lenitor iiicrassatns. Capsula depressa, atquc duplo latior ac alta, prot'undo umbilicata, stylo persistente, latitudine capsulae longiore. Sperinophorum indivisnin. Semiua nucleo oblongo,

Ma asse. Rhizoma bis 5' lang; jeder Jahrestrieb I' öfter. Planta epigaea bis 1'. Cauüs 2 3''. Fol. cum pet. 2 5"; la- mina 1 2" lang, 1 1 1/2" '"eit; pedicelii 3'". Diam. corollae 6 6 '/2'" 5 altitudo corollae 3 '^^l^i". Petaluin 3'" lang, 2»;2'" breit. Calycis laciniae 1%"' lang. Stylus 3 3 '/2'"- Sqiiamae ped. 4— -4 »/2" laug.

Blüthezeit. hl Milleldeutschland in der zweiten Hiilfle des Juni (20. bis 25.) anfangend, bis tief in den Juli blühend. Nach cA/o- rantha , stcundu , minor , vor umbellala.

Standort. Liebt mehr Laub- als Nadelwtälder, auch mehr Feuch- tigkeit und Moos und einen letligen, steinigen Boden. Nach

m

Unger ist rotundifolia kalkstet, wns ich nicht bestätigen kann. Sie scheint Fjodeuvag, wie alle übrigen Pyroleen.

Geographische Verbreitung, Da ich in allen Herbarien nur europäische oder asiati- sche, niemals amerikanische Exemplare sah, so kann ich anch die von anderen Autoren angegebenen Standorte dieser Art für Amerika nicht anführen.

Europa. Siiecia, D;inia, Britannia, Germania, terra ßa- tayornni, Gallia (Pyrenaeis DC), Helvetia, Ungaria, Italia [Lougobard. boreal. (Pollin., Coraoll., SuflPrcn.), Pedemont. bo- real. (Allion., Birol). in Apenuiuis etruscis (Savi)]. In Ros- sia (spc. Ledeb.) arctica [territor. Kola (Fellm.), Lapponia (Fcllm., Schronk)], septentrionali [Ostrobothnia (Nyl.), Feu- nia (Kalm, Wirzen, Nyl., Schrenk), terra Saraojedarum reg. sylvat.(Schrk., Ruprecht)], media [Pctropoli (Gorter^ Weiuni.), a Petropoli nsqiie ad montes Ural (Falk), Eslhonia (Fleisch, et Lindem.), Curonia (Fleisch, et Lindem.), Lilhuania (Gilib., Jundz., Eichw.), insnla Osilia (Luce), Livonia (Fisch., Fleisch et Lindem.), Warsowia (Erndt), Volhyiiia (Besser, Eichw.), Kursk (Hofft.), Nowgorod (Güldenst.), Mosqua (Stephan, Mart.), Pensa (Jacqnet), Kasan (Kornuch-Trotzky)] et an> strali [Podolia (Besser)].

Asia. [Iberia (Wilhelms), territor. Elisabethpol (Steven), Imeretia (Güldenst.)], in Sibiria uralensi (Ginel., Pall. , Le- pech., Falk), propc Jekatherinenburg (Uspensky), altaica (Gmel., Falk, Ledeb.), in luonte Alatau ad flum. Lepsa (Kar. et Kir.), prope Krasnojarsk (Turcz,), baicalensi (Gmel., Georgi , Turcz.) et orientali (Gmel.), Davuria (Turcz., hb. Hook.), terra Tschuktschorum ad siunm Laureutii (Cham.), Kamtschatka (Gmel ).

65

Da alle aiigegebpiien Autoren weder asarifoUa noch bracfeosa, grandf/iora und intermedia nnterscheiden, so sind, für China wenigstens, die angegebenen Standorte eini- gerraassen zweifelhaft. Das östlichste Exemplar einer ächten rotundifolia sah ich von Daviiria im Herb. Hook.

Ich beschrieb nach vielen Exemplaren Deutschlands ; 4 von Lausanne in der Schweiz (hb. Senbert); 1 von Davnria von Dr. Fi- scher an Hook er gesendet als incarnata Fisch, j aber eine rolhblüheiide ächte rotundifolia; 3 von Giiernsey und nach 5 im Herbar. des Hrn. Hook er.

Aum. Horneraann, der in fl. Dan. die ächte rotun- difolia gut abbildet, sagt: „in niontibus faeroensibus et Islan- diae etiam provenit." Da er aher asarifolia, bracteosa niid intermedia nicht unterschied, bleiben diese Standorte für un- sere Pflanze zweifelhaft. Für Island, d.ss Amerika näher liegt, wäre es besonders interessant zu wissen, ob es rotun- difolia und intermedia oder die ihre Stelle in Amerika er- setzenden asarifoUa^ bracteosa und grandißora erzeugt.

11. Thelaia intermedia m. (Py/o/a I. Schleich.). Mitt- leres Bogengrün, Middlesized Curvedgrcen. Thelaie

mediocre,

Pjjrola rotundifolia var. arenaria Koch sjn. ed. 2, germ. II. p. 565.

Pjjrola rotundifolia var. squamosa Hook. mscr.

Pj/rola rotundifolia var. albijlora Karel. et Kir. mscr.

Pyrola intermedia Schleich. Catalog. (nondum vidi).

Diagnosis. Foliorum lamina varie - orbicnlata, obtu- sa, subtus et snpra pallide- viridis; pcdunculus squitrois ob- tnsis, membranaceis, latis, amplexicaulibus ; bracteae spa- thulatae, tenuiter mcmbrauaceae; calyx laciniis spathulato -

£8t Bd. Is Heft. 5

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Iniu-eoiatis, ohtusiiisciilis, in diinidio basali aequilati.s iiide iiiar- ^iniltiis convpxis, altermn tantum lougiorihiis ao iatis; petala suborl)iciilala. Stylus coroUa lirevior , .sublime ciirvatus, crassus.

Descriptio. Rhizoma loiige repens. Caulis foliatus, bre- vi8, incrpineiitmn auiioium 2 3 foieiis, sqnamis magnis, ob- lougis, oldusis, nicinliranapeo-scariosis. Folioriiin lamina orbiiiilata vel elliptico-oibiciilala, obtusa, siibintegerriraa, vix remote-crenulata, ooiiacea, snbtiis et siipra pallide- viridis, pctiolo aequilonira vel 2 3-pIo loiigior. FeduDciiins in basi sqnamis plnri?nis latissimis, membranaceis, vaginantibus, am- plexicanlibns, apice rotundatis, rnperue sqnamis 2 5 12 angustiorihns peraiombrauaceis, diametro corollae breviori- bns, ev'olutis longitndine dimidia latioribus. Racemns 4 6- florus ; pedicclli loiigitndiue stjlorum. Bracteae spathnlatae, in basi angnstae , inde latiores, obtnsae, non acnminatae, membrauareae, inferiores dimidio latitudinis petalornm latiores, in altitndine laciniarum calyciiiarnm iis mnito latiores. Calyx laciniis spathnlato-lanceolatis , diipio longioribns ac Iatis, in dimidio basali aequilatis tnnc marginibiis convexis, obtnsiuscu- lis, non acnminatis, in dimidia allitudine 1/3 latitndinis peta- lornm aeqnantibns. C'orolla albida, petalis snborbiculatis. Fi- lamenta in basi panlo dilatata, siccata picea, snpra stylnm curvata. Autherae brnnneo-snlphureae , snlcis lateralibus non profnndis, tnbnlis lerrngineis, extrorsnm cnrvatis, poris obli- que interne apertis, snborbiculatis. Stylus brevis, corolla brevior, curvatura Thelaiaruni. Stigma latitudine styli bre- vins et angustins.

Maas s e.

Planta epigaea 4*/.^ 7"; davon caulis meist 1/2". Fol. cum petiolis 1—4"; petiolus 1 '/^ 2"; lamina 1 fast l*/j" lang und bis über \" breit. Squamae peduncul. 3

6'" lang, 1^4 ^''' lueit; imtersto hractea meist 3'" lang, 172'" lireit. Pcdicell. 3"'. Diam. rnrollae 5 6'"; alti- tudo corollae 2 '/.^ 3'"; laciniae «alvc. 1 V'2'" ''"»ng» *//" breit. Stylus 1 »/4 fast ^'/a'"-

Blüthezeit nirgends angegeben.

Standort : im Moose schattiger Wälder.

Vaterland. Europa. Scotia (hb. Hook.) , (ierniania iNoriJeruey in- sula Koch syn.), Helvetia (Sehicich., hb. Zeyh.). Asia. Sibiria sougarica (hb. Hook.;

Ich beschrieb nach *i Exemplaren von Karelin und Kirilot'f als ro=^ tundifoUa var. gesendet, ad llum. Lepsa in Sibiria son= garia gesammelt ( mus. brit. ); % Exempl. ebendaher von denselben als rolundifolta var. aibijlora gesendet (hb. Hook.); 8 Exempl. von Schottland als var. squaniosa bezeichnet (hb. Hook.) ; 3 Exempl. als Pyr. intermedia Schleich, bestimmt von Vallee de Bagne eu Vallais (hb. Zeyh.).

Auni. Die ersten Exemplare dieser Pflanze sah ich im Herbare des Hrn. Zeyh er unter oben angegebener Bestim- mung; doch war ich •>eneigt zu glauben, dass die Kleinheit und übrige IJildung durch einen sehr kalten, mageren, vom Moose entblössten Standort bedingt sein möge. i\achdeni ich aber die Exemplare dns Hrn. Hook er von Sibirien und na- mentlich die im britischen Museum gesehen, welche letztere sehr üppig und, nach den langen Blattstielen zu urtheilen, in tiefem Moose gewachsen sein müssen, möchte ich doch glau- ben, in allen Exemplaren eine eigene Art vor mir zu haben, welche in Europa und dem westlichen Asien die Stelle der ant'iikauischen und oslasiatischen grandijlora vertritt.

5*

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Kot'h hoschreibl diese Art als var. arenaria sehr deut- lich. Da dieselbe, obgleich der rotundifolia viel näher ste- hend , die Mitte zwisrhen rotundifolia und grundijiora hält^ so habe ich den Schlei cher'schen Namen als passend bei- behalten.

Von rotundifolia unterscheidet sich intermedia 1) durch die Kleinheit der ganzen Pflanze; 2) durch die sehr st;irk scheidenden, eingerollten sqiiair.ae peduncul.; 3) die spate- lig-lanzettlichen, d. h. in der oberen Hälfte verbreiterten, convexraudigen Kelchzipfel; 4) den kürzeren, dickeren, we- niger gebogeneu, die Korollenhöhe nicht erreichenden Griffel} 5) durch die N.irbe, die kürzer als die Griffelbreite.

Von grandi/lora , mit der sie die Kleinheit des Wuchses, die Kürze und Dicke des Griffel und der iNarbe und die sehr scheidigou, häutigen sqiianiae gemein hat, unterscheidet sie 1) die Farbe des Blattes, die hier beiderseits hellgrün, bei grandijlora aber oben goldgläuzeud, unten bräunlich ist; 2) die Farbe dir Anthereu, die hier bräunlich, bei grandijtora hell -schwefelgelb. 3j Die Blütheu sind bei dieser, wenn auch die Pflanze grösser, doch viel kleiner, namentlich aber die Kelchzipfcl, die bei intermedia 1 Yi'" ''»ug» ^^^ grand>Jlora %'" und darüber lang sind. 4) Die Kdchzipfelform, die hier spatelig, bei grandijlora lauzettlich.

12. Tlii'laia graiidiflora m. (Pj/rola grandi/lora Rad,)

Grossbliilhiges Bogengrün, Grcaf/lowered Curvedgreen.

Theilaie ä Jletirs grandes.

Pj/rola rotundifolia Rotlb. in act. Hafn. X. p. 442. Egede Eflerredning om Gröuland tab. 1. f. 4.

Pjrola rotundifolia var. pumila Hornem. dansk oecou. Planl«'laere ed. 3. p. 463. Ledeb. fl. ross. 11. p. 928. Cham, et Schldl. in Linn. 1. p. 514.

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P^rola groenlandica Honioin. fl. daii. tab. 1817. (1840.) Pjt'ola grandi/lora Rad. diss. p. 28. tal). 3. (1821.) Diagnosis. Folioriim lainina varie - orbiriilata, obfiisa, snitlus riiliiciinda, siipra aiireo - viridis; pediinculiis sqiianiis 1 2 meraljraiiaceis , ohtiisiiisoulis , latis, vagiiiaiitiljus; bra- cteae lale-lanccolatae, membianacoae ; oaJjx laeiniis late- lanreolatis, actitis, iiou aciimiiiatis, dtiplo loiigioribiis ac latis, inargiiiibiis leniter-ronvexis; petala orbiciila(a; anthorae pal- lide-sulphnreae; stylns rorolla semper biftvior, sublime -cur- vatus, crassns.

Dtscriptio. Rhizoina repeiis. Caiilis brevis, foliaius, increinentis aiinorum 2 3, sqiiarais deusis, latis, vaginaiiti- bus, membranacois. Folia laraina orbiciilata v. ovato-orbi- ciilata, obliisa, siibintegerrima, vix cremilata, coriaoea, sub- tiis riibro-briiniipa , siipra viridi, sed siccata seniiidiim voiias epidermide sublata: aiirea; petioli lineares, laminis aeqnilongi diiplo loniiiorps. Pediiiiciilns sqii.imis 1—2, inenibraiia- oeis, latis, vaginaotibns, obtnsinsciilis, diametro corollae bre- vloribiis. Racemus 5 --S-flonis; pedicelli breves, laeiniis caljeinis breviores, longitndine stjli; braeteae late-laneeola- tae, permembianaceae, perlaxae , inferiores diinidia latitudine petaloruiD latiores, altitudiuem laciuiarnm ealycis nou contin- gentes. Caljx laeiniis late-laueeolatis, duplo longioribns ae latis vel panlulo brevioribus, in dimidio basali fere aeqiiilatis, inde leuiter convexis, aentis non aenrainatis, eireiter ^/^ alti- tndinis petalorum contingeiitibus, laxis, in dimidia altitndiue '/3 '/2 latitudinis petalorum. Corolla albida v. rosea, peta- lis siiborbienlatis. Filameuta in dimidio inferiore plana, dilatata, sieeata brnnnea, in dimidio snperiore subulata, siccata picea, omnia snrsnm et supra slyhim et ovarinm eurvata, brovia. Antherae laele- siilphiireae , siilcis lateralibns teuuibus, tubiilis brevibus introrsum curvatis oblique interne apertis, poris sub-

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orbiculatis. Stylus brevis, corolla miilto lirevior, rrassus, enperiie subincrassatiis. Stigma latiludiue styii iniilto brevius atque augiistiiis,

Maasse. Piauta ppigaea 21/2 ^'\ Ü^ 2 Exemplare von der Nord- westküste Amerika's Sy^")- Mittelgrösse 4". Caulis Va V. Folia c. pet, 1 V2" (2 von der Nordwestküste S'/a"), lamiua 8 14'" (Nordwestküste-Exempl. \^ln") laug, 5 11'" (Nordwestk.-Ex. 1 3/^") breit. Squamae ped. 4 ö'/a'" lang und aufgerollt 2~ 3'" breit; pedicelli 2'". Calyx vom Pedicell bis zur Zipfelspitze 2 '/^ 3'"; laciniae 2"' lang, %— 1"' breit. Diamctr. corollae 6 8'"; petala 2V2 3'" breit und lang. Stylus 2 - 2 '/./".

Blüthezt'it. In Labrador im Juni, denn 2 Exempl. des Zeyh er- sehen Herbars, die Missionär Geist am 14. Juni sammelte, sind zur Hälfte in Blüthe, zur andern Hälfte in Knospen.

Standort nirgends angegeben.

Geographische Verbreitung.

Der äusserste Osten von Asien und der Norden von Nord- amerika in seiner ganzen Breite. Am häufigsten in Labrador nnd Grönland.

^sia. In terra Tschuktschornm ad sinum Laurentii (Le- deb.), in montosis Japoniae prope nrbem Nangasaki (Don) (beide Standorte etwas zweifelhaft).

America. Ad sinum Kotzebue (Cham., hb. Hook,); litora bor. occid. Anier. (hb. Hook.), America arctica 75® (hb. Hook.), lacus arctici Am. (hb. Hook.), Rocky mount. (hb. Hook.), Labrador (hb. Zeyh. , hb. Hook., hb. Kleuze), Grönland (hb. Hook., hb Zeyh., hb. Kleuze),

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Ich beschrieb nach [3 u. 1 Exempl. von Grönland; 2 ii. 1 von Labrador (hb. Zcyh.)], [1 v. Kotzebiie-Siind von Beechey; 2 von der Nordwestküstc Amer. ; 9, 3, 2 u. 1 v. Arctic America und l von Parry v. 75.<'; 2 v. Polar sees-, 1 v. Rocky niount. ; 3 V. Labrador von Morrison -, 2 u. 1 von Grönland (hb. Hook.)], [3 V. Labrador; 5 u. 3 v. Grönland (hb. Klenzei)],

Anm. Radius beschrieb diese Art zuerst und voll- kommen kenntlich, so dass es mich wundert, wie Horne- mann, der ihn mit 1 citirl und dieser Art den unpassenden Namen groenlandica ^'teht, darüber zweifeln konnte. Radius sagt: }) 2 5- pollicaris. 2) i'edicelli Horibus triplo mino- res. 3) Calyx laciniis lato- lanceolatis. 4) Corolla aperta, petalis rotundato -ovatis. 5) Stylus corolla duplo brevior. 6) Differt a rotundifolia et cUiplica calyce corollaque majo- ribus. Wie will mau dies** Pflanze deutlicher gemacht haben? Dass ich daher diu sehr passenden Namen des Radius wie- derherstellte, wird Jeder gerecht linden.

Von rotundifolia zeichnet sie aus: \) Die Kleinheit der ganzen Pflanze, bei absolut, aber besonders relativ grösserer Korolle und grösserem Kelche. 2) Die sehr grossen, häuti- gen squamae. 3) Die schwefelgelben Antheren. 4j Der auf- fallend kurze und dicke, wenig gebogene Griffel und die flache, kurze Narbe. 5) Das unten braunrothe, oben goldglänzende Blatt.

Gen. IV. Moiiesis Salisb. Zivcrggrün. Dwarfgreen. Petit - verd.

Salisb. in Gray nat. arrang. U. p. 403. DC. prodr. VIL p. 774. Ledcb. Ü. ross. II. p. 931. Meissner gen. p. 247.

Character gen, Calyx ad basin usque iere 5-partilus, partituris extus in basi callo instrnctis. Corollaepetala 5, ovata,

n

snbplana, snbiingiiicnlata, rotaliin expansa. Filaraenta 10, ciiiqiie petalo 1, 2 vel 3 iu orcline indefinito anteposita, ter- tia parte Ijasali trigona, ovario atlpressa, inde comprossa, geuiciilalim extrorsum et deraum sursum flexa, nou conniven- tia, petalis breviora. Autherae 10, perinagnae, oblongae, non veulricosae, sulco laterali profiiudo, in apice tiibulis 2 an- guslis, ad basiu iisqiie cylindritis, loiigis, extrorsnra cnrvatis ibidemqiie poris orbicnlatis apertis. Ovariiim nectariis desti- tiitiim. Stylus rectiis, robiisto-filiformis, altitiidinein ovarii superaiis. Stigma tabuliforme, stylo iniilto latiiis papillis 5 magiiis discretis, ad inarginem positis. Capsula subglobosa leviler 5-anguIata, uon depressa, sublime-umbilicata , ab apice deorsum et ad basin dehiscens, suturis glabris.

Habitus. Herba glaberriraa, perennis, 4 6-pollica- ris, semperrirens. Rhizoma longe repens, filiforme. Caulis simpIex, squamis coucavis herbaceo-membranaceis; foliis snb- orbiculalis, serratis, glabris. FJores solitarii, longe pedun- culati, odori, nutautes, magni, albi.

Patria. Europa, excepta australis. Asia arctica et septentrioiialis. America arctica et septeutrionalis.

1 IVIonesis uniflora in. (Pjjrola unißora L.) Kin-

bl^thiges Zwerggrün. Oneßowercd Dwarfgreen.

Petit- verd nnijiore.

Pjjrola Jiore singulari Rivin. pent. irreg. t, 139. Erndt vir, wars. p. 99.

Pj/rola rotundifolia minor C. Bauh. pin. p. 191. Morison bist. 111. p. 505. §. 12. tab. 10.

Pj/rola If^. minima Clus. paun. p. 509. bist. tab. 118.

Pjrola minima alpina i. Bauh. bist. hb. 31. p. 536.

Pyrola scapo unißoro L. fl. läpp. p. 167, Gmel. fl. sib. IV. p. 129. u. 19.

t3

Pj/rola unißora L. sp. pl. (1762.) p. 168. -~ Allioni ped. II. p. 91. Besser 11. gal. 1. p. 273. Bigel. ü. host, cd. 2. p. 173. Birol. acoii. I. p. 138. Bongard d. v. i. Sitka p. 155. Buiigo piiiim. alt. p. 19. Cham, et Schldl. in Linu. 1. p. 515. Coniolli pr. fl. com. p. 77. D. Don in Wcrn. sor. tr. V. Eirhw. Skizze p. 143. Falk Beitr. II. p. 177. Fellm. ind. Kola n. 169. Follra. ind. iapp. n. 159. Fischer Livl. Zus. p. 117. Fieiscli. et Lindem, fl. d. Ostseepr. p. 150. Fries fl. liall. 1. p. 71. Georgi fl. baik. 1. p. 124. Georgi Beschr, d. rnss. R. III. p. 961. Gilil.ert ex. phyt. I. p. 322. Gil. fl. lith. V. p. 194. Gorter fl. ingr. p. 65. Güldenst. It. I. p. 28. Hook. fl. bor. am. II. p. 45. Host fl. austr. I. p. 98. Jnndz. fl. lith. p. 127. Kalm fl. fenn. ii. 233. Koch syn. cd. 2. germ. II. p. 566. Lam. fl. fr. II. p. 529. Lam. et DC. fl. fr. III. p. 685. Ledeb. fl. alt. p. 98. Lepech. It. III. p. 73. Lnce fl. osil. p. 136. Mart. fl. raosq. p. 75. März, vicet. p. 30. Michx. fl. bor.-am. 1. p. 251. Nylander Paroec, Pojo n. 273. Oeder fl. dan. tab. 8. Fall. It. III. p. 289. Poiret enc. Y. p. 743. Polliu. fl. veron. II. p. 13. Pnrsh fl. amer. sept. I. p. 299. Rad. diss. p. 10. Retz. pr. fl. scand. p. 79. Richardson in Frankl. 1. Jonrn. ed. 2. p. 18. Ruprecht fl. Samoj. cisnr. p. 179. Schkuhr Handb. I. p. 1077. Scop. carn. u. 486. Seringe m. helv. p. 43. Smith engl. bot. tab. 147. Sow. engl. bot. tat». 146. Snff'ren. forojul. p. 139. Torrey fl. Un. st. I. p. 454. Tnrcz. cat. baic. ii. 747. Vill. daiiph. IV. p. 538. Wah- leub. fl. Iapp. p. 110. Wahlenb. fl. carp. p. 115. Weinra. fl. petrop. p. 44. Willd. sp, pl. II. p. 622.

Monesis grandijlora Salisb. in Gray nat. arraiig. II. p. 403. DC. pr.VII. p. 775. Ledeb. fl. ross. II. p. 931.

D/agnosis. Folia lainiiia varie-orbii iilata acnlo-crenato- serrata, obtusa, coiu'olore. Pednnciiliis solitariiis iiniflorns in basi Sf|iiamis 2 4 oblougo- orbiculatis, roncavis, herbaiois. Calyx partitiiris semiobloiij;is , tciiiiissime ciliatis , in apico ro- tiin<latis.

De.scrip/f'o. Rhizoma longe rep«ns, filiforme, iiicrpinen- tis aunuis usque ad 7. Caiilis herbacciis, foliatiis, iucreraen- tis annais 2 6, folia anuornm 2, 3 v. 4 ferens, iufra folia anni ciijns(|iie squamis oblongo- orbiculatis, contavis , herba- oeis, hyenie priori penilani formantibus. Folia lamina v;irie- orbiculata , iif pliirinium elliptiro- sed etiam ovato- v. ob- ovato- orbicnlata, membraiiacea, roncolore, acuto-rrcnalo- serrata , obtusa, paiilo decnrrente, petiolo aeqiiilonga du- plo pxcedente. Pednnciihis solitariiis, iiniflorus, in basi squamis 2 4, oblougo -orbinilatis, concavis, herhaceis, perulam geramae iüflorescentiao formantibus; in cetera parte pedunculi sqiiamis 0, 1 v. 2 aeqiie foniiatis, sed teniiissime-ciliatis. Flos nutans, magniis, citriodorus {Orobanchae rubenti etiara odore simillimus), rotatim expansiis, albus, pet.ilis rboiiiheo- ovatis, panlo loiigioribus ac latis. Calyx ad basin fere us- que 5-partitus, albus v. Üavido-albus, partituris seini -ohlon- gis, tenuissime ciliatis, apice rotundatis, basi externe callo iastrnctis, '/4 circiter altitudinis corollae cousequentibus. Fi- Jamenta in '/3 basali incrassato-lriangularia, ovario ad- pressa, in tertia parte media coraplanata extrorsnm, in '/3 apicali snbsursura curvata , sed non conniventia, petalo ciii- que 2, 1 V. 3, ordine irregulari anteposita. Antlierae sul- phureae, lougitiidine dimidia filamenti, elongatae, non ventri- cosae, siilcis lateralibus profundis a basi ad apicem usque, tnbiilis ferrngineis, angustis, usque ad basin cylindricis, ex- trorsnm curvatis ibidemqiie poro orbieulari apertis. Stylus rectus 5 erettus, rigidus, superne non inrrassatus, allitudine

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ovarii loiigior. Stigma tabiilirorme , stjlo iiiiilto latiiis, papil- lis 5 periiiaguis ad margiiicm posilis. Capsula erecta, gioboso- maliformis, ah apice deorsum et ad liasiii dehisceiis, siituris gla- bris, altitudo */s latitudiuis, stylo ptrsisteute, rapsulae aeqiiialto ; spermophorum siileo lougitiidiuali bipaitilum (Chimaphiiae si- juile), uiiibiiicus '/3 <^lt't"diiiis caps. partituris ralyiiuis sub- adpressis. Semina micleo siiccineo 'm diraidio siiperiore arilli.

Maasse. Rhizoma bis 1'; iiicrementum aununm hiijus 1 1 Va"» Planta epigaea 21/2 6"; pediinciilns l'^/^ 4 '/2"; <'anlis 1/2 2''. Sqiiamae raiilinae Pt pedimc. 1 2'" lau«: und Weniges schniäier. Folia r. pet. bis 15'"; laroina 3 11"' lang, 3 9'" breit. Diam. corollae 6 10'" ( recens 11'"). Petalum 3 4Va ('««•. 5)" lang u. 21/2 3 Va ('"e«. 31/2 4)'" breit. Stylus cum stigmate 3'". Capsula 2 Va'" hoch, 3"' breit.

Zett der Blülhe. Es ist die am frühesten blühende «inter allen Pyroleen, und fast verblüht, wenn chlorantha , sccunda , minor an- fangen. In Mitteldeutschland von Mitte Mai bis etwa 10. Juni. Im Norden natürlich später; so sah ich Excmpi. von Labra- dor V. 14. Juni blühend gesammelt (Juli, »eciindum Pnrsh.).

Standort. Sehr trockene Nadelholzwaldnngen mit kurzem Moos; oder Nadel- mit wenig Laubholz, wo der starke Blattfall der Lauhhölzer sie nicht erstickt. Sand und Löss ist der Lieb- lingsboden.

Geographische Verbreitung. Fast gaiu Europa, Nordasien und der nördliche Theil von Nordamerika.

Europa. Suecia, Britannia, Gallia (Pyrenaeis Ziz., DC), Belgia, Geiinaiiia, Daiiia, Helvetia, Aiistria, Italia [Loiigob. moiit. sppt. (Poll., Coinoll.); Pedemont. mont. sppt. (Poll., hb. Hook., miis. brit.)], Rossia (sec. Ledob.) arrtica [territor. Kola et Lappouia (Fellm., Fries), terra Samojpdariiiu reg. arolica (Riipr.)], seplentrionalis [Ostrobotbnia (Njl ), Feniiia (Kalin, Nyl., Srhrenk.)], media [P»'tropoli (Gort., "Weimn.), a Pelro- poli ad inoiites iiralpiises usqiie (Falk.), iiisula Osilia (Liire), Livonia (Fisch.), Ciironia (Fleisch, et Lindem.), Lithnaiiia (Gilil»., Jiiiidz., Eichw.), Warsowia (Erndl), Volhyiiia (Besser, Eirhw.), Nowgorod (Güldenst.), Mosqua (Mart.), Kasan (Kor- nuch-Trotzky)].

Asia, in Sibiria nraleusi (Gm., Lepech. , Falk), prope Jekath<'rinenbiirg (Uspcnsky) altaica (Gm., Falk, Ledeb.), biiralensi (Gm., Falk, Georgi, Tnn-z. ) et orientali (Gm., Redowsky) , inter Wilnisk, Olekminsk et Jakutzk (Knihse.)

America, Observatory inlet (Seonler), Banks insnia (mns. brit.), Ft. Vancouver (hb. Hook.), ad montem St. He- lens, sed crebrius latere occidontali Rocky monnt. (Douglas), Rocky niontes (Seonler, hb. Hook), a lac. Hiiron (Todd.) per Canadam nsqne ad 64* lat. (Richardsou), a Newfonnd- land (Cormack, Morris , Brenton, mns. brit.) et Labrador (Morr., hb. Zeyh., hb. Hook.), nsque ad Rocky raout. A Ca- nada nsqne ad Newyork (Pnrsh.).

Ich beschrieb nach nnzähligen Exempl. Deutschlands. Nach 4 Exenipl. von 2 Standorten Labradors nnd 1 von Thnnberg ohne Stand- ort (hb. Zeyh.) [6 von Italien von Allioui; 2 von Newfond- land; 4 von der Nord Westküste Araerika's von Banks- Insel, coli. Menzies (mns. brit.)]. [Viele von Labrador; viele von Roiky monnt., v. Mont Cenis; 1 v. Ft. Vancouver (hb. Hook.)], 4 Exempl. v. Labrador (hb. Kleuzei).

Gen. V. Chiinaphila Pursh. JFintergrün. fFinter- grcen, Chhnaphile.

Pursh fl. hör. am. I. p. 300. DC. pr. VII. p. 775. Endl. gen. pl. 760. Ledeh. fl. ross. II. p. 932. ~ Meissn. gen. pl. 247. Rad. diss. p. 7.

Character gen. Calyx rnpiilaris, 5-partitiis, erallosns. Corollae petala 5, rotatim expansa, conrava. Filaiiienia 10, in hasi ovario adpressa, Irigona, inde in disciim dilatata et ge- niciilalim extrorsiim curvata rompressa, deniqiie snhadsren- dontia, non conuiventia, petalis hreviora. Antherae 10, ven- tricoso-inflatae, in apice tiiltniis 2 conieis, rectis, poris tiihi- formi -dilatatis, ohlique introrsuin apertis. Ovarinm profunde iinihilicalnin, nectariis destilutmn. Slylns rectiis, ercclns, hre- vissimus, ovario immersus vel paulo cxsordis, nunqiiara di- inidiam altiludinem ovarii siiperans. Stigma horizontali-len- ticiilare, stylo multo latiiis, planum, 5-radialiim, papillis de- slitiitum. Capsula 5-co(ca, cot eis in basi rotiindatis, depressa, nmhilirala, ab apico deorsura et ad basin dehiscens, sntiiris glabris.

Habitus. Suffniticuli 1 1 Y>j- pedairs, scmporvirentes, glaberrimi. Khizoma longe repens. Caulis ramosiis, sqiia- niis parvis decidnis, l'oliis ovatis, lanceolatis v. ciineatis, ser- ratis, foriaceis, breviter pedicellatis, venis snpra iinpressis. Infloresi'entia : nmliella, corymbns, racemus pancifloriis v. pe- duuiMilus 1— 3-florus, Flores albi v, rosei, nutantes.

Patria '. Europa fere tota, Asia septentrionalis, America a Canada nsque ad Mexico.

Anra. Gewundert hat es mich, dass Viele Chimophila statt des ursprünglichen CÄ</Ma/;Ä/7a des Pursh schrcilien, da Xttfia ebenso ut als %ei}iMU Winter heisst, und eigentlich beide Namen sprachlich unrichtig geluldet sind. Gewun- dert hat es mich ferner, wie Koch, dieser genaue Beobach- ter, in seiner Synopsis sagt, dass die Kapsel, wie bei deu

Pijrola's^ an den Spiten aufspringe, nicht an der Spitze. Bei Chimafihf/a wie Monest's springt aher dieseihe znersi ohen, dann an den Seiten bis unten hin anf, nnd lileiltt immer oben am meisten klaffend; Wcährend es sieh bei Ptjrola , Amelia und Thelaia gerade nragekehrt verhtält, und sich die Ränder unten an der am meisten geöffneten Stelle selbst noch etwas umschlagen.

I. Cbiiuapliila uuibellata m. {Chimaphila utnbellata iNntt. ex parte.) Doldiges Wintergrün. Umbellatcd Win- ter green. Chif/iaphiie ombellde.

Pijrola fruticans arbutifolio C. Banh. piu. p. 191. Tonruef. inst. p. 256.

Pjjrola folio arbuti Riv. pent. t. 139. Erndt virid. wars. p. 99.

Pijroia HL fruticans (Jlus, bist. 117. ~ J. Banh. bist. III. p. 596.

Pifvola frutescen$ Gilib. H. lithnan. V. p. 195. Gil. ex. phyt. I. p. 325.

Pyrola umbeliata arbuti Jiore Morrison hist. 111. p.505. §. 12. tab. 10.

P^rola pedunculis subumbetlatis Gm. ü, sib. IV. p. 129.

L. fl. suec. 333.

Ptjrola umbellata L. sp. pl. 565. Besser i\. galiz. I. p. 273. Besser ennni. p. 16. n. 4;)2. DC. suppl. fl. fr. p. 431. Dnnc. ann. med. IV. p. 340. tab. 7. - Falk Beitr.

II. p. 176. Fleisch, et Lindem, fl. d. Ostseepr. p, 150. Georgi Besrhr. des russ. R. HI. p. i>61. Gorter fl. ingr. p. 65. Hagen Chi. bor. p. 150.— Host. fl. austr. l. p. 497.

Juudz. fl. lith. p. 127.— Kalm fl. fenn. n. 237.— Lepech. lt. III. p. 73. Lnce fl. osil. p. 136. Mart. fl. mosq. p. 75. Oeder fl. dan. tab. 1336. Poiret enc. V. p. 744.

T9

Schuhes fl. Miislr. 1. p. 631. Seringp m. h. p. 43. Sims, bot. mag. tal». 897. Stophciiii fl. mosq. ii. 284. Sw. sv bot. tab. 27. Willd. sp. II. p. 622.

Cjhimaphtla umbellala DC. pr. VII. p. 775. Curt. bot. luag. tah. /7ö. Don gen. sjst. III. p. 865. D. Dou iu Wem. tr. V. p. 243. ~- Eichvv. Skizze p. 143. HöfFt Cat. Kursk p. 30. Lodeb. fl. alt. II. p. 100. - Led. fl. ross. II. p. 932. Rad. diss. p. 33. AVcimn. fl. p( trop. p. 45. Wirzen fonu. p. 3.5. Wirzeii casaii. n. 337.

Dtagnosis. Folia iaiuiua oblaiiceolata, in basi ciiueata iu- tegeri'inia , in medio apiceqiie acnto- et adpresso-serrata, co- riacea , supia obscnre- viridi , inira pallide- viridi. Bracteae lineari-setaceae. Stigma iimbilicum aequans, 1/2 latitiidinis ovarii latiini. Capsula nou nitens, latissima in medio infe- riore.

Descriptio. Rhizoma longe repens, subligneum, album. Caulis ligneus, angulntus, incrementis aunuis 2 12, foliatus, sed squamis destitntus, quia caducis (rnio uonnullae restant). Folia iucrenienti annni oujusque verticillatim approxiniata, la- mina obLinccolata, acuta, iu basi cuneata, integerrima, in medio apiceqiie acute- et adpiesso-serrata, coriacea, supra obscure- viridi nitida, vcuis impressis, supra pallide- viridi. Petiolus linearis, caualifujatiis, viridis, 5 9plo lamina brevior. Pe- dunciili 1 4, squamis destituti, siipenie floribiis 2 7 in umbellain, lorymbum v. racemum positis, niitautibus. Pedicelli puljeruli, squaiua iiiiica uiox in basi mox in medio mox in apice at'fixa. Calyx laciniis senii-obiougis obtusis, vix üauifeste eroso-donticiilatis , aequiloiigis ac latis , corollae et serius fructui iuiiiialuro adpressis, maturitate capsulae reflcxis. Co- rolla petalis oblougis, concavis, brunneo- roseis , rotatim ex- pausis. FiJameuta iu basi trigoua, ovario adpressa, inde dilata-

m

tionc disciformi geniciilatim exfiorsiim curvata, apice adsoen- dpiitia, 11011 couiiiveiitia, a dis«o tenuissirae-ciliato iisqne ad apiceiii rompressa. Aiitherae voiitrirosae, inulicae, violaceae, siiK'is la(pralil)iis profiiiidis a basi usque ad npicein; tiibiilis 2 conieis, subdivergentibiis, poris orbiciilatis, tubiforini-dilata- tis, oblique iiilerne apertis. Stylus brevissimns, superne in- rrassatus, iiinbiliro iinniersus. Stigma horizoiitali -Iciiticiilnre, planum; 5-radiatum, ovario aeqne altiim 1/2 latitudinis ovarii aequilatiim. Capsula erecta, picea, 5-angii!aris, noii nitens, latissima in dimidio inferiore, sligma ^ 3 latitudinis capsulae aequaus. Spermopliorum suico longitudinali biparlitnm, facie externa plana. Seiuina nuileo succineo globoso.

Maas s e.

Planta epigaea 6 ö". Caulis 3—5"; peduuc, 2 3". Folia cum peiioiis 1—2 '/2" '«^"S? 3 7"" breit. Racerau8 längster au der rhathis gemessen 8"'} pedicelli2'/a Q^/i"; bracteae 1 —2'". Diam. corollae 5 6'"; diam. calycis 2Va'"5 laciuiae V" lang und breit. Capsula 273'" '"'ei'» 2"' hoch.

Zeü der Blülhe und Frucht.

Blüht in Mitteldeutscbland vom Ende Juni bis Ende Juli. Es ist die am spätesten blühende aller Pjroleen. Fruchtreife iu der zweiteii Hälfte des September.

Standort. Nur im Schalten dunkler Nadelwälder, vorzugsweise in troclcuem Sande.

Geograph ische Verbreitung.

Europa^ in Suecia, Britannia, Germania, Gallia, Hun~

garia, Dania, Rossia (sec. Ledeb.) septentrionali [Fennia

(Kalm, Wirz.)] et media [Petropoli (Gorter, Weinm.) a Pe-

tropoli usque ad raout. Ural (Falk), Osilia iusula (Luce),

81

Livouia, Ciiroiiia (Fleisch, et Lindem.), Lithuauia (Gilib., Juudz., Eichw.), Warsowia (Eindi), Volhjuia (Besser, Eichw.), Kursk (Hofft.), Mosqua (Steph., Marl.), Kasan (Wirzen)].

Ast'a , in Sibiria nralensi (Lepeih. , Falk) , prope Jeka- therinonburg (Uspensky), in prov. Iset ad laium Tschabar (Gniel.) et altaica (Falk, Ledeb.).

America, ad litora Oteani pacilici (Dougl. , Scouler, Menzies, hb. Hook.), Nntka iusnla (nins. brit.) per Oregon (hb. Hook.) usque ad fontes Columbiae (Drummond), Rocky luout. in lat. 53." (Rirhardson).

Da alle Exemplare westlich von den Rocky mountains, die ich sah, dieser Art angehörten, aber alle Östlich von den Rocky moiint. gesammelten, die ich untersuchen konnte, der folgenden, so habe ich auch einstweilen die geographischen Angaben der anderen Autoren danach geordnet. Weitere ge- naue Untersuchungen müssen lehren, ob wirklich das ange- gebene Gebirg eine In stimmte Grenzscheide für beide Arten bildet.

Ich beschrieb nach vielen Exeiupl. Deutschlands, davon 1 von Merael (hb. Zeyh.jj 2 blüh. u. 1 fructif. von Nutka durch Menziet (mus. brit.) ; 4 v. der Nordwestküste Amerika's, deren Fruchs sie durch Gestalt, Glanzmangel und Kleinheit deutlich als umbellata kennzeichnet; % ebendaher; 3 von Oregon (hb. Hook.j,

2. Chiiiiaphila coryutbosa ni. {Chtmaphila coiymbosa

Pursh ex p.). Do/dent raubiges JVinlergrün. Coryin-

böse JFiiitergreen. Chimaphite corjjmhose.

Pyrola umbeUata var. ß, vnwicana DC. pr. VII. p. 775. Pi/rola cori/mbosa Bertoloni misc. bot. iü. 1S44. p. 12. tab. 3.

28t Bd. U lieft. (}

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Folgende amerikanische Schriftsteller halten jedenfalls bei ihren Beschreibungen diese Art vor sich gehabt, unterschieden sie aber noch nicht von der cnrop<äischen.

Pjjrola umbellala Bart. med. bot. I. tab. 1. Bigel. med. anier. bot. tab. 1.

Chimaphila vmhellata Nntt. gen. I. p. 274. Bigel. fl. bost. ed. 2. p. 174. Hook. fl. bor, am. 11. p. 49. Michx. fl. bor. am. p. 251. Torrey fl. Un. st. I. p. 435.

Pijrola corymbosa Piirsh fl. am. sept. 1. p. 300.

Diagnosis. Folia lamina oblanceolata, basi cnneata iu- tegerrinia, in raedio apiceque acute -et adpresso-serrala, coria- cea, supra obscuro- viridi, infra pallide -viridi. Bracteae lineari-setaceae; stigma umbilicum aequans, ^/^ latitudinis ova- rii latnm. Capsula nitens, latissima in diraidio superiore.

Jtescri'ptio. Chimaphilae umbellalae simiilima, sed tota plaula et omnes ejus partes majores. Filnmentorum disciis subtilius ciliatus saepins niidus. Stigma relative et absolute majus, magis prominens et latius, ^/^ latitudinis ovarii aequans, subconvexum. Capsula erecta, picea, nitida^ melonifortni- 5-cocca (non abrupte -couica Chim. umbellatae), inajcima latitudo in tnedio superiore, stigma persistens ^^ latitudinis capsulae latius. Huc accedif secundum Bertoloni: Folia ra- rius sorrata sunt, minus evidenter discoloria sive subtus mi- nus albentia; laciniae caljcinae subrotundae (ovatae: nmb.); stamina longitudine corollae (corolla breviora: nmb,); Capsula subrotuuda, apice tautum dchiscens poro amplo (fere tota lon- gitudine dfhiscit: umb.) , valvarum suturis laevibus aut vix scabridis (suturis dense granulato - scabris : umb.).

Maasse. Planta epigaea 6— 12". Caulis 3 6". Pedunculus 3 4". Folia cum petiolis 2 3"longis, lamina 20 28'" lang

m

und bis 8"' breit. Racemus, dvr längste an der rhachis ge- messen bis 10''' lang; pedicelii bis 11'" lang; bracteae bis t'". Diam. corollae 6 6V2'"; diam. calycis 3'", laciniae 1'" lang und breit. Capsula 3'" breit, 2V2'" hoch.

ßlüthezeit und Standort wie utnbellata.

Geographische Verbreitung, Das östliche Nordamerika von den Felsengebirgen bis zum atlantischen Oceau. Ad Saskatschawan fl. (hb. Hook.), ad Huron lacum (Todd.), Labrador (Rad.), prope Qnebeck (Percival), pr. Halifax iirbem (hb. Hook.), pr. Boston (hb. Hook.), pr. Newyork (Bertol.), Pennsylvania (Rad. , hb. Zeyh,, hb. Schnittspahn), Carolina (Rad.), a Canada usque ad Caro- linam (Pnrsh) , Mexico circa urbem (DC), Orizaba mons (hb. Hook.).

Ich beschrieb nach 5 blüh. u. 8 fructif. Exempl. des Z e y h e r'schen Herbars, von Bethlehem in Pennsylvania. Nach 1 von Rea- diug in Pennsylvania im Herbar des Hrn. Schnittspahn. Nach 1 von Saskatschawan; 4 blüh. u. 3 fructif. v, Halifax; 1 V. Boston; 2 v. Orizaba, alle im Herbar des Hrn. Hooke r.

Anm. Bertoloni unterschied diese Art zuerst von der vorhergehenden. Auch ich unterschied dieselbe 1850, ohne Bertoloni's Bekanntmachung zu kennen, und nannte sie lamprocarpa. Der sicherste Unterschied liegt ohne Zweifel in der Form der Frucht, was Bertoloni übersehen zu ha- ben scheint.

Die Blätter dieser Püanze werden in Nordanierka vielfäl- tig als diuretica angewendet, wahrscheinlich aufmerksam ge- macht durch die Ureingeborneu , die dies Kraut Sip-tisseva nach Pursh nannten. Ich meinerseits wandte die Ch, um-

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bellata vieli'ach bei eniiresis uoctiirua als diurcticiim luboraus mit oft gutem Erlolge au.

3. Chiiuaphila inacalata Pursh. {Pyrola in. L) Ge-

ßeckles Wii<tergrim. Spotted Wintergrcen. Chima-

philc tachee,

Pjjrola Mariana Pluck. maut. 157. tab. 349.

Pyrola petiolis apice 2 3-flonSj Gronov. fl. virgiii. 48.

Pyrola jnarj/landica minor, folio mucrouato , Petiv. mus. 675.

Pyrola maculata Liun. sp. 565. Bigel. fl. bost. ed. 2. p, 175. Curtis bot. mag. t. 897. D. Dou m. Wem. s. p. 244. Miller dict. n. 4. Michx. am. 1. p. 251. Poir. enc. V, p. 743. ii. 7.

Chiviaphila maculata Pursb am. F. p. 300. Bartl. fl. uorth-am. ill. I. tah. 11. DC. pr. VII. p. 775. Hook, fl. bor. -am. 11. p. 49. Rad, diss. p. 35. tab. 5.

Diagnosis. Folia lamiiia ovato-lanceolata remote-spi- iioso-serrata (2 6 dent. later. cuj.), coriacoa, supra seoun- dnm veuas albido - iiotata, siibtus nibro-brimiiea. Bracteae liueari-setaceae. Stigma umbiliciim excedens. Capsula Ch. corymhosae similis,

üescriptio Rhizoma loiige repens, subligneum. Caii- lis ligueus, aiigiilatiis, iiicremeiitis aiiunis 2 7, squamis destitutus , quia caducis. Folia aiiiii ciijiisque verticillatim lere approxiiuata, lamiua ovata lanceolata, spiiioso -acuta, re- mote- et acute -spinoso-serrata (2 6 deiitibus later. cnj.), crasso - coriacea , subtus rubro-brunnea , supra obscure viridi, secuiidum venas albido notata. Petiolus linearis, 4 8-plo Jamiua brevior. Pedunculus iu basi squamis ovatis, brevibiis, scariosis, hjeme autecedeuie perulam gemmae iuUoresceutiae formautibus; peduuc. iu medio et superue uudus, vei rarius

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snpcrne sqiiama unica lineari - setacea. Flores 2 (rarius 1 vel 3) ?intaiites. Pedicelli pubenili, bractea niilla v. 1 lineari - setacea, varia altitiidine affixa. Calyx lariniis semi-oblongis, obtnsis, snbtilissime eroso -denlinilatis , aeqiie lougis ac latis, 1/4 altitiidiuis petalornm aequantibiis, rorollae atqiie fructui immatiiro adpressis. Petala lotatim ftxpansa, oblonga , coii- rava, tenuissime eroso-fimbriata {rosea Niittall). Filaraenta brevia, antheris aeqnilonga, ad medium usque crassa, ibidem- que in disciim incrassata, disciis margine villosus. Antherae mnticae, roseae, suico lateral! sublimi, lubulis coniris diver- gentibus , in apice poris orbicnlatis tnbiformi-dilatatis oblique interne apertis. Stylus brevis, superne iucrassatus, umbilitum snperaus. Stigma horizontali-leuticulare , planum 5-radia- tnm. Capsula maliformis, picea, lacida , dura.

Maasse . Planta epigaea bis 8". Caulis bis 4''. Pednuculus bis 4V2"' Foliorum lamina ^U 'i" lang, 3 9'" breif. Pe- tiolus 1 3'/o'''' Squamae fiindo pedunculi 2 3'" laug, 1 11/./'' hreit. Pedicelli 5—14'". Bracteae 1 1/^ 2"' lang. Diam. corollae 7 10'". Diam. caljcis 3'" ; par- titnris 1'" lang und breit. Capsula 3'" hoch, 3 1/3'" kaum

breit.

Blüthezeit. Wahrsrheiulich in der zweiten Hälfte des Juni und der ersten des Juli; denn die blüh. Exempl. von den Rocky niount. bei Hook er sind im Juni gesammelt, und Pursh giebt den Juli als den Blüthemonat an.

Standort. In sthattigen sandigen oder kiesigen Wäldern.

Geographische Verbreitung, Die Ostbälfte von Nordmerika von don Felseugebirgpu bis zum atlantischen Ocean, von Canada bis Mexico.

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In specie: Canada (DC), Saskatschawan fl. (hb. Hook.), Rocky mount. (hb. Hook.), Pennsylvania (hb. Hook., hb. Klenze, inus. brit.), Newjersey (hb. Hook., hb. Zeyh.), Vir- ginia (hl). Klenze), Carolina (DC. , Pursh , mus. brit., hb. Zeyh.), Sierra raadre in Mexico (hb. Hook.), Sierra San Pe- dro, Nolasco, Talea in Mexico (hb. Hook,), prope Jalapa (hb. Hook.).

Ich beschrieb nach 2 Exeinpl. von Carolina; 7 blüh, nnd 4 in unreifen Früchten von Pennsylvania; 1 von Newjersey (hb. Zeyh.); 2 von Mexico; 1 von Carolina; 2 von Pennsylvania; 3 vom nördl. America (raus, brit.) ; 5 v. America; 4 v. Rocky mount, ; 1 V. Saskatschawan; 1 v. Newjersey; 7 v. Sierra raadre in Mexico fruct. immat. ; 4 v. Mexico von Hartweg; 1 v. Mexico (Sierra San Pedro, Nolasco, Talea etc.) von Jürgensen; 4 V. Mexico von Coulter frurt. immat.; 1 v. Jalapa, 4 5000', von Linden; 4 v. Jalappa, davon 2 v. Galeotti (alle in hb. Hook.).

4. Chiuiaphila Menziesii Spreng. {Pyrola Menxiesii R.

Br.). Menzies-TVintergrün. Menzies-Wintergreen,

Chimaphile de Mcnzies.

Pj/rola Menziesii R. Br. mscr. D. Don tr, Wern. soc. V. p. 245.

Chimaphila Menziesii Spr. syst. II. p. 317. Don gen. syst. 111. p. 856. - Hooker fl. bor. am. II. p. 49. 1. 138.

Diagnosis. Folia lamina lato - ovata anguste lanceo- lata , acuta, approximato-sorrata (7 15 deutibus later. cuj.), subcoriacca , siipra viridi- non albido notata , subtus rnbra. Bracteae snborbiculafae. Stigma umbilicum perexcedcns. Cap- sula Ch, corymbosae similis.

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Descriptio. Rhizomn repens. Caulis ligneiis, glaber, ruber, increineiitis aiiniiis 2 5. Folia aiini rujusque 2, 3 V. 4 verticillatim approxitoala, sqiiamis multis lanreolatis, sub- aiuplexicaulibiis, peracntis; lainina latü-ovata anguste- iaiiceolata, spiiioso- acuta, aciito- approxiraato-serrata (7 15 (lentibiis Jäter, ciij.), siibroriacea, glabra, nitida, subtiis rubra, supra viridi non albido-maculata. Petiolus linearis 5 6-pJo lainina brevior. Pednnculi 1 3, erecti, lilifor- mes, glaberrimi, rubri, basi sqiiamis 2 4 lauceolatis , per- acutis, in inedio apiceque nudi , tloribns uiitantibns 1, 2 vel 3. Pedieelji glabri, bracfea niilla v. unica varia altitiidine affixa, suborbiculata, membranacea, snbtilissiine eroso-<lenticiilata. Caljx laciniis senii-orbiculatis, tenuiter-nienibranaceis, laxis, eroso-dentituialis. Corolla alba, expansa, petalis ovalibus. Filainenta brevia, disco viiloso (minus villoso quam €h. nia~ etil.). Antherae sicut Ch. macul. sed lubulis lectioribus. Sty- lus rectus, uinbiliciun miilto superans. Stij^ma subhemisphae- rieuiu , 5-radiatnm, Capsula inaliforniis, picea, glabra, erecia, a Capsula Chim, maculatae faciliter distinguenda laciniis ca- lycinis tenuioribus, laxioribus, majoribus et bracteis persisten- tibus, vaginantibus, latissiniis, membranaceis.

Maasse. Planta epigaea bis 6". Caulis bis ^^/^"- Peduncuhis bis an pedicelli 1 1/^ _ 1 1/^". Pedicelli 4 9'". Bracteae

1 Va 2'" lang, meist 1 Va'" '"*eil- Folia lamina '/2-^ li/'i" lang und bis 1/2" b«<''<- Petiolus 1 "^ 2'" lang. Laciniac calycinae 1 J/^'" bocb und kaum schmäler. Pet.ilum 21/2'" 1''^"^ ""d g"t ^"' breit. Capsula 2 Vi"' breit, knapp %'" hoch.

Blüthezcit nirgends angegeben. Standort : in hochwaldigen Gründen.

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Vaterland.

Der Westen von Nordamerika , vom stillen Ocean bis za den Coliimljiafällen 5 also die Felsengebirge bei weitem nicht erreichend. Bis jetzt weder in Californien, noch im englischen Nordamerika gefunden.

In specie : Ora boreali-occidentalia (mus. brit. sec. Menz.); ad basin montis Hood ad Columbiafalls in Oregon, non raro (hb. Hook.).

Ich beschrieb nach 4 blüh. ii. 2 tructific. Exempl. von Menzies von der Nordwestküste America's (raus. brit.). Nach mehren Exempl. auch in Frucht von den Columbia -Wasserfällen (hb. Hook.).

P. S.

1) Nach der botanischen Zeitung von v. Schldl. u. Mohl 1843. p. 761. stellt in den Transactions of the american phi- losopb. Society, hehl at Philadelphia. Vol. VII. p. 251. 1843. Nnttatl eine neue Art: Pyrola elata , auf. Ob die Art- selbstständigkeit wirklich begründet ist, kann ich nicht sagen, da ich mir die Beschreihung derselben nicht verschaffen konnte. Gefunden wurde dieselbe in Oregon, und gehört vielleicht zu einer der beschriebenen Thelaict , trib. anguste-sqtiamatae.

2) Nach der bot. Zeitung von v. Schldl. u. Mohl 1847. p. 607. macht in den „Sitzungen der bot. Gesellsch. in Ediub. V. I2.N0V. 1846" Hr. Kengon eine Bemerkung über einein Lancashire gefundene Pyrola, welche als neue Art Pyrola maritima Ken. genannt werden soll. Sie soll sich von P. rotundifolia durch Grösse, Gestalt und Länge der sepala und Länge der stamina unterscheiden.

Sehr wahrscheinlich ist dies die Thelaia intermedia, vielleicht selbst eine vereinzelte Th. grandißora.

Rubi Hennebergeuses.

Beitrag zur Kenntniss deutscher Brombeersträucher,

von

Dr. J. C. Metschy

Königl. Sanilälsralh , corresp. Mitglied der K. baier. bot. Gesellsch. zu Regeiisburg.

Difficile est speciei iniaginem et ideam aiiimo concipere vai'ieta- tumque affinilates discei-nere. Wimmer et Grabowski.

AFer Verfasser nachstehpiider Blätler hatte bereits in seiner Flora Hennebergica (Schiensingen 1845), so weit sieh damals seine Bekanntschaft mit den Brorabeerstränchern des Gebirges erstreckte, 19 wildwachsende Weihe'sche Arten aufgeführt, zn welchen anch jR. macroacanthvs (?) nnd R. tfj/striar ge- hörten. Der erstere ist jedoch , wie sich der Verf. erst spä- ter überzeugte, nicht die ächte AVeihe'sche Pflanze, sondern gehört zu jR. villicaulis Köhler, während R. Hi/striar , des- sen Aufnahme sich anf fremde, obgleich völlig glaubwürdige Auctorität gründete , nngeachtef wiederholter nnd sorgfältiger Narhforschnngen, weder an dem angegebenen Fundorte, noch an irgend einer anderen Stelle des Gebietes wieder aufgefunden

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wurde. Wahrscheiulich ist diese seltene Art durch Urbar- inachiaig oder durch Ueberwaohsmig' des Geburtsortes imtcr- gegangeii. Dagegen wurden die eifrig fortgesetzten Naeh- snchnn|;en des Verf.'s, dem seine Uebersiedlung von Suhl nach Schlensingeu ein nenes Terrain eröffnete, dadurch be- lohnt, dass ausser jenen 17 noch 12 andere Speries, von denen bereits 10 in dem Weihe und Nees v. Esenbeck- schen Werke beschrieben sind, so wie eine Reihe von Ab- arten und Formen aufgefunden wurden, die zum Theil noch iinbekaniit zu sein scheinen. Zur Berichtigung und Ergänzung der genannten Flora sowohl, als auch zu dem Zwecke, seine Beobachtungen und Erfahrungen über das von manchem Bo- taniker immer noch in Zweifel gezogene Artrecht dieser viel- gestaltigen Typen darzulegen und zur Kennfuiss derselben beizutragen, hat der Verf., den Anregungen einiger Freunde gemäss , sämmtliche Brombeersträucher des Gebietes sorgfältig zu characterisiren unternommen. Wenn hier und da die Dar- stellung von den Erfahrungen anderer Schriftsteller abweicht, so beruht diess in der vorherrschenden Eigenthümlichkeit die- ser Gattung, gleich den stammverwandten Rosen, ihre äus- sere Gestalt nach der Verschiedenheit der örtlichen Verhält- nisse zu wechseln. Welchen Einfluss Licht und Schatten auf Bekleidung und Farbe der Blätter, besonders ihre untere Flä- che, auf Zahl und Richtung der Dornen, auf die Dichtigkeit des Gewebes ausübt, wie der Feuchtigkeitsgrad, die geoguo- stischen Verhältnisse, so wie die absolute und relative Erhe- bung des Bodens zu den mannigfachsten Formveränderungen Anlass geben, ist bereits von Andern hinreichend nachgewie- sen. R. thijrsoideus zeigt auf Kalkboden eine andere Form, als auf Sandboden; dieselite Art trägt im Gebiete auf feuch- tem, humusreichem Waldboden breit -eiförmige oder herz- eiförraige, auf sterilen, sonnigen Saudsteinfelsen länglich-

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schmale oder lanzeüförniige Blättcheii. Ueherhaiipl finden sich im ganzen Gebiete nur wenige Arten, die beim Wechsel der Localverhältnisso stets völlig constante Formen darbieten.

Diese Wandeüjarkeit zeigt sich jedoch nur in den unwe- sentlichen Theilen, während die wesentlichen, eine bestimmte Art characterisironden F'ormen fast nnter allen Umständen dieselben bleiben. Schon Cour toi s (Lejeune Comp, Fl. Belg. II. p. 160.) sagt: „Plnres jam dudiim colimns species in horto botanico Leodiensi, characteribns propriis haud imrantatis , et adesse botanicos qni omnes species Weiheanas rejiciant mi- ramur." Jordan ist dnrch Cultnrversuche mittelst Aus- saaten zu einem gleichen Resultate gelangt, und es wäre zu wünschen, dass dieselben Versuche von Anderen wiederholt und erweitert würden. Die Aussaaten des Verf.'s haben bis jetzt noch zu keinem sicheren Resultate geführt.

Dass wenigstens die Hälfte der von Weihe und Nees V. Esenlieck aufgestellten Arten als selbstständige und con- stante Glieder der Gattung zu betrachten ist, darüber herrscht unter den vorzüglichsten Auetoren der in- und ausländischen Broniboer-Litteratur kein Zweifel. Mit demselben Rechte, mit welchem man die Linne'schen Arten fruticosus und caesius zu trennen gewohnt war, müssen thijrsoidcns, toinen- tosus , Sprengelii , Schlelcheri , Koehleri, hirtus, glandn- losus, dumetorum und andere als gute Arten betrachtet wer- den. Dass jedoch alle in den RubisGermanicis beschriebenen Typen selbststäudige Arten seien, haben die Verff. nirgends behauptet. Nur über einige derselben herrscht in Betreff des Arlrechtes eine Verschiedenheit der Ansicht, zu deren Aus- gleichung noch zahlreiche Beobachtungen und Versuche wün- schenswerth sind.

Was die von Einigen in Zweifel gezogene Bastarderzeii- gung der Rubi anlangt, so hat den Verf. eine 15 -jährige

Beschäftigung; mit dieser Gattung zn der Ueberzengnng ge- führt, djiss wenigstens zwischen einigen Arten, namentlich R. Idaeus , caesius , dumetorum nnd hirh/s, eine gegenseitige Befruchtung angenommen werden müsse, da sich im Gehiete nicht selten unfruchtbare Mittel formen , gleich wie bei den Weiden, Disteln, Königskerzen n. a., finden, welche die Cha- ractere zweier, in der N<ähe wachsender Arten vereinigt an sich tragen. Die dahin gehörigen Producte der Kreuzung sind bei den bezüglichen Arten beschrieben worden.

Die Brombeerslräucher haben, ausser dem gemeinschaft- lichen Gattungscharacter, in der Art ihrer Fortpflanzung, im Wnchse nnd Habitus^ in der Bewehrung und Blatibildung, der Form der Neben- nnd Deckbl<älter, so wie in der Stellung der Blüthenzweige und Blumenstielchen so viel Uebereinstim- mendes, dass es nicht Wunder nimmt, weunLinne und seine nächsten Nachfolger nur eine sehr geringe Zahl von wirklich getrennten Arten nnterschieden , weil man ohne Zweifel die coustiuiten und wesentlichen Zustände von den wandelbaren nnd unwesendichen zn wenig trennte. Aber schon Be llard i, Waldsteiu und Kitaibel, Borkhausen, Hajne, An- derson, Smith, Villars, DeCandolle u. A. beschrie- ben Brombeerarten, die sich mit keiner der Linne'sclien ver- einigen Hessen. Erst Weihe nnd seinem Mitherausgeber der Rubi Germanici gebührt das Verdienst, eine grössere Zahl von Arten zu unterscheiden, die allgemeine Aufmerksamkeit auf diese polymorphe Galtung zu lenken und den Weg zu zeigen, der zjir Vervollständigung der Kenntniss ihrer Arten und For- men führt. Manchen Physiologen, die nur der Erforschung des inneren Baues der Vegetabilien einen wissenschaftlichen Wertb zn viudiciren geneigt sind, mag es gleichgiltig sein, ob man die Brombeersträucher für Arten, Abarten oder For- men hält; der Systematiker erachtet es für ebenso wissen-

93

schaftlich, aus der GesaiuinteiitwickeJiing die SelbstsUäiidig- keit oder Zufälligkeit eiuer rilanzeuform abzuleiten. Auch würde mancher Hennebergische Landmann, der die wohl- schmeckenden Brombeersorten von den weniger schmackhaften sehr wohl zu unterscheiden weiss, den Botaniker beschämen, der nur R. fruticosus von R. caesius zu unterscheiden ge- lernt hat.

Seit dem Erscheinen der Weihe- und Nees v. Esen- beck'schcu Monographie, deren Werth noch durch Mitthei- lungen Weihe'scher Original -Exemplare erhöht wurde, hat die Zahl der Brombeerarten im In- und Auslände bereits eine beträchtliche Höh«' erreicht, und es ist mit Sicherheit anzuneh- men , dass noch manche Species entdeckt werden wird , wenn ein allgemeineres Interesse an dieser verkannten Gattung un- ter den Botanikern herrschend wird.

Zu den wesentlichen und wegen ihrer Beständigkeit auch vom Verf. zur Abgrenzung der Arten benutzten Characteren ge- hören:

1) Die Richtung des unfruchtbaren, nur Blätter tragenden Stengels (caulis slerilis, Schössling oder schlechthin Sten- gel genannt). Er ist entweder aufrecht und nur an der Spitze überhängend, oder er neigt sich nach einem grös- seren oder kleinereu aufrechten Bogen zu Erde, wo er lie- gend forlwächst ; oder er ist gleich von der Basis an zur Erde niedergestreckt und kriecht auf derselben fort. Es muss jedoch bemerkt werden, dass nur freistehende, also jedes in der Nähe befindlichen und sich über den Boden erhebenden Stützpunktes beraubte Sträuchcr maassge- bend sind.

2) Die Form der Oberfläche, die entweder stielrund oder isantig, stumpf- oder scharfkantig ist, mit flachen oder ausgefurchten, geriunelten oder gestreiften Seiten.

3) Die Bewehrung desselben, welche nur selten gänzlich fehlt. Sie wird vermittelt durch Dornen (aciilei ^'*), Döriuhen (acu- leoli), Stachelborsteu oder Nadeln (acicnli) oder Drüseu- horsten (setae glandiiliferae). Die Dornen sind gleichför- mig oder ungleichförmig (von verschiedener Gestalt und Grösse), stark oder schwach, gerade oder gokrümnit, die ersteren rechtwinklich abstehend oder zurüekgeiiciü,t, die letzteren krumm, sichel - oder hakenförmig; die Zahl der- selben ist veränderlich.

4) Der reifartige (pruinosus, caesius) Ueberzug desselben, welcher nur einigen Arten angehört und dann bei jungen Schösslingcn constant ist.

5) Die Form der Stengelhlätter, welche selten variirt; doch können länglich -eiförmige in längliche, lanzettliche und verkehrt -eiförmige; letztere in keilförmige; breiteiförmige in kreisrunde; ferner an der Basis abgerundete in herz- förmige Blältchen übergehen. Das Endblättchen eines ge- fingerten, gefiederten oder fussförmigen Blattes aus der Mitte des Schösslings ist gewöhnlich am vollständigsten entwickelt. Fi'uifzählige Blätter gehen durch Verwachsung der Seitenblättcheu in 3-zählige, durch Theilung des End- blättchens in 6- bis 7- zählige Blätter über.

6) Dieselbe Bewandniss hat es mit der äusseren Gestalt, der Bewehrung, den» reifartigen Anfluge und der Blattform des Blülhenastes.

7) Die luflorescenz ist in Bezug auf Stellung und Anordnung der ßlüthenzwoige. Stiele und Stielchen zur Beurtheilung des Artrechtes von Wichtigkeit. Sie ist dicht oder locker

*) Die aculei der Rosaceen werden gewöhnlich Stacheln genannt. Der Verf. hält sich an den Sprachgebrauch: ,, Keine Hosen ohne Dornen."

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und iiiiterbrocheii , bildet eine Traube, eine Doldentraube oder eine Rispe, mit aufreehteii , angedrückten oder ab- stehenden und sparrigen Stielen. Ferner kann die lu- florescenz mit Blättern oder nur mit Deckblättcheu ge- stützt sein.

8) Eine noch grössere Beständigkeit zeigen die Fortpflan- zungsorgane mit ihren Hüllen, nämlich a) die Form der Kelchblättchen; b) die Richtung derselben bei und nach der Blüthezeit nnd bei der Fruchtreife; c) die Form und gegenseitige Stellung der Blumenblätter; d) das Längen- verhältuiss zwischen Kelch und Blumenkroue, Staubfäden und Griffel; e) die Form und Bekleidung (Flaum, Reif u. s. w.) der Frucht.

Trügerisch dagegen und unbeständig sind Farbe und Be- haarung, besonders au der unteren Fläche der Blätter, die Anwesenheit oder Abwesenheit der Drüsen, die Zahl der Waf- fen, der Deckitlättchon und Blüthen, die Bewehrung des Kel- ches nnd die Farbe der Blumen.

Ueberhaiipt vermag nur eine vieljährige Beoliachtung die- ser dornenvolleji Gattung in den verschiedensten Enlwicke- lungsstufen und an den mannigfaltigsten Standörtern ein rich- tiges Urtheil über Art und Abart derselben zu begründen, wenn anders ohne hinreichende Anssaatversuche ein sicheres Ilrtheil überhaupt möglich ist. Wenn aber einige Floristen der neuesten Zeit in ihrem Unmuthe über die immer mehr an- wachsende Zahl der Brombeerarten behufs der Anordnung ans jeder Hanptabtbeilung des Weihe und Nees v. Esenbeck- schcn Werkes eine einzige ^rt adoptiren , allenfalls noch dem JR. cor^lifolius Sm. (sie!) aus besonderer Begünstigung das Artreeht gestatten, dagegen alle übrigen als Varietäten den bezüglichen Arten unterordnen, so ist es kein Wunder,

96

wenn die heterogensten Dinj^e willkürlicli zusammengewürfelt, z. B. R. ihyrsoideus und lomenlosus mit R. frulicoxus L., R. Sprengelii und Schlecht cndalii mit R. pnbescens , R. vcstitus und Sihleicheri mit iJ. glundvlosus Bell, vereinigt werden. Nomina sunt odiosa.

Dass zur Erkennung und Beschreiliung eiups Brombeer- strauchs der unfruchtbare Stengel mit dem Blüthenaste, so wie völlig entwickelte Blütheu und Früchte erforderlich sind, ist bekannt 5 aber (in Stück aus der Mitte des Schösslings mit einem Blatte reicht nicht hin; zu einem vollständigen Exem- plare gehören auch die Basis und die Spitze des Schösslings mit den entsprechenden Bhätterji, ferner ein Stück des zwei- jährigen Stengels, aus 'welcheui der ßlüthenast hervorgegan- gen ist, und die auf dem beizulegenden Zettel befindliche An- gabe über die natürliche Richtung des Schösslings, die Stel- lung oer Kelchblätter bei und nach der BlütLezeit, ßeschalFen- heit der reifen Frucht, Zeit des Blühens und dfr Fruchtreife. Diese Angaben sind unerlässlich , da die fraglichen Zustände aus abgt'schnittejien und getrockneten Exemplaren theils gar nicht, theils höchst unvollkommen zu ersehen sind.

Wenn übrigens der Verf. in Uebereinstimmnug mit ande- ren Schriftelleru manche Weihe'scho Arten als Abarten be- trachtet, so hielt es derselbe für nöthig, wenigstens die Weihe'schcn Namen beizubehalten, wenn nicht das Prioritäts- recht eine Abänderung erheischte, andererseits aber auch nur denjenigen Brombeersträuchern die Weih e'schen Benennungen beizulegen, die mit den Diagnosen und Original -Exemplaren desselben, wenn auch nicht immer mit den Abbildungen der Rubi germanici , vollkommen übereinstimmen, ein Erforder- niss, dem nicht alle Batogrnphen genügt zu haben scheinen. Es soll hier nur an R. fastigiatus , nitidus , vulgaris^ car\nnifolius y villicaulis, sylvaticua und andere Benenuuu-

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gen erinnert werden , die nuan nicht selten den verschiedensten Formen beilegte.

Wenn ferner der Verf. die Region, aus welcher die Blu- men- und Stanliblcätter der Rubi entspringen, nicht dem Kel- che, sondern dem Scheibenboden beizählt und die Früchte conocarpia nennt, so folgt derselbe lediglich den Ansichten der heutigen Physiologen.

Dass die Brombeerschösslinge an ihrer Spitze, ja bei einigen Arten sogar nicht selten bis auf die Basis dem Winter- froste erliegen , beruht auf ihrem inneren Baue. Sie enthal- ten nämlich nur einen einfachen Gefässbündelkreis, der einen breiten Markkörper umschliesst. Die einzelnen Bündel son- dern eine deutliche Basischicht ab und zeigen nach Aussen zahlreiche Tüpfelgefässe, welche bei der Kürze der Vegeta- tiouszeit nicht hinreichend verholzen, wodurch die Achse im Winter so leicht zu Gruude geht. Durch die Zwischenräume der einzelnen Gefässbündel ziehen sich grosse Markslrahlen hindurch. Der Markkörper besteht aus Parenchjmzellen, die mit einem braunen Farbestoff gefüllt sind.

Nicht selten schlagen die Schösslinge an der Spitze Wur- zeln, welche in den Boden eindringen und zur Erzeugung ei- nes neuen Individuums Veranlassung geben.

Das Gebiet der Hubi Henncbergenses umfasst einen Flächenraum von etwa 6 Quadratraeilen, und gehört vorzugs- weise dem Königl. Preussischen Antheile der ehemaligen Graf- schaft Henneberg, j'tzt dem Kreise Schleusingen, am süd- westlichen Abhänge des Thüringer Waldes zwischen Ilmenau, Schmalkaldcn, Meiningen und Hildburghausen gelegen, an. Der stete AVcchsel von Berg und Thal , Wäldern und Feldern, eruptiven und sedimentären Formationen, trockener und feuch- ter BodenbeschaftVnbeit iiedinat ohne ZweifiJ die Manuigfal-

28r Bd. Is Ueft. 7

S8

tigkeit der Vegetation überhaupt und der Brombeersträucher ins Besondere. Der Kalkboden des Gebietes begünstigt vor- zugsweise den R. saaratiUs , caesius , dumciorum, rhamni- folins\ an höhereu granitischen Gebirgen finden sich beson- ders R. glandulosus , hirtus (beide doch auch auf Sand- boden) und pygmaeus , während man in einer absoluten Höhe von mehr als 2500' ebenso wenig wie in hochstämmigen, ge- schlossenen Holzbeständeu irgend eine Brombeerart erblickt; am meisten vertreten ist die Gattung Rubus auf sandigem Boden , besonders der Waldblössen und lichten Bergalihänge, der Wald- und Ackerränder, der Gebüsche, Haine und Zäune; au Flussnferu zeigen sich R. suberectus und Formen von cacsius und dumelorum,

Was die Anordnung der Arten in nachstehender Abhand- lung belriflt, so beruht dieselbe auf dem l'rincip der Aehn- liihkeit und der natürlichen Verwandtschaft. Wenn hier und da der Zweck nicht völlig erreicht worden ist, so möge der Verf. in der Thatsathe einige Entschuldigung finden, dass die Natur die Glieder ihrer Familien nach den Graden der Ver- wandtschaft nicht in linearer, sondern in bäum- oder netz- förmiger Richtung anzureihen pflegt.

Endlich hält es der Verf. für angemessen, diejenigen Schriften aus der ßrombeer- Literatur im Zusammenhange namhaft zu macheu, die derselbe zu vergleichen Gelegenheit halte. Zuvor aber stattet derselbe denjenigen Männern, die ihn durch mühevolle Zusendung litterarischer Hülfsmittel be- reitwillig unterstützten, seinen Dank ab, vor All« n dem Hrn. Prof. V. Schlech le ndal, A*':m Hrn. Prof. Carl Koch und dum Hrn. Dr. Garcke in Berlin.

99

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102

RubUS Tournef. L. Brombeerstrauch . Himbeerstrauch.

Familia System. Naturalis : Senticosae L. (Philos. Bot.) Trib. Potentilleae Fries. Rosaceae Juss. Trib. Dryadeae DC. (Prodr. Syst, Nat.

Regal Veget. II. 549.; Rosaceae. Trib. Dalibardeae C. Koch ( drnpae nionosper-

mae connatae). Hort. Dendrol. I. p. 113. Class. XII. Syst.

Sexual. LiiiH. : Icosandria. Ord. Polygijnia.

Character genericus. Calyx siinplex 5-fidus, nou decidnus, una cum corolla 5-petala ac staraiuibus numeri indefiniti hypopodio tori spon- giosi inseritur; carpella drupacea pluriraa, quae epipodium tori (gynophornm) conicum aut pulviuatum occnpant, in bac- cam spuriam (coiiocarpium) postremo secedeiitem eoeunt ; styli snblaterales deridui.

A. Herbacei.

Caulis herbaceus-, slipulae caulinae; gynophorum pulvi- uatum.

1. R. saxatilis L. Felsen- Brombeere. Steinbeere.

Flora Suecica. Edit. II. No. 447. Spec. Plaut, curaute Willd. Edij. IV. Tom. II. P. II, p. 1088. Weihe et Nees ab Esenb. 1. c. p. 31. t. 9. Guimpel u. Hayue tab. 104. Mert. et Koch Dcutschl. Flor. III. p. 491. Reicheub. Flor. Germ, excurs. p. 608. Petermanu Fl. Lips. p. 373. Ar- rhenius Mouograph. p. 52. Betclce 1. c. p. 143. Metsch Flor. Henneb. p. 257. Schöuheit, Taschenb. d. Flora Thü-

103

ringpns. 1830. p. 134. Bahington 1. c. p. 104. Grenier et Godrou 1. c. p. 536.

Caiile sterili hcrbaceo prostrnto hispido , fol. oranibiis 3/ta/i.s; ramo florifero erecto hirto aciculato paiicifloro, flo- ribiis tprminaliljiis fasciculato - svbumbellatis , calycis lariniis erectis postienio rejlejcis', petalis Uneari-oblongis alhis caljjcem stibuequantibus; couoearpiis rubri's , drupeolis di- fitinctis pancis.

Schössling; krautartig, lang, fadenförmig, völlig nieder- liegend, gebogen, behaart, toh sehwarhen, krantartigen Sta- rhelborsten hackerii^', mit der Spitze eich in den Boden ein- "wurzelnd nnd im Winter wegen seiner Weichheit bis auf eine kurze Basis absterbend, aus wehher im Frühling der Blüthen- ast hervortritt. Nebenblätter am Sehösslinge sitzend, lanzett- lich, gegen die Spitze desselben fädlith, am Blüthenasle ei- förmig, fast stengelnmfassend , stumpf. Blätter, sow^ohl des Srhösslings als des Blüthenastes, 3 -zählig, weirhbehaart, grün; Endblättthen gestielt, lireit- eiförmig oder verkehrt - eiförmig; Seitenblättrhen fest sitzend, rauten- eiförmig; alle ungleich-, fast doppelt gesägt; Blattstiel schwach gerinnelt, behaart und hackerig. Blüthenast krautartig, aufrecht, stumpf- kantig, weithhaarig, armblüthig. Blüthen zu 3 bis 8, meist knrzgestielt, einfach, klein und weiss, büschelförmig an der Spitze der Achse stehend, von lanzettlichen, einfachen oder 3-theiligen Deckblättchen gestützt; ausserdem oft noch ein- zelne, länger gestielte Blüthpu in den Winkeln der obersten Blätter; Blütheustielchen aufrecht, behaart; Kelchzipfel zur Blüthezeit meist aufrecht, bei der Fruchtreife zurückgeschla- gen, lanzettlich, zujiespitzt , behaart; Blumenblätter länglich, aufrecht, schmal und klein, den Kelchblättchen fast an Länge gleich; Frucht rolh, klein, arm an Steinfrüchlchen , welche ziemlich gross sind und nur am Grunde zusammenhängen, von

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mehligem, säuerlichem Geschmack. Die kleinste Art im Gebiete.

Im Lanbholze auf steinigem Kalkboden bei Themar, Grub, Eichenberg u. s. w., auf Kalkspatgängen des rothen Porphyrs am Domberge bei Suhl.

Bliithozoit Juni und Juli, Fruchtreife im Juli und August.

A n m e r k. : In des Verf.'s Flora Heuneb. p. 258. ist danach die Angabe der Fundorte zu berichtigen und die in ( ) beigefügte Bemerkung zu streichen.

B. Frut escent es. Caulis frutescens; stipulae petiolares. Gjnophorum co- nicum.

I. Pinna tifolii. Folia canlina 3-nata et 5 7-nalo-pinnata. 2. JBL, Idaeas L. Himbeerstrauch. Flora Succic. Edit. I. No. 408. et Edit. II. No. 446. J. A. Gramer, Anl. z. Forstwesen. Braunschw. 1766. Tai. 48.

Spec. plautarum curaute Willd. T. II. P. II. ip. 1081. Hayne Arzencigew. Taf. 8. Weihe et Nees ab Es. 1. c^ p. 120. tab. 47. Guimpel et Hayne tab. 97. Mert. et Koch Deutschi. Fl. T. Hl. p. 490. Reichenb.Fl.Germ.exe. p. 608. Petermaun Fl. Lips. pag. 373. Arrhenius I. c. p. 11. Betcke I. c. p. 83. Metsch Fl. Henneb. p. 258.

Schönheit Flor. Thüring. p. 133. Babington I.e. p. 92.

Greiiier et Godron 1. c. pag. 55.

Gaule Sterin (ut in sequentibus) frutescente erecto apice arctialo-cernno , tereti caesio- pruinoso aciculato, fol. 3- natis et 5 -neito - pinnaf /'s , subtus niveo-tomentosis, foliolis OTato-acuininatis; stipulis petiolaribus; panicula laxa, pedun- culis axillaribus corymbosis pauciÜoris erecto -patiilis, po- stremo declinatis, calyce viridi inermi patulo sub fructu re-

iÖ5

llexo ; petalis aiigiistis erectis albis , conocarpiis rubris pu- benilis.

Variat apud uos ß. canescens: lol, snbtiis e viridi canescentibiis, pinnis su- perioris paris aiigustioribns sessilibns ad foliolnm termi- nale quam proxime positis, iuferioris paris inajoribiis aiiri- cnlatis brevissime petiolulatis; ramo üorifero brevi teniii, fol. 3-natis iniiioribus sublus canescentibiis; Horibns ste- rilibus.

Synou. : jR. caesio- Idaeus Meyer Flor. Hnnnov. exe. p. 172. R. Pseudo- Idaeus hQ\e\ii\e Revue de la Flore de Spa p. 202. R. caesius ö. Psetido- Idaeus Weihe et Nees ab Es. Rubi gernian. p. 104. 106. R, to- mentosus Guinipel tab. 98. DC. Fl. fr. it. holose- riceus Vest. Schössling aufrecht, an der Spitze überhängend, stiel- rund ^ grün und bereift, am Grunde behaart, mit geraden, borstenförmigen, braunen, an der Basis etwas breiteren Dörn- chen reich besetzt, selten fast ganz iinbewehrt. Blätter 3- zählig und Szählig- gefiedert, oben glänzend, grün, unten weissfilzig, bei ß graugrün; Eudblältchen lang gestielt, ei- oder herzförmig, Seitenblättchen sitzend, alle zugespitzt und ungleich gesägt; bei ß sind die Fiederblältchen des oberen Paares schmaler, und stellen eigeutlich nur Abschnitte des bis auf die Basis getheilten Eudblättcheus dar, während dio un- teren Fiedern au der Basis verbreitert und ohrförmig gelappt sind. Blattstiel rundlich, mit wenig borstenförmigen Dörnchen besetzt (seltner ganz unbewehrt), schwach behaart; Neben- blättcheu am Blattstiele, fädlich und behaart. Blülhenstengel oben ästig, stielruud, fast unbewehrt. Blüthenast kantig, grün, behaart, fast dorueulos, aufrecht, später gebogen, reich mit Blütheuzweigen bedeckt; Blätter 3zählig, Eudblältcheu ge-

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stielt, Sciteubltättehen sitzond, alle klein, oval, am Rande eingf schnitten, grün, unten grau- oder weissfilzig; Blatt- stiele behaart nnd gerinnelt; Nebenhlättchen fädlirh; Inflo- resrenz ans kleinen, lockeren, blattwinkel- und ausserblatt- winkelstcändigen, anfangs aufrechten, später überhängenden Doldentranben bestehend ; Blüthenstiele behaart, oft etwas be- dörnelt und beblättert. Kelch abstehend, bei der Frnchtrcife zurückgeschlagen, graugrün, dünnfilzig, Abschnitte lanzett- lich, laug zugespitzt, mit grauweissen Rändern. Blume klein, weiss, bei ß unfruchtbar; Bluraenblntter aufrecht, länglich - verkehrt -eiförmig, an der Basis sehr verschmälert, kürzer als der Kelch. Früchte wohlschmeckend und wohlriechend, roth und etwas flaumig, an cultivirten Sträuchern grösser und gelblich abäiiderud.

Gemein auf Waldlilössen, an ßergabhängen , Gebüschen; die Varität ß, in Hecken au Ackerrändern auf Kalkboden bei Wiedersbach.

Der fast überall wachsende und in Anlagen und Gärten wegen seiner wohlschmeckenden Früchte angebaute Himbeer- strauch kommt auf magerem Boden oft nur mit Szähligen, an cultivirten Sträiich<rn hier und da mit 7zählig- gefiederten Blättern und auf sterilem Waldboden, jedoch selten, monströs durch übermässig gehäufte Blüthenknospen vor, deren sämmt- liche Bla(lge()ilde durch rückschreitende Metamorphose in schuppenförmige , graufilzige Blättchen umgewandelt sind, wo- durch die stets unfruchtbaren Knospen der Hülle gewisser Ar- ien von Gnaphalium oder Arlemisia gleichen.

Die Varietät ß ist ohne Zweifel ein Bastarderzeugniss von R. Idacus und caesius , und wird nach Weihe's Vor- gange fast von allen Schriftstellern als Abart von 71. caesius betrachtet, Sie steht aber augenscheinlich, sowohl in Betracht

d

der Bewehrung und der gefiederten Blättern des Schösslings, als in Rücksicht auf Kelch und Blumenblätter dem R. Idaeus weit näher. Die Richtung des Schösslings ist im Gebiete zwar stets aufrecht, doch finden sich niemals freistehende, sondern nur in anderen Sträuchern aufwärts strebende Stengel , so dass die natürliche Richtung nicht beobachtet wird.

Von dieser Abart unterscheiden sich 2 andere, im Ge- biete noch nicht aufgefundene Formen, nämlich R. caesio- Idaeus Lasch forma viridis aus Driesen und R. Idaetis vi- ridis Spenner (Flora Friburg.) aus dem Mooswalde bei Frei- bnrg im Breisgau. Beide weichen nämlich dadurch ab, dass ihre Blätter au beiden Flächen grün, unbehaart , glänzend und fast durchscheinend sind.

II. Palmatifolii. Folia caulina 3nata aut 5 7nato-digitata vel pedata, a. Caulis teres pruinosus; folia caulina utpliirimum 3nata, foliolis lateraliijus siibsessilibns.

3. R. caesius L. Blaue Brombeere oder Kratzbeere, Bocksbeersf rauch.

Flor, Suec. Edit. II. 1755. No. 445. Spec. Plant. Edit. IV. curante Willd. T. II. p. 1084. Hayne Arzenei- gew. T. III. lab. 9. Weihe et Nees ab Es. 1. c. p. 102. tab. 46. Guimpel u. Hayne tab. 100. (caesius umbrosus). Wallroth Schedul. crit. p. 227. Reichcnb. Flor. Germ. exe. p. 608. Merteus et Koch 1. c. III. p, 489. Petermann Fl. Lips. pag. 372. Arrhenius I. c. p. 50. Kaltenliach I. c. p. 302. Metsch Flor. Henn. p. 257. Schönheit Flor. Thür. p. 133. Betrke 1. c. p. 138. Babington I. c. p. 104. Greuier et Godron 1. c. p. 536.

Caule slerili prostrato gracili tereti glabro caesio-prui- noso aculeolis subsctaceis armato , fol. ^natis , rarissime

108

(in qnibusdnm Variet.) pinuntis aut pedatis, foliolo tertninali longo petiolulato ovafo acuminalo , lateralibus subsesstli- bus rhombco-ovatis; paniciila siinpliciuscula subfasti^iata; caljce subviridi roriaceo fruchti adpresso , petalis ovalibus emargiuatis albis, coiiorarpiis iiigris rore caesio adspersis. Variat iutra ünes Henneberg.

A. Molles (Godroü Moiiogr. p. 11). Fol. mollibus, plauis , viridibus.

a. umbrosus Wallr. (Sched. crit.) Caule sterili siibacicii- lato, fol. majoribus ntiinque viridibiis siibpiibesceiitibiis, foliolo terminali lato-ovato siib- 3-lobo basi siibrordato, lateralibus inargine inferiore 2-iobis aut ventricosis; pa- uiciila laxa pauciflora subglauüulosa, äoribiis albis aii^ siibroseis.

ß, parvifoiius Wallr. (I. f.). Caule ülifornii subacicnlato fol. parvis supra glabris subtus piibesrentibus, foliolo ter- minali oblougo- obovato basi runeato, ramo florifero brevi filiformi, floribiis 1 4, pedicellis et calycibus glandulosis (i?. cae>ius Var. 3-florus olira ex speeiminibus exsiccatis cum botanophilis a me communicatis) aut eglaudulosis (R. caesio- sajcatilis Lasch ex specim. editis).

B. Rngt/losi (Godrou monogr.). Foliis coriaceis rugulose plioatis. y, palustris Whe. (R. caesius a. aquaticus Whe. et N.): Caule miuus aciculato, fol. subtus pallidioribus Snatis, fo- liolo terminali rotundato-ovato rarius deltoideo, pauicula subcorymbosa aciculata glandulosa. J. agreslis Whe. et N. {R. caesius ß. arvalis Rchb. Flor. Germ, exe): Caule recurvato-aculpolato , fol. 3natis sub- tus velutiuo - yillosis, foliolo termiuali subcordato-ovato

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aut orbirnlnto, paiiicnla ninllinora aciculata glaiidiilosa, ramulis firmioribiis siibdivaricatis.

f. Pseudo-caesius Whe. et N. (R. caeshis Idaeo -caesius Meyer Flor. Hnunov. exe. p. 172): Caule grarili suh- pubescente ronirvato-acnleolafo , fol. magiiis roriaceis 3- iiatis siibtns flavesrenti- tomeiilosis, petiolo crasso, foliolo terminai! cordato-ovato 3-lobo aiit 3-fi(Io, rarao florifero debiliore, panicnia paiiriflora laxa subcorjmbosa, ralyiis laoiniis lanceolatis, floribns sterilibns.

R. caesius Pseudo-Idaeus Weihe siehe bei R. Idaeus.

Sohössliuj; niedergestreckt, oft sehr lang nnd dünn, sliel- rnnd, mit Iiläiilich- weissem Reife bestreut, sonst grünlich, au der Sonne rothbrann, glatt, nur an der Basis etwas behaart, meist mit kleineu, pfriem- oder borstenförniigen, geraden, meist zurückgeneigten, gegen die Spitze des Schösslings ge- krümmten, rölhlich-grünen, an der Spitze gelblichen, am Grunde oft verbreitorleu Dörnchen mehr oder weniger bewehrt, fast niemals ganz unbewehrt; Blätter 3-Ztählg, nur bei eini- gen Varietäten 5- zählig -fussförmig oder ungleich gefiedert, auf der oberen Fläche glatt oder etwas behaart, auf der un- teren bald grün und weichhaarig, bald grau, sammctartig oder filzig; Endblätlchen lang gestielt, eiruud oder länglich -eiför- mig, mehr oder weniger zugespitzt, zuweilen stumpllich; Sei- tenlilältchen sitzend oder sehr kurz gestielt, rauten- eiförmig, mit Itreitcr Basis, am untern Rande ohrförmig gelappt, alle ungleich -grob- oder eingeschnitten -gesägt mit langvorgezo- genen Zahuspitzen -, Blattstiel fein gerinnelt, schwach behaart und mit kleineu, gfraden oder gekrümmten Dörnchen mehr oder weniger bewehrt; NebenbläUchen am Grunde des Bl;itt- slieles lanzettlich, mit verschmälerter Basis, lang zugespitzt, gewiuipert und geädert, zuweilen drüsig, ßlülhensleugel

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dem Schösslinge ähnlich; Blülhenast aufrecht, dünn, hin und her gebogen, stachelborstig, am Grunde stielrund, gegen die Spitze kantig; Rispe meist kurz und armblülhig, durch auf- rechte, verlängerte Zweige fast ebensträussig, Achse, Blumen- stiele und Stielchen bald glatt und drüsenlos, bald weich- haarig, mit Stachelborsten und rotlien Drüsen besetzt, Kelch dunkelgrün, behaart oder etwas filzig, nicht selten drüsig, pergamentartig, mit eiförmigen oder eilanzettlichen, lang zu- gespitzten, der reifenden Frucht angedrückten Abschnitten; Blumenblätter oval, ausgerandet, gerunzelt, entfernt von ein- der stehend, weiss, selten röthlich, GrilTel grünlich; Früchte von massiger Grösse , schwarz , mit bläulichem Reife über- zogen, säuerlich, oft nur aus wenigen grossen Steinfrüchtchen bestehend.

An Ackerrändern, besonders auf Kalk-, Lehm- und Sandlioden , an Zäunen, in Hecken und Gehölzen, an Fluss- uft-rn U.S. w. fast überall, m. an schattigen Orten auf fettem Bodem, ß. auf Kalkboden durch Dornhecken weithin krie- chend, bei Rappelsdorf und Kloster Vessra ; y. an feuchten Stelleu, Bachuleru; J. an Ackerrändern, besonders auf Kalk- hoden; e. im Gebüsch auf Kalkboden, bei Kloster Vessra. Biüthezeit Mai bis October; Fruchtreife vom Monat Juli ab.

R. caesius s. Pseudo ~ caesius scheint, wie bereits An- dere yermuthen, eine durch Kreuzung von R. Idaeus und 12. caesius erzeugte Bastardform zu sein, und kommt auch nur in der Nähe derselben im Gebiete vor. Sie steht jedoch dem R. caesius näher als dem R. Idaeus.

Eine Verwechselung des R. caesius mit anderen einhei- mischen Arten kann bei aufmerksamer Vergleirhung nicht wohl vorkommen, ausser etwa bei denjeuigeu Abarten, deren Sten- gelblätter durch Theilung der SeiteubJättcheo fussförmig, oder

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durch Theilung des Endblättchens ungleich gefiedert ersrhei- nen. Die letztere Form könnte eine Verwerhselung mit R, Idaeus zulassen, der sich durch den anfreihton Schössling und die gleichmässig gefiederton, an der Unterfläche sclinee- weissen Blätter leicht unterscheiden lässt. Die Form mit fuss- förmigen Blättern nähert sich dem R, (tume/ort/m, von wel- chem jedoch R. caesius überhaupt dadurch abweicht:

1) durch den meist schwächeren, stielrnnden (nicht stumpf- kantigen) Schössling;

2) durch die schwachen, nadel- oder pfrieraförmigen (nicht starken und harten) Dornen;

3) dnnh die (gewöhnlich) 3-zähligeu (nicht fussförraigeu) Blätter;

4) durch die meist kürzere Blüthenrispe ;

5) die pergamentartigen, steifen, nach dem Verblühen auf- rechten (nicht weichen, bei der Fruchtreife zurückge- schlageneu) Kelchzipfel;

6) die oralen (nicht keilförmigen) Blumenblätter;

7) die grünlichen (nicht röthlichen) Griffel;

8) die blaubereiften Früchte.

ß, Caulis obtusangulus. Folia caulina 5 7nato-pedata. 4. R. duuietoruni Whe. et Nees, Heckenbrombeere.

Weihe et Nees ab Es. I. c. p. 98. lab. 45. A. B. Le- jeune et Courtois Fl. Belg. Tom. 11. p. 161. Bluff et Fiu- gerh. 1. c. p. 190. Kallenbach I. c. p. 294. B.tcke 1. c. p. 117. R. nemorosus Hayne (pro parte) Arzeneigew. Tom. III. tal». 10. Guimpel u. Hayne tab. 101. R. ne- morosus et dumetorum Boenningh. Prodr. p. 153. Wim- mer et Grabowski Flor. Sil. p, 34. Fries Summa Veget. Scand. p. 168. Arrhenius i. c. p. 45. Wimmer Fl. von Schles. p. 132. ~ Bell Suiter: Gazette Bot. p. 129. Ba-

I!2

biiigton 1. c. p. lOi. Grenier et Godrou 1. c. p. 536. R. corj/lifoiius Srhiiltz Fl. Starg. p. 131. Wallr. sched. crit. p. 230. Reiihtnb. Fl. Germ. exe. p. 604. Peterm. Fl. Lips. p. 371. Metsch Fl. Heaueb. p. 257. Ganke 1. c. p. 108, scd iiou Sraith.

Gaule sterili arciiato-deriimbeute siibaugnlato subprui- noso aciileis subrectis arinato, fol. 3-iiatis et 5-nato-;^£- dalis^ foliolis injimis sessilibus minoribus laleralibtisque ovatis, terniinali loiige petiolulalo suboibiculato- aut ciineato- ovalo plenimque cordato aeurainato, rami florigeri 3-uatis aut fuediis o-nalo-pedalis , panicuia laxa subcoryinbosa^ rainulis suherectis, falyce cancsreiite aut (omentoso subglan- duloso basi subaciculato, post authesiu rejiejco, una alte- raie lacinia fructtii malnro adpresso] petalis cuneato- obotalis albis aut roseis, conocarpiis nigris haud pruinosis sapiiiis.

Hnjus speciei valde mutabilis iutra iines Heniieberg. oc- curruut varietales et forinae, quac sequuutur:

A. Snbglabri. Caulis glaber, folia viridia subtus pubescen- tia c'oucolora aut pallidiora aut oaucscentia.

a. viridis Wallr. (Sched. crit. p. 231): Caule glai.ro aut pnberulo vix glauduloso aculeis parvis couieis armato, fol. inagnis iitrinque yiridibus subtus pallidioribns piibe- sceulibus, ramo florigero pubescente minus aculeolato, fol. 3-uatis, calyce viridi -cauesceiite subglaoduioso, lior. aibis.

ß. vulgaris Whe. et N. (I. c. R. dumctorum b. glabratua Blulf et Fing.) : Canie subglabro parce glauduloso aeque ac ramo florilero magis aculeato, fol. utrinqne canescen- libus subtus pallidioribns, rami lioriferi 3-natis ac 5- nato-pedatis, calyce subglauduloso cauesceute, flor. albis roseisve.

* laciniatus Whe. et N. (ß. dumet. a. vulgaris u. 1.). Follolis foliorura rami floriferi snporioriim inciso - niulli- iidis aiit piiiDatifidis.

** septenatvs Whe. et Nees (I. c. a. 2.). Altissinms et oraiiinm partium major. Canle sterili crasso, fo!. cauli- iiis permagnis, dnplici folioli terminalis divisione septe- uatis, rami floriferi 3-natis amplis, paniciila elongata laxa mnitiflora. *** seviiplenus Whe. et N. (1. c. a. 3): Caule et fol. vclnt in Var. /S., ramo florifero gracili, pediincnlis e folioriim axillis progredientilius longis, siiperioribiis 1-floris, inl'e- rioribus 2-floris, iinico teriniuali, fol. rami floriferi 3- iiatis, summis sirapliiibns, calycis laciniis saepe appen- diciilatis, ilor. semiplenis albis sterilibiis. y. filiformis {R.nemorosus var. silvestris Goilr. MonogvJ)- Caule gracillirao glaberriino subeglaiidnloso aculeis reclis coiiicis sparsim armato, fol. sat maguis planis molUbus iitriuque pubesceiitibns siibtns pallidioribus, foliolo ter- miiiali ovali basi rotiiudato, ramo florifero tenui sub- pubescente eglandiiloso, fol. 3-iiatis pubescentibns , fo- liolo terminali cimeato - obovato, lateralibiis rhombeo- ovatis , paniciila laxa panciflora, pednncnlis 1 2-floris, ralyce ciuereo- tomeiitoso inermi eglaiidnloso snb frmlu (parvo) reflexo.

B. Pilosi. Caulis pnberiiliis. Folia, petioli, inprimis par- tiales, ramus et ramtili florigeri pilis patentibus pubcscea- tes ant viliosi.

J. grandifoUus (R. dumetoritm ß. pflosus Whe. et N. R. corijlifolius ß. villosus DC. Fl. Fr. suppl. VI. p- 474) : Caule sterili largius aculeato , singulis pilis glan- dnlisque consperso, petiolis ramo florifero foliisque pilis

S8r Bd. Is Hefl. 8

114

brevioiiljiis (Icüsius villosis, fol. ainplis iitrinque riridiliiis, rami floriferi 3-iiatis, paiiicula laxa ninltiflora, calyce fiisi'o- viridi cauescente aciciilalo glandiiloso , flor. albis.

* bracteosus (/?. coriflifol. €. appendiculatus Rrhb. Fl. Genn. exe. p. 608): Paiiicula foliis 3 4 sirapliciluis bracleisqiie iiunierosis laiiceolatis siiiipliciliiis aut divisis fulta, noiimillis laciiiiis calycis appendiciilatis, llor. albis majoribus. s. parvifolius (? R. coryiifolius d, canus Wallr. I. r. p. 231. R. tiliaefolius Spreng.) : Caiile sterili sparsim aeiileato egiaiidiiloso , fol. coriaceis viridibus subtus ca- nesceiitibus versus apicem eaulis albo-lomeutosis, foliolis parvis orbiciilatis abrupte aouminatis, iiifimis ovalibus breviter sed conspieue petiohilatis, pctiolis partialibus ramo florifero riiiii foliis et racemo paucifloro patenter et dcüse pilosis, caly«"e cauesi onte inermi stipuligque glau- dulosis, flor. albis.

^. WaTühergii. R, Wahlbergii Arrlien. 1. c. p. 93. Belcke 1. r, p. 111. Fries Summa Veg. Scaiid. p. 167. Greiiier et Godr. I. c. p. 539. R. coryli- folius b. m/fr/«erf«f/s Wahleiib. R. coriflifol, y. Wahl- bergii Send. Fl. Uamb. p. 284. Garcke 1. c. p, 109. R. frulicosus var. inlermedius Wahib. Flor. Suecic. Edit. H. Vol. I. p. 330. Gaule sterili largius ai'uleato pruinoso glabro, fol. niaguis viridibus subtus pallidioribus ramisque et raimilis floriferis large aculcatis glaiidulosis pubeseentibus, panicula multiflora densa sub- corjmbosa. petalis ovatis rugulosis albis et roseis.

C. Tomcnfosi. Folia snpra viridia aut riuerea (foliis R. io- mentosi Borkh. valde sirailia) subtus aeque ac caljces ca- nescenti- vel albo-toraentosa.

115

Tj, tomenlosus (y. Whe. et N. Bluff et Fing. 1. c. pag. 190. R. bifrons Vest. - R. alfhaeaefohus Tratt.) : Caule Sterin validiore glabro ant siibpiloso rnagis miuusve glandiiloso et aculeato , fol. sat maguis coriaceis riigulo- sis siipra obscure viridibus aut oinereis snbtiis albido- tomeiitosis, ranii floriferi 3 5- nato -pedatis, paniciila laxa, raninlis axillaribus 2 4-floris, calvce iitrinqne albo - tomentoso siibinermi , flor. albis. * grandfjlorus (R. nemorosus ß. gratidt'/forus Wimiuor et Grab. !. c. p. 34): Fol. eaiilinis moUibus plauis siibtns cinereo-subtomeiitosis , foliolo terminali et lateralibns oh- loiigo- obovatis ciineatis, paiiiciila depaiiperata 4 6- flora, podnnculis l--2-iloris, oaljce cinereo -toraeiiloso subglanduloso aoiculatn, laciiiiis uoiiiuillis folioso -appeii- dicuiatis, floribiis alliis inaliforinibiis speciosis.

^. Pseudo-caesius: stirps hybrida e R. duT?ieforum et cae- sio pareiitibiis iiata: Caule sterili cae^io- pruinoso gla- bro aciculato glaudnloso , fol. rugosis supra cinereo - virescentibus subtus cinereo -toineulosis 3-natis, foliolo terminali cordato -ovato longius, lateralibns brevissinie petiolulatis rhomiie.o - ovatis margine inferiore lobato- auriculatis, ranio florigero pruinoso glanduloso acicu- lato subpiloso , fol. miuoribus , ceterum caulis sterilis si- milliinis; ramulis paniculae axillaribus 1 3-floris erectis aciculatis, calyce albido -tomentoso aciculato glanduloso post antbesin reflexo, floribus albis ut videtur sterilibus.

D. Horridi. Caulis petioli rami cum ramulis floriferis et pe-

dunculis undique aculeis confcrtis rectis iongioribus mino-

ribusque iutermixtis arniati.

/. fero.v (J. ferox Whe. et N. I. c. p. 100. 101. t. 45. B.

- R. hurridus Hchultz Prodr. Fl. Siarg. Suppl. I. p. 30,

8^

116

R. fcrojc Boenningli. Prodr. Fl. Monas!, n. 637. p. 153): Caule siibglnljro donse aciilealo, aoiileis reclis co- nicis validiorihus aiit Uasi compressis minus validis, pe- tiolo comimiiii crasso , fol. cauliiiis amplis coriarcis plaiiis viridibiis iitriiiqiie piibernlis, foliolo tcrmiiiali maximo cordato-orhicnlato abrupte aoiiminato longe peliolulato, lateralibiis orbiciilato-ovalibus lireve petioliilatis, infimis ovalibus sessilibns; raino llorif'ero )arj!,e acnleato et glaii- diiloso, paiiiciila breri aiit longiore intcrdiim loiigissima romposila laxa, floribiis breviiis pediccilatis ad rami ra- miilornniqiie apicem congostis speciosis albis aiit roseis. * forma minor: caule gracili, foliolis caulinis Jonge mino- ribus lufeseenti- viridibns, ramo florigero et panicnia brevi. SeJiössling gebogen und niederliegend, oft sehr lang, am Grunde slielrund, dann bis zur Spitze stumpl'kantig, grüu oder röthlich, im Sonnenlichte braunroth, in der Jugend be- reift, glatt oder weichhaarig, mit oder ohne Drüsen, zuwei- len reich an Drüsenborsteu; Dornen am Grunde des Schöss- lings zahlreicher, kleiner und kegelförmig, gerade und etwas zurückgeneigt ; gegen die Spitze desselben weniger zahlreich, aber stärker, mit breiter Basis und gekrümmt, die äussersten sogar oft sicheiförmig, alle von der Farbe des Schösslings, an der Spitze gelblich. Blätter 3- zählig und fussförraig 5- zählig, sehen durch Theilung des Endblätlcheiis 7 -zählig, ferner glatt oder runzlich gefaltet, auf beiden Seiten grün, an der unteren blasser, weichhaarig oder grau- und weiss- filzig, selten auf beiden Seiten grau; Endblältchen lang ge- stielt, weit grösser als die übrigen, eiförmig, mit gerundeter oder herzförmiger Basis und lang vorgezogenen Spitze, selten länglich verkehrt-eiförmig, am Grunde keilförmig; die unter- sten Blättchen sitzend oder sehr kurz gestielt, oval und stets

in

kleiner als die iilirigen; SoiteiibJcättchen kurz jrestiolt, riind- licli- eiförmig oder ranteu -eiförmig, bei deü 3-zähiigeji am iiutern Rande oft ohrförniig gelappt, alle am Rande seharf- iMid ungleich grob- doppelt gostägt ; Blattstiel und Slielchen oben flach gerinnelt , weichhaarig oder zottig, mit kleinen, sichelförmigen, auf die Mittelrippe übergehenden Dörnchen bewehrt; Nebeublättchen lauzettlich mit verschmälerter Basis, gewimpert und geädert. Blüthenstengel oft verästelt, übrigens dem Schösslinge ähnlich. Blüthenast aufrecht, kurz oder lang, schwach oder stark, weichhaarig oder zottig von dichteren oder lockeren Haaren, drüseulos oder mehr oder weniger mit Drüsen und kleineren, nach oben zu grösseren, konischen uud etwas gebogenen Dörnchen besetzt, bereift oder häufiger un- bereift, am Grunde stielriind, oben eckig. Blätter entweder alle 3' zählig oder die unteren und mittleren fusslörmig 5- zählig; Blättchen eingeschnitten gesägt, Endblättehen gestielt, eiförmig oder verkehrt -eiförmig, die untersten kaum gestielt, eiförmig, die seitenständigen bei den 3- zähligen mit bauchi- gem oder gelapptem unteren Rande; Blattstiele gerinnelt, be- haart, mit kleinen, fast geraden Dörnchen bewehrt, zuweilen mit einigen Drüsen besetzt. Nebeublättchen schmal, bewim- pert, mit oder ohne Drüsen. Rispe meist kurz und locker, zusammengesetzt, mit aufrecht -abstehenden, blattwinkel- uud ausserblattwinkelständigeu, an der Spitze traubigeu oder dol- dentraubigen Zweigen, welche einfach behaart odor zottig und mit eiuzelnen, gestielten Drüsen besetzt sind; selten ist die Rispe laug und reichblüthig, aber meist mit einigen einfachen, eiförmigen, tief gesägten Blältern besetzt; Deckblättchen lan- zettlich, einfach oder getheih, zottig. Kelch grau behaart oder filzig, drüsig und mit kleinen Dörnchen bewehrt, oder ohne Drüsen und Döi'uchen; Abschnitte eiförmig, mit langer, grüner Spitze, beim Blühen abstehend, nach demselben zurück-

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geschlagen, oder der eiue iiud der andeie der reifen Frneht angedrückt; Blumenblätter runziich, verkehrt- eiförmig, aus- gerandet nnd gewimpert; Bliimenkroue meist gross, weisslich, in der Knospe oft röthlich, hei ferojr roseuroth nnd sehr gross. Frucht meist gross, knglich, schwarz und glänzend, nicht bereift; Steinfriichtchen geschwellt und zahlreich.

Die meisten Formen dieser Art kommen häufig und au den verschiedensten Standörtern vor: a. viridis in schattigen, feuchten Wäldern bei Allenfeld ; ß. vulgaris in Zäunen und Hecken, anch im Wintergetreide als lästiges Unkraut, Sten- gel, Blattstiele und Blattrippen werden hier oft durch die Sonnenstrahlen braunroth gefärbt-, * laciniatns an Zäunen über der sog. Hofleiter hei Suhl ; ** scptenatus auf fettem Lande in Gebüschen und Zäunen, boi Keiilrode ; *** semi- plenus auf bebautem Gartenlaude bei Suhl; y. ßliformis auf Kalkboden bei Vieruau, vom Herrn Förster Martiny mitge- theilt; d. grandif'olius auf Holzschlägen zwischen Gottfrieds- berg und Wiedersbach, selten! * hracteosus an sonnigen Uferstellen der Schleuse, an der State bei Schleusingen 5 s, parvifolius auf Waldschlägen am Fusse des Mittel berges bei Schlensiugen; L,. Wahlbergii auf Lehmboden bei Schleusin- gen und Keulrode; r. tomentosus an vielen Stellen des Ge- bietes; * grandi/Iorus auf Kalkboden bei Viernau, vom Hrn. Förster Martiny luitgetheilt; &. Pseudo-caesius an Gebü- schen in der Nähe der Stammarten, bei Schleusingen; /. fe- rox auf lichten Holzschlägen, Steinhaufen, in Gebüschen, an sonnigen Ackerrändern nicht selten im Gebiete; * minor auf einer Waldblösse bei Wiedersbach.

Blüthezeit verschieden, am frühesten bei ferox ^ der schon im Juli reife Früchte trägt, die bald abfjillen; im All- gemeinen blüht jR, dumctorum im Juni nnd Juli, und reift im Juli bis September.

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B. pallidus Wlie. et N,, der als gla(te Form zu R. du- metoruvi gezogen wird, ist im Gebiete noch nicht aufgefun- den worden.

Obgleich R. ncmorosus Hajne eine ältere Benennnug ist, als il. dumetorum Whe. et N. , so hat doch der Verf. die letztere vorgezogen, weil Hayne bei Aufstellung dieser Species nur eine Abart vor sich gehabt zu haben scheint.

jR. cor^lifotius Smith, mit welchem die in Rede ste- hende Art von mehreren deutschen Schriftstellern, z. B. von Wallroth, Reicheubach, Sonder, Petermann, Meyer, Garckc u. A. vereinigt wurde, ist jedoch, wie be- reits Arrhenius nachgewiesen hat und von neueren engli- schen Floristen bestätigt wird , eine zwar mit R. dumetorum nahe verwandte, jedoch völlig selbstständige Art, die im mitt- leren und südlichen Deutschland, wie es scheint, noch nicht aufgefunden worden ist. Dagegen wurde auf der Fommer- schen Insel Usedom von Th. Marsson eine Brombeerart aufgefunden und dem Verf. gütigst milgetheill, die wenigstens mit der Arrh eu i u s'schen Diagnose und Beschreibung des R. corijUfolius genau übereinstimmt. Leider halte der Verf. noch nicht Gelegenheit, Mecklenburgische Exemplare (nach Betcke), so wie Schwedische und Englische zu vergleichen. Die Poramersche , von ihrem Entdecker für R. cori/lifolius Arrhenius erkannte und vorläufig von ihm (in litt.) mit dem Namen R. Arrlienii bezeichnete Brombeerart unterscheidet sich von jR. dumetorum vorzüglich dadurch :

1) durch kleinere und schwächere, auch an der Spitze des Schössliugs, den Blattstielen und der Miltelrippe, gerade (nicht sichelförmige) Dornen ;

2) durch viel grössere, auf beiden Seiten lebhaft grüne,

zartere (nicht runzliche und steife), tief eingeschnitten-

120

gesägte, niemals auf der unteren Fläche grau- oder weiss- filzige Blätter, die am Blütlienaste stets nur 3 -zählig (nicht 5- zählig- l'usslörmig) und in der Rispe ungetheilt, aber meist sehr gross sind ;

3) durch Ideiuere, schmälere Nehenblättcheu;

4) durch die meist kürzere; armbliithige Rispe;

5) durch grünliche Griffel und äusserlich grüne Kelche.

Früchte sah Schreiber dieses nicht. Die irrthümliche An- nahme aber, dass der Smith'sche R. corylifidins mit R. nemorosns Hayne und jR. dumetorum Whe. et N. identisch sei, rührt wahrscheinlich zum Theil daher, dass Smith in seiner Engl. Flora II. 1824. des R. nemorosus Hayne kei- ne Erwähnung thut, objileich man voraussetzen konnte, dass letzterer, der in Deutschland so gemein ist, anch in England nicht fehlen würde. Dass aber die damaligen britischen Flo- risten den bereits bekannten R. nemorosus für eine Abart des caesius hielten, geht aus dem genannten Werke Smith's hervor, wo es bei caesius pag. 410 heisst: „Bohemian spe- cimeus of the R. nemorosus of Hayne, sent by a learned and experienced traveller, Mr. Sieber, are certainly in part caesius^ though one of them approaches corj////b/«i/«, except haviug much smaller leaves, and angular üowering-branches." Auch Hook er (Brit. Flora p. 252) betrachtet R. nemorosus als Abart ß, von R. caesius, so wie G. F. W. Meyer un- ter den deutschen Schriftstellern. Anderntheils sind die Abweichungen in den Diagnosen von R. corylifolius und nemoroius scheinbar so geringfügig, dass eine Verwechselung oder ein Zusammenwerfen beider Arten leicht erklärlich war, Kn der neueren Zeit haben jedoch Bell -Salt er, Babing- ton u. s. w. den R. nemorosus Hayne (dumetorum Whe. et N.) sehr wohl von caesius und corylifolius unterschieden.

121

Von R. Wahlbergii Arrh. snh der Verf. dieser Ab- liaudluDg leider keine Original-Exemplare, wohl aber Be ttk e- sche aus Mecklenburg, die mit den hiesigen fast völlig über- einkommen. Au beiden lässt sich indessen ein characterisli- sches Merkmal , wodurch sich die Pflanze specie von R. du- metorum unterscheiden liesse , nicht auffinden.

Eine Verwechselung des R. duvietoruin mit einigen For- men von R. caesius ist leicht möglich; die unterscheidenden Merkmale sind bereits bei R. caesius hervorgehoben worden.

Endlich räumt Arrhenius die Möglichkeit einer Ver- wechselung des R. nemorosus mit den von ihm aufgestellten beiden Arten, R. Wahlbergii und jR. pruinosus , selbst ein. Beide werden von einigen Schriftstellern nur als Ab- arten von nemorosus [dumct.) angesehen. Der Verf. muss jedoch bekennen , dass ihm jR. pruinosus noch völlig unbe- kannt ist.

Dass zwischen R. dumetorum und caesius eine gegen- seitige Befruchtung stattfinden dürfte, lässt die sub ^. be- schriebene Bastardform vcrmuthen, die sich von R, caesius besonders durch den starken und kantigen Schössling, so wie die nach der Blüthezeit zuzückgeschlagenen Kelchabschnitte leicht unterscheidet.

b. Caulis angulatus epruinosus glaber non setosus, raro sin- gulis glaudulis obsitus. Folia caulina 3 5nata.

«. calycibus cano- tomentosis.

5. R. toiuciitosus Borkh. Filziger Brombeerstrauch. Borkhausen in Römer's neuem Magaz. für Bot. 1. Stück. Flora der Wetlerau. II. p. 237. Borkbausen, Forstbot. II. p. 1446. Vest, iMannale bot. p. 789. Bechstein, Forstbot. p. 16*2. 762. Giiimpel und Hayne tab. 98. Linne, Syst. Veget. cur. Spreng. II. p. 529. VS'cihe et

12i

Nces ab Es. p. 27. f. 8. Reichenb. Fl. Germ, exe. p.601. Lejeune et Coiirtois Comp. Fl. Belg. II. p. 167. Gre- iiier et Godron 1. c. p. 544. Garcke 1. c. p. 103. R. canescens DC. Hort. Monsp. p. 139.

Caiilo sterili arcvalo - decumbente angulalo subsulcato snbglabro aiMileis rccurvis largiiis armato, fol. 3 5-iiatis snpra cinerco-, siibtiis albo-tomentosis 'niae({üal\ter serrato- dentatis, foliolo torrainali ovah aut obovato-oblongo, infimis siibsessilibns-, ramo florigero erecto angulato, fol. 3-natis utrinqtte /omentosis ; panicnla elongata angusta raroulis erecto-patiilis, caljce cano- tonte ntoso inermi sub fruttu re- flexo, pelalis obovato - obJongis albis, cojiocarpiis parvis atris iiitidi§.

Schössliiig bogig- iiiederliegend , oft an der Spitze wur- zelnd, am Grunde kantig mit flachen Seiten, dann bis zur Spitze furchig, meist grün, etwas gestreift, glatt oder mit einzelnen einfachen oder drüsentragenden Haaren besetzt. Dornen kurz, massig stark, mit etwas verdickter Basis, am Grunde des Schössliugs gerade, gegen die Mitte gebogen, an der Spitze sichelförmig, alle von gelblicher Farbe; Blätter zahlreich, 3 -zählig oder durch Theilung der Seitenblättchen 4 5-zähIig, auf der oberen Fläche von Sternhaaron diinu- graufilzig, auf der unteren mit einem dichten, sammetartigen, weissen Filze bedeckt, sonst ziemlich dick und lederartig, nngleich-, fast lappig-sägeförmig gezähnt, Läppchen 2 3- mal gekerbt, Endblättchen oval oder, wie dio Seitenblättchen, länglich verkehrt -eiförmig, mit verschmälerter ^ gauzrandiger Basis, in eine kurze Spitze auslaufend, selten stumpf, die untersten fast sitzen«!; bei i\^n 3- zähligen sind die Seiten- blättchen 2-th('ilig oder 2- spaltig, mit auswärts gerichteten Abschnitten, lilattstiel stark, halbrund, etwas gerinnelt und, wie die Stielchen, schwach behaart und mit sichelförmigen

im

Dönicheii dicht bewehrt; Nebenblättihen liiiien -lanzettförmig, Itehaart und bewimport. Bliitheiiast aufrecht , lang und schlank, ecliig, gefurcht, schwach behaart, hier und da mit einzelneu Drüsenborsten besetzt, sonst dem Schösslinge ähnlich; Blätter 3 -zählig, auf beiden Seiten filzig, kleiner als die Stengel- blätter, nach oben in einfache, immer kleiner werdende über- gehend; Rispe schmal, meist laug und vielbliithig, mit auf- rechten, wenig abstehenden, mit krummen Dörnchen besetz- ten, drüseulosen, weichhaarigen, eckigen Zweigen, von denen die blattwinkelstäudigcn traubig, die oberen armblüthig und doldentraubig sind; Deckblättchen ei -lanzettlich , weichhaa- rig; Kelch graufilzig, ohne Drüsen und Dörnchen; Abschnitte ei -lanzettlich, spitz, bei der Fruchtreife zurückgeschlagen; Blumenblätter länglich - verkehrt - eiförmig, weiss, an der Spitze gekräuselt oder gezähnelt; Staubfäden weiss, mit gelb- lichen Antheren; Griffel länger als die Staubfäden; Früchte klein, schwarz, glänzend, von saurem Geschmack.

Im Bärenthaie an Waldrändern auf steinigem Sandboden bei Schleusingen, sehr selten!

Blüthezeit im Juli und August; Fruchtreife im September und October.

Im Gebiete abortiren die Steiufrüchtchen häutig, und man findet deren meist nur wenig an einer Frucht entwickelt.

Abänderungen, wie man sie an anderen Orteji, z. B. mit oberseits grünen, fast glatten Blättern, ferner mit entfernten, grossen, fast einfachen Sägezähnen findet, kommen im Ge- biete nicht vor.

Eine Verwechselung dieser sehr ausgezeichneten, schon von Weitem erkennbaren Art kann nur mit It. dumelorum \inter den einheimischen Arten vorkommen, und zwar mit der- jenigen Abänderung, deren Blätter anf der oberen Fläche grau-, auf der unteren weissfilzig sind, wodurch der Strauch bei

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flüchtiger Betrachtung dem R. tomentosus Borkh. täuschend ähnlich wird. Diese granfilzige Abart von R. dumetorum un- terscheidet sich jedoch von R. tomentosus

1) durch den an der Basis stielrunden, in der Mitte stumpf- kantigen, meist behaarten und bereiften Schössling;

2) durch die geraden, konischen oder am Grunde zusammen- gedrückten Dornen ;

3) durch die eigenthümliche Form der meist 5 -zähligen, fussförniigen Blätter, besonders durch das grosse, lang;- gestielte, kreisrunde Endblättchen und die viel kleineren, ovalen Basalblättchen ;

4) durch die nicht selten 5- zähligen Blätter des Blüthen- astcs;

5) den lockeren, breiteren Blütheustand;

6) den bewehrten Kelch ;

7) die grösseren, oft röthlichen Blüthen und grösseren Früchte.

6. R. thyrsoideus Wimm. Straussblüthiger Brombeer- strauch. Wimmer Fl. v. Schles. I. 1832. p. 204. und 1844. p. 131.

Bluff et Fingerh. 1. c. p. 192. Fries Summa Veget. Scaud. p. 165. Arrhenius 1. c. p. 28. Sonder Fl. Harab. p. 274. Betcke 1. c. p. 96. Babingt. Man. p. 95. Grenier et Godron 1. c. p. 547. Garcke 1. c. p. 103. jR. fruticosus vieler Auetoren vor Wimmer (non L. nee Sm.).

Schultz Prodr. Fl. Slarg. p. 131. Weihe et Nees ab Es. 1. c. p. 24. t, 7. Boenningh. Prodr. Fl. Mon. p. 150. Guimpel et Hayne t. 103. Wimmer et Grab. 1. c. no. 697.

Spreng. Syst. veget. I. c. p. 528.— DC. Prodr. II. p.506.

il. candicans Whe. (oliui) Reicheiib. Fl Germ. exe. p. 601. R. discolor ß. lliijrsoideus Bell -Salter Bot. Gaz. Mai 1850. No. 17. p. 121.

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Caule sterili erecto apice arcuato - deßexo roliindato- angiilato sulcato glabro aculeis validis ninltiformibus ar- inato , fol. b-nato-digitatis glabris iitriiiqne viridiljiis snbtus pallidioribus aiit (saopins) cano- \v\ albo-tomc/ifosis, foliolo terniinali loiigiiis pctiohilato lato-ovato subcordato aiit ob- longo acuminato, lateralibus ovato-obloiigis basi anjiiistiori- bus, infiniis breviter pctiolulatis miiioribiis, fol. raini floriferi ^-natis et 5-natis, paniciila siibracomosa ant coniposita elongata thyrsoidea, ramiilis crecto-patulis raiins divaricatis pcdiinculisque pilosis reciirve aculeolatis, calyce cano-lomen- toso stibinermi , laciiiiis sub fructu refiexis, petalis obova- tis albis ant roseis, conocarpiis atris glaberrimis iiitidis.

Hnjiis speciei valde variabiüs apiid iios obviae fiierunt hae varietates et formae :

A. Candicantes: Folia siibtns viridi-pubesceiilia ant caudi-

canti-tomentosa, tomeiito leviore. Acnlei sparsi. Folio-

liim terminale oblongnm ant obovato- oblongnra. Caljx inermis.

«. oblongifolius (R. tht^rsoideus ß. groctlis Godr. Mo- nogr. p. 31.): fol. mollibns, canlinis snbtus virescenti- pnbescentibus , ramis candicanli-subtoinentosis , loliolis oblongis, terniinali basi rotnndato, panicnla snbracemosa angnstissinia, flor. albis.

ß. genuinus (R, fruticosus Wlie. et N. R. candicans Whe. (olim) Rclib. Fl. Germ. exe. p. 601. Melsch Fl. Henn. p. 255. R. thjjrsoidcus «. candicans Blnif et Fing. 1. c. p. 192. Godron monogr. p. 31.): Fol. coriareis snbtus virescenti- ant iucano- tomentosis, folio- lis obovatis ant oblongo-obovatis , terminali subcordato, pauieula snbracemosa aut composita altennata, ramnlis axiliaribns erecto- patnlis , flor. albis roseisve.

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* pyramidalis', pauicula ampla diffusa multiflora bracleis 3-fidis lanceolatis inferue fol. 3 4 siiuplicibiis sub- cordatis fulta, flor. speciosis albis.

** cordatus (noii jR. cordifolitis Wh. et N. qiii rhamni- folio adjiuigeiidns est): priori forinae (*) adiuodtim si- iiiilis, sed foliolo foliorum caul. terminali niere cordato.

B. Rhamni/olii. Folia subliis cano- toraeutosa, tomeuto deu-

siore ; folioliim teriniuaie siiborbiciilatiini ciispidatum. Fe-

tioli aeque commuuis ac partiaies costaque media aculeis

falcatis horridi. Caljx basi subaciciilatiis.

y. Rha?nnifolius BliifF et Fiiigerh. (I. c. p. 19i). Godron

moiiogr. p. 31. Souder Fl. Harab. p. 274. Garcke

1. c. p. 103. R. rhamnifolius Whe. et N. (1. f. p,

•22. tab. 6.) Boeiiuiugb. Fr. FJ. Mouast. p. 150.

Reicheub. FI. Germ. exe. p. 600. Fetermanii Fl. Lips,

p. 369. Metsch 1. c. p. 255. Babiiigi. Man. p. 95.

Bell Salter Bot. Gaz. p. 118. Greiiier et Godrou

i. c. p. 548. R, grandis Trag. comm. p. p. 970.

R. diacolor y. glabratus Kaltenb. I. c. p, 269. ü.

fruticosus Roth.

Fol. coriaceis rngnlosis minoribus, paniciila augusliore subraceiiiosa (iu umbrosis) aut latiore magis composita (in apricis) laxa. R. cordifoliusY^\\Q. et N. uou oceurrit intra liiies Henueb. Schössliug aufrecht, in breit gespanntem Bogen überbän- geud, und erst im Herbste mit der Spitze den Boden errei- chend, grünlich, an der Sonne bianu und glänzend, gestreift, hoch und stark, zuweilen <ästig, glatt, nur an der rundlichen Basis schwach behaart und mit vielen rothbraunen, drüsigen Punkten besetzt, gegen die Mitte 5-kantig und weiter hinauf lief ausgefurcht j Dornen an der Basis klein, gerade und wenig

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zahlreich, höher hinauf werden sie grösser, zahlreicher, zu- letzt sehr stark, mit verdickter oder ziisaraineiigedrückter Basis auf den Kanten sitzend, von der Farbe des Schösslings und mit langer, strohgelber Spitze, am Ende des Schösslings sichelförmig gebogen ; Blätter gross, 5-zählig- gefingert, meist lederartig, an der oberen FKäche meist dunkelgrün, glatt, glänzend oder matt, flach, ander unteren blassgrün, iusWeiss- liche übergehend nnd weichhaarig, oder gran nnd selbst weiss von kurzem Filze, mit hervortretenden gelblichen Haupt- und Nebenrippen, Endblcättchen langgesticlt, oval oder länglich - breit -eiförmig, an der Basis oft herzförmig, zugespitzt, sel- ten länglich ins Lanzettliche übergehend; die Seitenblältchen länglich -eiförmig mit verschmälerter Basis, etwas kürzer ge- stielt; die unteren kurz gestielt und kleiner, alle ungleich - nnd grobgesägt; Blattstiel schwach gerinnelt, behaart und mit krummen Dörnchen bewehrt, die immer kleiner werdend auf die Mittelrippe übergehen; Nebenblättchen schmal, geädert, bewimpert. Blüthenstengel dem Schösslinge gleich, eine Menge Blüthenäste aus dem Boden (reibend; letztere 'aufrecht, an der Basis stielrund nnd behaart, braun, nach oben eckig, dünnfilzig und bedörnelt, Dörnchen sichelförmig mit breiter, röthlicher Basis und gelblicher Spitze; Blätter an der Basis oft 5-zählig, oben stets 3- zählig, mit 2 bis 3 ungetheilteu rispeuständigen; Endlilättchen lang gestielt, herzeiförmig, mit verschmälerter, oft keilförmiger Basis; Seitenblältchen fest sitzend, oval oder verkehrt- eiförmig, alle eingeschnitten -ge- sägt, in eine kurze Spitze auslaufend; die rispenständigen herzeiförmig oder eilanzcttlich ; Nebeublättchen schmal und bewimpert. Blüthen in einer schmalen, dichten, am Grunde lockeren, einfachen, fast traubigen oder zusammengesetzten, kürzeren oder häufiger längeren, straussförmigen Rispe, mit aufrecht -abstehenden, seltner mit sparrig-ausgcbreitelen Zwei-

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gen, wovon die unteren, blattwinkelständigen rispig-dolden- traubig, die oberen, ausserblattwiiikelständigeii tranbig, dünn- filzig, mit kleinen, sichelförmig gebogenen Dornen mehr oder weniger bewaffnet und mit einfachen oder 3-thciligen, schma- len, behaarten Deckblättcheu gestützt sind. Kelch dünnfilzig, grau, nnbewehrt und drüsenlos, mit ovalen, kahlen, knrz- zngespitzten, nach dem Verblühen zurückgeschlagenen Ab- schnitten. Blnmenkrone blassroth oder seltener weiss; Blu- menblätter verkehrt- eiförmig, mit verschmälerter Basis , ganz- randig, gewimpert und geädert, auf der Aiisseuüäche zart- flaumig; Früchte von mittlerer Grösse, kugliih, schwarz, glatt und glänzend.

Hänfig im Gebiete, auf sonnigen, bergigen Holzschlägen, an Bergabhängen , «. auf Sandsteinfelsen an der State bei Ratscher; ß. häufig in lichten Wäldern; * auf Kalkspathgan- gen des rothen Porphyrs am Doraberge bei Linsenhof; ** auf dem Ahlstädter Berge bei Schleusingen; /. auf Kalkboden bei Altenfeld, selten.

Dass weder der Linne'sche, noch der Smith'sche R. fruticosus hierher gehört, dass sogar der R. thijrsoideus zu Linne's Zeiten der Schwedischen Flora noch gar nicht angehörte, sondern erst 1818 von Fries unter dem Namen R, fruticosus Sra. seiner vaterländischen Flora einverleibt wurde, hat bereits Arrhenius (1. c. p. 30) gezeigt. Wenn Weihe und Nees bei ihrem ß. fruticosus (= thijrsoideus Wimm. p. 25. den R. fruticosus Smith (Flor. Brit. II. p.543) citirteu, so beruhte dies allerdings auf einem Irrthume , da der Smith'sche fruticosus dem discolor angehört.

Wenn dagegen die englischen Schriftsteller und in der neueren Zeit auch Godron (et Grenier Fl. de France, nicht Monogr ) u. A. nach Weihe's Vorgange den R. rhamni-

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folius als selbstständige Art aufstellten, so widerstreitet die- ses deu Erfahrungpu des Verf.'s, der im Gebiete deutliche Mittelforraeu und Ueborgänge beobachtete. Die Form, Grösse, Consisteiiz und Bekleidung der Blätter, der Grad der Bewaff- nung der Rispe und des Kelches können bei einer so varia- belen Art, wie diess H. th^rsoideus ist, nicht niaassgebend sein, um darauf das Artrecht zu begründen.

Die früher von Weihe dieser Art beigelegte Benennung {R. candicans) wurde später von ihm selbst wieder aufge- geben, weil Bekleidung und Farbe der Blätter viel zu unbe- ständig sind. Die viel zweckmässigere und allgemein ange- nommene Wimmer'sche Bezeichnung ist auch hier benutzt worden.

Eine Verwechselung des R. thyrsoideus (welcher Name wohl von R. th^rsijioriis Whe. et N. zu unterscheiden ist) mit R. fruiicostis L. [plicattts Whe.) kann bei Verjileichung der Diagnosen nicht wohl vorkommen. Die unterscheidenden Momente siehe unter R. fruticosus L.

Mit Bell Salter's Ansicht, dass JB. thyrsoideus als Abart von JR. dücolor Whe. et N. zu betrachten sei , kann Verf. nicht übereinstimmen, so viel Eigenthüralichkeifen auch beide mit einander gemein haben. Denn R. discoior weicht in der Richtung, Form und Bekleidung des Schössliugs, in der Bewehrung desselben, der Consistenz, Gestalt und Serra- tiir der Blätter, Bekleidung und Bewehrung des Blüthenastes, endlich in der Stellung der Blüthenzweige so wesentlich von R. thyrsoideus ab, dass eine Verschmelzung beider Arten als naturwidrig und nicht hinreichend gerechtfertigt erscheint. Wenn auch der in England so gemeine jR. discoior , der von den früheren englischen Botanikern für den Linne'schen R. fruticosus gehallen wurde, in derSeirahir der Stengelblätter,

28t Bd. äs Heft. 9

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so wie in der Form und Stärke der Doruen des Bliithenastes vom Weihe'schen discolor etwas abweichen sollte. Aehu- liche Abweichungen finden sich auch in Deutschland, nament- lich in der Rheingegend, so wie iu Frankreich, ohne deshalb ihren Charakter und ihre Selbstständigkeit zu verleugnen.

Von R. vulgaris Whe. et N. und einigen seiner Abarten, namentlich von R, villicaulis Koehl. , unterscheidet sich R. thi/rsoideus

1) durch den aufrecht -gebogeuen (nicht bogig niederliegeu- den) Schössling;

2) durch den oberhalb der Basis stets unbehaarten und ge- furchten Schössling;

3) durch weniger zahlreiche Dornen desselben;

4) durch grössere, mehr länglich -eiförmige Blättchen des- selben;

5) durch schwächere, nicht abstehende Behaarung, kürzere Dornen und oft 5 -zählige Blätter des Bliithenastes;

6) durch die straussförniige Inflorescenz;

7) durch die unbewehrteu, driiseiilosen Kelche. ß. calycibus viridibus, laciniis margiue albidis.

7. R. suberectus Anders. Ebenstraussblüthiger Brom- beerstrauch, Anderson in Transact. of Linnean Soc, Tom. XI. p.218. tab. 16. Smith Engl. Flor. Tom. 11. p. 406. DC. Prodr. P. II, p. 550. Reichenb. Flor. Germ. exe. p. 600.^ Spren- gel Syst. Veg. II. p. 528. Arrhenius Monogr. p. 19. Metseh Fl. Henneb. p. 254. Fries Summa Veg. Scand. I p. 164.— Betrke 1. c. p. 85. - Babington Man. 1851. p. 93 Bell Salter in Bot. Gaz. 1850. Mai. p. 117. R. fasti giatus Whe. et Nees I. c. p. 16. tab. 2. Bluff et Fingerh Tom. I. P. II. p. 191.— R. corjUfolio-idaetis Meyer Chlor,

A

131

HannoY. p. 47. R. corylifolius a. sihaticns Fries Nov. ed. I. p. 53. R. fruticosus Ij. snherectus Martin. Scand. Fl. III. p. 119. Garcke 1. c. p. 102. R. fruticosus ß. fastigiattis Wimmer Fl. v. Schi. 1. 18 «4. p. 131. Hook, u. Ariiott p. 119. R. fruticosus ß. silvaticus Soud. Flor. Haral). 1851. p. 272. R. vticroacanthus Kaltenbach 1. c. p. 263.

Caule slerili erecto apice deflexo, rotundato-obtusan- gulo glabro aoiileis snbcrecfis ejciguis nninito, fol. 3 5 7-natis utrinque viridibus sat magiiis, foliolo terminali cordato-ovato suborbicuhtto cuspidato argiite serrato; ra- inis floriferis siiblireviliiis appropinqnatis; florihns 5 12 sub- racemosis subf astig iatis , calyce villosiilo fiisro-viridi iuermi postremo reflexo , petalis ohovatis intogerrimis albis, stainint* biis stylos super antibus , conoearpiis atrosanguincis glabris.

Schössliiig aufrecht, sptäter mit der Spitze etwas über- häugeud, zuletzt bogenförmig gpgen die Erde gerichtet, am Grunde stielriind, mit schwarzen, drüsigen Punkten besetzt gegen die Mitte stumpfkantig, mit flachen, gPgen die Spitze ausgpfiirchlen Seiten, ziemlich dick, von weicher, fast safti- ger Consistenz, im Schatten grün, an der Sonne röthlich, ohne Haare, Borsten und gestielte Drüsen, am Grunde mit ziemlich zahlreichen, gegen die Spitze sparsamere», kleinen, kurzen, konischen oder zusammengedrückten, mit verbreiter- ter Basis auf den Kanten sitzenden, znrückgeneigten, brau- nen , an der Spitze etwas hellereu Dörnchen bewehrt ; Blätter gross, 3 5-zählig, nicht selten durch einseitige oder bei- derseitige Theilnug des Endblättchens 6 7-zählig, auf bei- den Flächen grün, auf der oberen lebhaft grün, glatt, mit sehr wenigen, zerstreuten, anliegenden Haaren, auf der un- teren etwas blasser, stark gerippt und geädert, die Rippen weichhaarig; bei den 5 -zähligen ist das Endblättchen laug-

9*

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gestielt , lireit-horz-ciföniiij^- , im Umiisse niiidliih, mit lang vorgezogeucr, au den Räudern hogcufönnig ausgeschweifter Spitze, Seitcublättcheu kurz gestielt, eiföruiig, mit nuglei- eher Basis, zugespitzt; die unlersleu sitzend oder kaum ge- stielt, oval; liei den 3 -zähligen sind die untersten ßlättchen kurzgestielt, am unteren Rande hauchig erweitert, oft einge- schnitten und bis zur Hälfte gespalten, ans 2 verwachsenen Blättcheu bestehend, alle llach, selten etwas gefallet, am Rande ungleich oder scharf gesägt, mit I>räuu]ichen Spitzen der Sägezähn<'5 Blattstiel gerinnelt und wie die Stielchen mehr oder weniger, oft abstehend behaart, mit rötblichen Driisen- körperchen und sparsamen, sehr kleinen, sichelförmigen Dörn- cbeu besetzt; Nebenblättcheu fädlich , schwach behaart, ßlü- thcnstfugel bogenförmig überhängend , braunroth , fast stiel- rund, glatt, mit einzelnen drüsigen Punkten und sparsamen, last geraden, kleinen, pfriemförmigen , braunen Dornen mit breiter Basis und hellerer Spitze besetzt, aus dem Bogen, be- sonders aus der Stengelspitze, eine Menge Blütlieuäste hervor- treibend, letztere etwas kantig, kurz und dünn, meist hori- zontal, aiternireud, wie die Blülhensliele behaart, unbewehrt oder mit sehr wenig kleinen , geraden Dörnchen und schwar- zen, ungestielten Drüschen besetzt. Blätter der Bliithenäste 3-zählig, die rispenständigen einfach, alle grün, au der obe- ren Fläche glatt, an der unleren, besonders den Rippen, weich- haarig und etwas blasser, grob- oder eingeschnitten -gesägt ; Eudblättchen oval oder eiförmig, am Grunde verschmälert, gestielt, spitz; Seiteublättcheu klein, sitzend, verkehrt -eiför- mig, fast keilförmig, kurzgespitzt; die rispenständigen eiför- mig und zuletzt lauzettlich; Nebenblättcheu linien- laiizettlich. Deckblältehen einlaih oder getheilf, lauzettlich, behaart. Die Inflorescenz ist eine Traube oder traubenförmige, 5 12- blüthige Rispe; in letzterem Falle sind die untersten, blatt-

j

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winkolsttändigen Zweige raelirbliUhig, die oberen meist ein- bliithig lind gegen die Spitze der Rispe au Länge abnehmend, so dass die oberen Bliithen gegipfelt, alle aber abstehend sind; Kelch dunkelgrün, etwas zottig, iinbcwehrt, Abschnitte eiför- mig, anf der Innenseite nnd an den Rändern grautilzig, an der Spitze grün, nach dem Verblühen zurückgeschlagen; BIii- meukrone gross, Blumenblätter verkehrt- eiförmig, mit sehr verschmälerter Basis, ganzrandig, geädert, weiss, viel länger als der Kelch; Staubfäden länger als die Griffel; Früchte schwarzroth, glatt, säuerlich.

Auf Waldblössen, Holzschlägen, an Waldrändern, an vie- len Orten des Gebietes, z. B. auf dem Doli- nnd Friedberge bei Suhl, am Mittelberge nnd unter dem Sandwnrfe bei Schleu- singen, bei Zollbrück ii. a, 0.

Blüthezeit kurz, Eude Juni, Fruchtreife im September.

Die englischen und schwedischen Schriftsteller beschrei- beji den H. suhtrectus Anderson als selbstsländige Art, ohne ihren Diagnosen den Weihe'schen R. fa>iUgialns als syno- nymum oder Abart beizufügen. Fries und Godrou (Summa Veget. Scand. I. p. 164 , Monograph. des Rubus p. 36. und Fl. de France p. 54i>.) ziehen die Weihe'sche Pflanze als Varietät zu R. f'ruticosus L. , und in der That kommt ein Godrou'sches Original -Exemplar aus Nancy, welches der Verf. besitzt, ausser dem ziemlich langen racemiis apice fasti- giatiis, der grossen, milch weissen Bliiiuenkrone mit laugen, die Griffel überragenden Staubfäden, den blattförmigen An- hängseln der Kelchabschnitte und feinerer Serratiir der flachen Stengelblätter, ganz mit R. fruticosus L. überein; nament- lich ist der Schössling von harter, holziger Consistenz , 5- kantig, mit ausgefnrchten Seiten; seine Dornen sind stark, lang, gerade oder kaum gebogen, massig zahlreich, und glei- chen überhaupt völlig denen von jR. fruticosus; die Stengel-

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blätter sind mehr lederartig, Ideiner und weniger hellgrün, als an norddeutschen, schwedischen und Petersburger Exem- plaren des R. suberectns. Demnach scheint Godron, der an seinem R. fruftcosus ß. fastigialus keine andere Ab- weichung von der Stammform findet, als die flachen, nicht gefalteten, vom Schatten des Standortes (?) erzeugten Blätter, nicht ganz ohne Grnnd die Pflanze mit R. fruticosns zu ver- einigen, und es ist nicht unmöglich, dass ähnliche mit dem Namen R. fastigiatus Whe. bezeichnete Formen auch dem scharfen Diagnostiker Fries vorgelegen haben. Ob nun gleich die Henneberg'sche Pflanze durch ihre zahlreichen, sehr kurzen und weichen Dornen des Schösslings von dem R. sub- erectns der englischen und schwedischen Autoren („aculeis raris rectis falcatisque" Fries und „aculeis raris validis basi valde dilatatis" Arrhenius), zu welchem doch auch die Weih c- sche Pflanze zu gehören scheint, abweicht, so unterliegt es doch keinem Zweifel ^ dass die Henneberg'schen, so wie alle aus den verschiedensten Gegenden des nördlichen Deutschlands dem Verf. zugekommenen Exemplare, vom R. frtiticosus L. {plicatus Whe.) wesentlich verschieden , und wenigstens als Individuen einer der ächten Anderson'schen Art zuge- nörigen Form zu betrachten sind, um so mehr, als jene star- ken und sparsamen Dornen sich doch auch nicht selten an zweijährigen Stämmen der Hennebergischen Pflanze finden, andererseits aber bei Smith nirgends von starken Dornen, sondern von „footstalks sparingly and minutelj prickly" (1. c. p. 407. 20. Zeile) die Rede ist. Arrhenius beschreibt (p. 21) uo(h eine Var. b. mitis (fol. teuuioribns et angnstio- ribus quam in vulgari , aculeis multo minoribus raz-issimis), zu welcher jedoch die Hennebergische Pflanze nicht gehören kann, weil ihre Dornen weder „rarissimi", noch ihre Stengelblätter „angustiora" sind. In der Carakteristik des R. suherectus

135

Anderson stimmen mit Smith auch Baltington nnd Bell Salter iiberein; doch sagt Letzterer von den Blumenblättern : „petala spreading, scarcelv exceeding the calyx", was aller- dings bei der Honnebergischen Pflanze nicht der Fall ist, bei welcher im Gegentheil die petala stets viel iäugor sind, als die sepala.

Ans dem Allen geht wenigstens so viel hervor, dass auch jR. suberectus Anders, einer veränderlichen Art angehört. Es ist übrigens keinem Zweifel unterworfen, dass diese Pflanze, zu welcher 7?. fastigiafus Whe. et N. wenigstens als Form gezogen werden muss, als eine gute und selbstständige Art zu betrachten sei, die sich von R. fruticosus L. (plicatus Whe. et N.) durch folgende Charaktere wesentlich unter- scheidet:

1) durch den meist stärkeren, weichereu und hellgrünen, an der Basis stielruudeii Schössling;

2) durch die kurzen, schwachen, meist geraden Dornen von weit geringerer Zahl (ausser der Basis des Schösslings);

3) durch die oft 7- zähligen, meist grösseren, hellgrünen, flachen und fast völlig glatten , stärker gerippten Stengel- blätter;

4) durch die viel längere Endspitze der End- und Seiten- blättchen derselben;

5) durch die weniger behaarten und viel schwächer bewehr- ten Blattstiele und Stielchen;

6) durch die schwächer bewehrten Blüthenäste;

7) durch den mehr gegipfelten Blüthenstaud ;

8) durch den etwas mehr behaarten , stets unbewehrten Kelch j

9) durch längere, die Griffel überragende Staubfäden ;

10) durch stets weisse Blüthen und schwarzrothe (nicht schwar- ze) Früchte mit kleineren Steinfrüchtchen ;

11) durch die etwas frühere und kürzere Blüthezeit.

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8. R, fruticosns L. (iion Whe. et N.) Faltenhlättriger Brombeerstrauch.

Linue Flora Siiec. Edit. I. No. 409. Ed. II. No. 444. p. 172. pro parte. Flora d. Wetterau. IL p. 235,- Reichenb. Fl. G. exe. p. 600. BliiflP et Fiugerh. 1. c. p. 191. Pe- term. Fl. Lips. p. 367. Arrhenius Moiiogr. p. 25. Wim- mer Flora V. Schles. 1844. I. p. 131. Godroii Moiiogr. p. 36. Mctsch Fl. Heuiieb. p. 254. Betcke 1. c. p. 89. Garcke 1. c. p. 102. B.. plicatns Whe. et N. 1. c. p. 13. t. 1. Wimmer et Grab. 1. c. No. 696. Smith EDgl. Fl. II. 1824. p. 401. DC. Prodr. II. p. 560. Bell Salter iu Bot. Gaz. 1850. Mai. p. 117. Babiugt. Manual p. 93. R. fastigialus Kalteub. I. c. p. 264. R. niti- dus Sm. I. c. p. 404.

Caiile sterili erecto apice deßejco pentagono siibsulcato glabro aculcis validis subrectis ant recurvis armato, fol. 5- natis plicatis iitrinqiie viridibiis siipra glabriiisculis stibtvs pubescentibus , foliolo termiiiali cordaio-ovato acuminato louge petioliilato, infimis minoribus subsessilibus ovalibiis, fol. rami lloriferi 3-wa/7's; lloribns stibracemosis siibcorym- bosis; calyce i\\%co-viridi villosiilo postrerao reflexo, petalis ovalibus albidis roseisve, starainibus stylos aequanlibns aiit breviort'bus , conocarpiis atris glaberrimis.

Variat apnd nos his forrais: * fol. cauliuis plauis majoribns ; ** fol. rami floriferi 3 5-iiatis; *** nitidus Bluff et Fiug. (R. nitidus Whe. et N. R.

corj/li/olius Hayne (uoii Sm.) Arzeueigew. III. tab. 11.

Guimpel und Hajne tab. 102. fol. minoribus subco-

riaceis planis, iloribus subracemosis aut paniculatis, ca-

Ivce subaculeolato.

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Sfhössling nicht hoch, aufrecht, an der Spitze üherge- bogen, grün oder brannroth, 5- kantig mit flachen Seiten, nu- ter der Basis der Blattstiele gefurcht, glatt und gegen die Mitte mit schwarzen, drüsigen Punkten bestreut 5 Dornen ziemlich zahlreich, ungleich, meist sehr stark, konisch, mit breiter Basis, von der Farbe des Schösslings, an der Spitze rölhlich-gelb, am Grunde des Schösslings kleiner, fast ge- rade, gegen die Mitte desselben länger, schwach gekrümmt und zurückgeljogen, an der Spitze sichelförmig. Steugel- blätter 5 - zählig -gelingert, End - und Seitenblättcheu herz- eiförmig gestielt, unterste Blättchen oval, sehr kurz gestielt, rückwärtsgekehrt, alle plötzlich zugespitzt, scharf und un- gleich gesägt, mit braunen Spitzen der Zähne, den Seiten- rippen parallel gefaltet, an der Oberfläche hellgrün, mit kur- zen, angedrückten Haaren schwach besetzt, glänzend, untere Fläche blass- oder gelblich -grün, besonders an den hervor- tretendt'ii Seitenrippen und der mit sichelförmigen Dörnchen bewehrten Mittelrippe mit einem seidenartigen Fhuinie besetzt; Blattstiele behaart und mit sichelförmigen Dörnchen stark be- wehrt, Hauptstiel schwacn-, Stielchen stärker gerinnclt ; Ne- benblättchen lanzettlich -linealisch, weich behaart, bewimpert. Blütheustamm weniger aufrecht, sonst wie der Schössliug. - Blüthenäste ziemlich zahlreich, behaart, kantig, unter den Blattstielen gerinneil, mit sihwarzen, drüsigen Punkten und sichelförmigen Dörnchen besetzt; seine Blätter 0- zählig-, selten 5- zählig -fussförmig, die unterstrn kleiner mit stum- pferen Blüthen, die blüthenständigcu uugetheilt, Endblättcheu ei- oder keilförmig, schwach geherzt, Seitenblättcheu sitzend, ei- oder rautenförmig, oft ohrförmig eingeschnitten, allein un- gleich doppelt- oder eingeschnitten -gesägt, in eine kurze Spitze auslaufend, dünner und weicher als die Stengelblätter, Blattstiele und Stielchen stark seriunelt, mit sichelförmigen

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Döruchen iiud absteheudeu Haaren besetzt; Nebeublättchen grösser iiud breiter als au den Steugelblättern; Blüthen locker, fast eine Traube bildend, Blumenstiele meist einblüthig, blatt- wiukelständig, aufrecht -abstehend, die fast sitzende Termi- nalblüthe überragend, behaart,, selten fein bedörnelt, am Grunde mit meist einfachen, lanzettlichen, behaarten Deck- blättchen gestützt, Kelch grünlich -braun, gLäuzend, unbe- wehrt, etwas zottig; Abschnitte an den Rändern und auf der Innenseite graufilzig, eiförmig, mit meist lang vorgezogener, grüner, blattartiger Spitze. Blumenblätter verkehrt -eiförmig, bewimpert, weiss oder röthlich; die Staubfäden kürzer oder eben so lang als die Staubwege; P'rüchte schwarz, glatt, wohlschmeckend, Steinfrüchtchen zahlreich, mit bleibendem Griffel. An Wald- und Ackerrändern, Bergabhäugen ge- mein. Die Form * im Gebüsch an einem Sumpfe am Fnsse des Mittelberges bei Schiensingen ; ** hier und da zerstreut, doch selten; ''^** nitidus in Wäldern, nicht selten.

Blüthezeit etwas später und länger dauernd, als bei Ä. suberectus , vom Anfange Juli bis August; Frnchtreife im September.

R. nitidus des Gebietes verräth durch Wuchs, Form nnd Bewehrung des SchÖsslings, durch Farbe und Bekleidung der Blätter u. s. w. deutlich seine Abkunft von R. fruticosus L., nnd verdankt ohne Zweifel seine abweichenden Zustände dem Schatten des Waldes und einer kärglichen Bodenbeschaf- fenheit. Wenn einige Schriftsteiler, z.B. Sonder (Fl. Hamb.) ihn zu R. afßnis ziehen, so gaben dazu ohne Zweifel die flachen (nirht gefalteten) Blätter, die mehr zusammengesetzte Inflorcscenz und die nicht selten 5-zähligeu Blätter des Blü- theurtstes Veranlassung. R. nitidus Bell Salter = Lind- leijaniis Lees ist von der Weihe'schen Pflanze sehr ver- schieden, und wurde später von Bell Salt er selbst als Ab-

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art zu R. rhamnifolius gezogen (Bot. Gtaz. I. c. p. 118). Gleichwohl ist dieser Varietät das Citat: „W. and N. tab. IV." beigefügt.

K. fruticosus L. kann leicht mit R. siiberectus Anders, lind jR. afjinis Whe. et N. verwechselt werden. Die nnter- siheidenden Merkmale siehe bei den bezüglichen Arten. Von R. thj^rsoideus Wimni. (fruticosus Whe. et N.) nnter- scheidet er sich leicht:

1) durch den weniger hohen, nnr unter der Basis der Blatt- stiele etwas (nicht tief) ausgefurchten Schössling;

2) durch die hleineren, scharf gesägten, faltigen, unterseits grünen oder gelblich -grünen, seidenhaarigen (nicht fla- chen, unterseits grau- oder weissfilzigen) Blätter;

3) durch die rundlich -eiförmigen (nicht ovalen, länglich - oder verkehrt -eiföi'migen) End- und Seitenblättchen;

4) durch die